"rollende Altbauwohnung"

Hier könnt ihr eurer Reisemobil vorstellen ...
maxima
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Re: "rollende Altbauwohnung"

Beitrag von maxima »

Remmi hat geschrieben:Es waren die schönsten Jahre in meinem Leben.
Hi Remmi,
dieser Satz geht mir ganz schön unter die Haut und bringt mich mal wieder ganz schön ins grübeln!
LG
Maxima
BlueSkyFL
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Re: "rollende Altbauwohnung"

Beitrag von BlueSkyFL »

Hallo Remmi,

die Erfahrungen, die Du und Deine Frau gesammelt haben finde ich sehr interessant.
Mein Freund, der ebenfalls seit einigen Jahren im Wohnmobil lebt, sieht es so ähnlich
wie Ihr. Auch für ihn hat sich die Wertigkeit vieler Dinge enorm verändert. Was früher
unverzichtbar, ja sogar lebensnotwendig, erschien, ist heute angenehmer Luxus, auf
den man eigentlich auch sehr gut verzichten kann. Wohingegen bisher völlig unschein-
bare Dinge neu entdeckt werden und plötzlich an Wert gewinnen.

Ich gebe Dir völlig Recht, dass nicht jeder für ein Leben im Wohnmobil geeignet ist.
Das verhält sich so ähnlich, wie mit den Auswanderern. Im Urlaub entdecken Menschen
ihr Gefallen an einem Land. Sie werden verzaubert von der Landschaft, dem Klima
und/oder den freundlichen Menschen. Und schwupps-di-wupps ist ER da - der Gedanke
vom Auswandern. Auswandern in ein "besseres" Land, in ein schöneres Leben. Doch es
ist ein großer Unterschied, ob man in einem Land seinen Urlaub auf angenehme Art und
Weise verbringt oder dort seinen Lebensunterhalt verdienen muss. Genauso verhält es
sich auch mit dem Leben im Wohnmobil. Es ist super, seinen Urlaub im Womo zu
verbringen. Doch es ist etwas völlig anderes, über mehrere Jahre konstant darin zu leben!
Es ist eine besondere Lebenseinstellung, zu der man sich bekennt.

Mich würde es reizen, für zwei oder drei Jahre in einem Womo zu leben. Mich auf das
wesentlich wieder im Leben zu konzentrieren... Abstand zu nehmen vom Überfluss und dem
Massenkonsum. Wieder mehr Bescheidenheit lernen und weniger fordernd zu sein. Manchmal
erschrecke ich selbst vor mir und meinem Konsum- und Sozialverhalten, das mir in all den
Jahren antrainiert wurde. Und es wird für mich noch ein längerer Umdenkprozess werden,
bis ich all diese Verhaltensweisen neutralisiert habe. Ein wichtiger Schritt für mich in die
richtige Richtung war, dass ich in den letzten Monaten mich von sehr viel "Ballast" aus meiner
Wohnung und aus meinem Leben getrennt habe. Ich habe das unerklärliche Gefühl, dass ich
ein "Schiff" (= mein Leben?) auf eine lange Reise vorbereite. Und je weniger Ballast ich an
Bord habe, desto schneller komme ich voran. Das genaue Ziel dieser Reise kann ich derzeit
noch nicht durch Worte greifbar machen. Doch die exakte Richtung steht fest - das sagt mir
zumindest mein Bauchgefühl. :)

Ich weiß! Ich bin ein Spinner - aber ein ganz sympathischer! :lol:

Obwohl ich mich nicht in Deiner Situation befinde, kann ich sehr gut die Angst vor der
Sesshaftigkeit (hervorgerufen durch die Eigentumswohnung) nachvollziehen. Manchmal
fühlt sie sich wie ein großer Kloß im Hals an. Ein erdrückendes Gefühl. Bestimmt bietet
eine Wohnung sehr viele Vorzüge. Du hast mehr Raum und besseren Schutz als in einem
Wohnmobil. Solch eine Wohnung stellt auch eine soziale Basis in unserer Gesellschaft dar.
Denn ohne Wohnung zählt man schnell zu einer sozialen Randgruppe. Man wird "schief"
angeschaut. Man ist anders. Und Anderssein bedeutet, nicht dazu zu gehören - zu denen,
die z.B. in Wohnungen leben. Doch diese Sicherheit und Bequemlichkeit kann ganz schnell
zu einem "goldenen Käfig" werden. Ist es das Wert?

Erwähnte ich schon, dass ich ein Spinner bin? ;)

Gruss
Peter :D
maxima
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Re: "rollende Altbauwohnung"

Beitrag von maxima »

Hi Peter,
die Welt wird nicht von den sogenannten "Normalen" verändert, aber von Spinnern sehr wohl! ;)
LG
Maxima
Remmi
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Re: "rollende Altbauwohnung"

Beitrag von Remmi »

Hallo Peter,
es ist nicht die Angst der Sesshaftigkeit, denn die ist in einem gewissen Maße auch in einem Wohnmobil oder Mobilhome vorhanden.
Sesshaftigkeit ist eine Auslegungssache, dieses ist in Deutschland auf einen festen Punkt ausgelegt.
Auch wir fühlen uns im Wohnmobil sesshaft. Es ist unser fester Wohnort und auch dort haben wir alles was wir benötigen.
Ein Wohnzimmer, ein Bad, ein Schlafzimmer und einen unendlichen Garten je nach dem wo wir stehen.
Auch auf den sogenannten Luxus (mit Einschränkungen)müssen wir nicht verzichten.
Oder wer kann schon von sich sagen, daß er jedes Wochenende in einen anderen Ort essen gehen geht.

Und auch das normale Leben findet statt. Feste Arbeit für beide und somit auch genug Geld für ein sogenanntes festes wohnen.
Nur haben wir uns immer gefragt, was wollen wir und wofür.
Wir waren die ganzen Jahre sehr glücklich mit dem was wir hatten und konnten auch mal sagen "Ab Morgen machen wir mal 12 Wochen Urlaub"
Arbeiten ist ausserhalb von Deutschland nie ein Problem gewesen, man muss nur nicht an seinem erlernten Beruf festhalten.

Nach unseren einjährigen Ausstieg (was manche so nennen) hatten wir immer Arbeit und haben sehr gut gelebt.
Was mich nachdenklich macht ist, daß wir wieder in das so normale Konsumverlangen schlittern.
Eine neu Küche, ein noch größeren Fernseher usw.
Wir hatten alles was wir brauchten und das war fast genau so viel wie alle anderen auch.
Nur wir hatten auch Dinge die die sogenannten Normalen nicht hatten.
Freiheit wir konnten dort hin fahren wo wir wollten und auch die Zeit bestimmen die wir dafür geplant haben.
Remmi
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Re: "rollende Altbauwohnung"

Beitrag von Remmi »

maxima hat geschrieben: die Welt wird nicht von den sogenannten "Normalen" verändert, aber von Spinnern sehr wohl! ;)
Was ist ein Normaler und was ein Spinner?
Ist das nicht Auslegungssache?

Spinner haben diese Welt verändert und die Normalen haben davon ihren Nutzen gezogen.
maxima
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Re: "rollende Altbauwohnung"

Beitrag von maxima »

Remmi hat geschrieben:Nach unseren einjährigen Ausstieg (was manche so nennen) hatten wir immer Arbeit und haben sehr gut gelebt.
Was mich nachdenklich macht ist, daß wir wieder in das so normale Konsumverlangen schlittern.
Eine neu Küche, ein noch größeren Fernseher usw.
Wir hatten alles was wir brauchten und das war fast genau so viel wie alle anderen auch.
Nur wir hatten auch Dinge die die sogenannten Normalen nicht hatten.
Freiheit wir konnten dort hin fahren wo wir wollten und auch die Zeit bestimmen die wir dafür geplant haben.
Hi Remmi und Peter,
Ich lehne dieses Konsumverhalten ab. Unsere Küche ist mittlerweile fast 30 Jahre alt, unser Wohnzimmerschrank 38 Jahre, wir haben einen alten Röhrenfernseher und bis jetzt noch keinen DVD-Player, keinen Trockner und keine moderne Hifi-Anlage und meinen alten Opel habe ich vor der hirnrissigen Abwrackprämie bewahrt und eine eigene Hütte haben wir nur deshalb, weil ich ein lärmempfindlicher Mensch bin und meine Ruhe haben möchte.
Hinfahren können wo man will und über seine Zeit selbst bestimmen zu können, das ist für mich der wahre Luxus!
Ich finde Eure Postings sehr interessant.
LG
Maxima
maxima
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Re: "rollende Altbauwohnung"

Beitrag von maxima »

Remmi hat geschrieben:[?

Spinner haben diese Welt verändert und die Normalen haben davon ihren Nutzen gezogen.
Genau so ist es!
Remmi
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Re: "rollende Altbauwohnung"

Beitrag von Remmi »

Ich fühle mich jedoch nicht als Spinner sondern als Realist.
Mir ist das Leben wichtig und nicht das Materielle.
Es ist nicht wichtig was man hat, sondern wie zufrieden man ist.
Und ich (wir) sind sehr zufrieden.
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