Unser Pannenurlaub 2012 in Norwegen
Verfasst: Mi 25. Jul 2012, 12:39
Der Plan:
Samstagabend noch zu einer Hochzeit fahren, Sonntag abend die Fähre von Kiel nach Göteborg nehmen, schön über die E4 nach Norden fahren, dem Weihnachtsmann einen Besuch abstatten, die Varangerhalbinsel erkunden, zum Nordkapp fahren und gemächlich in Norwegen zurückfahren. Dafür hatten wir uns 4 Wochen Urlaub genommen.
Die Vorgeschichte:
Knappe 10.000 km sind geplant, also bringen wie unsere Kiste nochmal zur Inspektion, Bremsen kontrollieren, Zahnriemen müßte auch mal wieder gewechselt werden und am Aufbau sind auch noch ein paar Kleinigkeiten zu erledigen. Also Werkstattbesuch. Eine Woche vor dem Urlaub ist unsere Tonne fertig, wird vor die Haustür gestellt und langsam vollgeladen mit allem, was man so braucht.
Panne Nr. 1:
Sonntag. Wir fahren los und schaffen es doch tatsächlich, etwa 10 km zu fahren. Dann fängt es im Motorraum an zu knattern, der Wagen nimmt kein Gas mehr an und wir schaffen es noch mit letztem Schwung, von der Autobahn zu rollen... ADAC gerufen, ihm ist nicht ganz klar was das ist, er hat aber die Vermutung, dass mit der Zahnriemeneinstellung etwas nicht stimmt. Wir werden dann noch zur Werkstatt geschleppt und sind seelisch erstmal am Ende... erster Wut- und Heulanfall... Abends ruft noch die Fährgesellschaft an, wo wir denn blieben?... zweiter Wut- und Heulanfall...
Montagmorgen stehen wir pünktlich um 8 Uhr bei der Werkstatt auf der Matte und fragen was los ist mit unserem Wagen. Werden sie sich gleich ansehen, sie melden sich dann.... dritter Wut- und Heulanfall in der Werkstatt... Mittags fahren wir nochmals hin, es ist noch nicht ganz klar, aber es scheint wohl so, das mit dem Keilriemeneinbau was schiefgelaufen ist. So schnell wird das dann nicht zu beheben sein, wir möchten am Nachmittag nochmal vorbeikommen... richtig: vierter Wut- und Heulanfall... Was machen wir jetzt mit 4 Wochen Urlaub? Nach Dänemark fahren? Ist nicht das, was wir wollten. Oder doch wieder zur Arbeit gehen und den Urlaub erstmal verschieben? Wir hatten uns so gefreut...
Nachmittags dann der endgültige KO: Wagen ist nicht schnell zu reparieren. Allerdings hat der Werkstattmeister sofort alle Schuld auf sich genommen und gesagt, das das auf deren Kosten repariert werden wird. Allerdings ist das etwas langwieriger... Der Urlaub mit unserem Auto ist gestorben...
Aber Klasse: Die Werkstatt (gleichzeitig Vermieter von Womos) bietet uns einen kostenlosen Ersatzwagen an. Größer als unserer (6,90 m), schwerer (ich fürchte, wir waren überladen) und viel unübersichtlicher, aber trotzdem haben wir das Angebot dankend angenommen. Am Dienstag dann in der Werkstatt die Wagen nebeneinander gestellt, umgepackt und losgefahren.
Panne Nr. 2:
Dienstagabend. Wir stehen in Lübeck. Mein Mann will auf Toilette gehen... die Kloschüssel ist randvoll mit Wasser! Die Spülung ist wohl nicht ganz dicht... Anruf beim Vermieter: Tja, mal Spülung länger betätigen, vielleicht ist irgendwo was verkalkt und das gibt sich. Sonst müssen wir im Notfall die Spülung außen irgendwie abklemmen... Mittwochmorgen war ich soweit, dass ich wieder nach Hause wollte.
Weitergefahren und das Problem hat sich tatsächlich nach 2-3- Tagen erledigt. Puh. Jeden Tag 2x das Klo leeren, weil es randvoll mit Wasser ist wäre nicht so toll gewesen. Außerdem geht das auf den Frischwasservorrat.
Panne Nr. 3:
ist eigentlich keine Panne, sondern eher ein kleiner Schock: Fährpreise bei Fahrzeugen über 6 m!!!
Panne Nr. 4:
auch keine Panne, sondern weiterer Schock: Spritverbrauch bei 3l-Motor!
Panne Nr. 5:
So weit ist alles gut, wir haben eigentlich einen schönen Urlaub. Na klar, der Wagen ist fremd, wir merken, was wir an unserem Billigmobil haben, aber auch damit kommen wir klar.
Dann sind wir in Vadsø. Ja genau, ganz im Norden Norwegens, quasi am Popo der Welt. Was passiert? Wir lassen den Motor an: Warnleuchte und Bemerkung "Motordefekt"! Gleich wieder Horroszenarien ausgemalt: hier oben kommen wir doch nie weg. 4000 km bis zur Heimat, wie soll das denn klappen? usw.... Anruf beim Vermieter, Schilderung, nach einer guten halben Stunde der Rückruf: ist OK! Ist nur ein Softwareproblem. Er hat mit Iveco gesprochen, wir können bedenkenlos weiterfahren. Das tun wir dann auch. 5000 km mit Warnung. Aber wenn das OK ist...
Panne Nr. 6:
Alles ist gut. 3 Tage vor Urlaubsende dann der GAU: mir springt die Kniescheibe raus. Krankenwagen, Notarzt (Gynäkologin; sehr nett, aber orthopädisch nicht bewandert), dann die Krankenwagenfahrt ins Krankenhaus... 2 Stunden! Ist anders als hier. Leider ist das Krankenhaus genau in der falschen Richtung für useren Nachhauseweg... Mein Mann mit dem Mobil hinterher. Im Krankenhaus dann röntgen, einrenken und dann wollten die mir das Bein eingipsen! Wie soll man sich mit gegipsten Bein noch im Womo bewegen??? Mit Mühe und Not konnte ich die Ärzte überreden, mir nur eine Schiene zu geben. Hat mal jemand überlegt, wie man mit einem gegipsten und damit langen und steifen Bein im Womo auf die Toilette gehen soll?
Dann sind wir nur noch nach Hause gefahren. 1000 km an einem Tag. Das Gute an dem Ersatzfahrzeug war, das es ein Automatikwagen ist, d.h. am nächsten Tag konnte ich meinen Mann auch mal ablösen (Knieproblem war "glücklicherweise" links).
So. Und jetzt sind wir wieder hier. Mir geht es wieder gut, der Wagen ist immer noch in der Werkstatt, soll aber diese Woche noch fertigwerden. Der Motor mußte komplett auseinandergenommen werden! Werden wir sehen, wie der dann fährt.
Fazit:
Wenn auch ganz anders als gedacht, war der Urlaub trotzdem schön!
Wir hatten zwar durchwachsenes Wetter, aber Sonne am Nordkapp (gut, Mitternacht hat es geregnet), und auch sonst immer mal wieder gute Abschnitte. Am Nordkapp getroffen haben wir Ossi, der mit dem Trecker dorthin unterwegs war (http://www.traktortraum-nordkap.de/).
Und: Starke Motorisierung hat auch was für sich.
Wir werden wieder hinfahren!
Samstagabend noch zu einer Hochzeit fahren, Sonntag abend die Fähre von Kiel nach Göteborg nehmen, schön über die E4 nach Norden fahren, dem Weihnachtsmann einen Besuch abstatten, die Varangerhalbinsel erkunden, zum Nordkapp fahren und gemächlich in Norwegen zurückfahren. Dafür hatten wir uns 4 Wochen Urlaub genommen.
Die Vorgeschichte:
Knappe 10.000 km sind geplant, also bringen wie unsere Kiste nochmal zur Inspektion, Bremsen kontrollieren, Zahnriemen müßte auch mal wieder gewechselt werden und am Aufbau sind auch noch ein paar Kleinigkeiten zu erledigen. Also Werkstattbesuch. Eine Woche vor dem Urlaub ist unsere Tonne fertig, wird vor die Haustür gestellt und langsam vollgeladen mit allem, was man so braucht.
Panne Nr. 1:
Sonntag. Wir fahren los und schaffen es doch tatsächlich, etwa 10 km zu fahren. Dann fängt es im Motorraum an zu knattern, der Wagen nimmt kein Gas mehr an und wir schaffen es noch mit letztem Schwung, von der Autobahn zu rollen... ADAC gerufen, ihm ist nicht ganz klar was das ist, er hat aber die Vermutung, dass mit der Zahnriemeneinstellung etwas nicht stimmt. Wir werden dann noch zur Werkstatt geschleppt und sind seelisch erstmal am Ende... erster Wut- und Heulanfall... Abends ruft noch die Fährgesellschaft an, wo wir denn blieben?... zweiter Wut- und Heulanfall...
Montagmorgen stehen wir pünktlich um 8 Uhr bei der Werkstatt auf der Matte und fragen was los ist mit unserem Wagen. Werden sie sich gleich ansehen, sie melden sich dann.... dritter Wut- und Heulanfall in der Werkstatt... Mittags fahren wir nochmals hin, es ist noch nicht ganz klar, aber es scheint wohl so, das mit dem Keilriemeneinbau was schiefgelaufen ist. So schnell wird das dann nicht zu beheben sein, wir möchten am Nachmittag nochmal vorbeikommen... richtig: vierter Wut- und Heulanfall... Was machen wir jetzt mit 4 Wochen Urlaub? Nach Dänemark fahren? Ist nicht das, was wir wollten. Oder doch wieder zur Arbeit gehen und den Urlaub erstmal verschieben? Wir hatten uns so gefreut...
Nachmittags dann der endgültige KO: Wagen ist nicht schnell zu reparieren. Allerdings hat der Werkstattmeister sofort alle Schuld auf sich genommen und gesagt, das das auf deren Kosten repariert werden wird. Allerdings ist das etwas langwieriger... Der Urlaub mit unserem Auto ist gestorben...
Aber Klasse: Die Werkstatt (gleichzeitig Vermieter von Womos) bietet uns einen kostenlosen Ersatzwagen an. Größer als unserer (6,90 m), schwerer (ich fürchte, wir waren überladen) und viel unübersichtlicher, aber trotzdem haben wir das Angebot dankend angenommen. Am Dienstag dann in der Werkstatt die Wagen nebeneinander gestellt, umgepackt und losgefahren.
Panne Nr. 2:
Dienstagabend. Wir stehen in Lübeck. Mein Mann will auf Toilette gehen... die Kloschüssel ist randvoll mit Wasser! Die Spülung ist wohl nicht ganz dicht... Anruf beim Vermieter: Tja, mal Spülung länger betätigen, vielleicht ist irgendwo was verkalkt und das gibt sich. Sonst müssen wir im Notfall die Spülung außen irgendwie abklemmen... Mittwochmorgen war ich soweit, dass ich wieder nach Hause wollte.
Weitergefahren und das Problem hat sich tatsächlich nach 2-3- Tagen erledigt. Puh. Jeden Tag 2x das Klo leeren, weil es randvoll mit Wasser ist wäre nicht so toll gewesen. Außerdem geht das auf den Frischwasservorrat.
Panne Nr. 3:
ist eigentlich keine Panne, sondern eher ein kleiner Schock: Fährpreise bei Fahrzeugen über 6 m!!!
Panne Nr. 4:
auch keine Panne, sondern weiterer Schock: Spritverbrauch bei 3l-Motor!
Panne Nr. 5:
So weit ist alles gut, wir haben eigentlich einen schönen Urlaub. Na klar, der Wagen ist fremd, wir merken, was wir an unserem Billigmobil haben, aber auch damit kommen wir klar.
Dann sind wir in Vadsø. Ja genau, ganz im Norden Norwegens, quasi am Popo der Welt. Was passiert? Wir lassen den Motor an: Warnleuchte und Bemerkung "Motordefekt"! Gleich wieder Horroszenarien ausgemalt: hier oben kommen wir doch nie weg. 4000 km bis zur Heimat, wie soll das denn klappen? usw.... Anruf beim Vermieter, Schilderung, nach einer guten halben Stunde der Rückruf: ist OK! Ist nur ein Softwareproblem. Er hat mit Iveco gesprochen, wir können bedenkenlos weiterfahren. Das tun wir dann auch. 5000 km mit Warnung. Aber wenn das OK ist...
Panne Nr. 6:
Alles ist gut. 3 Tage vor Urlaubsende dann der GAU: mir springt die Kniescheibe raus. Krankenwagen, Notarzt (Gynäkologin; sehr nett, aber orthopädisch nicht bewandert), dann die Krankenwagenfahrt ins Krankenhaus... 2 Stunden! Ist anders als hier. Leider ist das Krankenhaus genau in der falschen Richtung für useren Nachhauseweg... Mein Mann mit dem Mobil hinterher. Im Krankenhaus dann röntgen, einrenken und dann wollten die mir das Bein eingipsen! Wie soll man sich mit gegipsten Bein noch im Womo bewegen??? Mit Mühe und Not konnte ich die Ärzte überreden, mir nur eine Schiene zu geben. Hat mal jemand überlegt, wie man mit einem gegipsten und damit langen und steifen Bein im Womo auf die Toilette gehen soll?
Dann sind wir nur noch nach Hause gefahren. 1000 km an einem Tag. Das Gute an dem Ersatzfahrzeug war, das es ein Automatikwagen ist, d.h. am nächsten Tag konnte ich meinen Mann auch mal ablösen (Knieproblem war "glücklicherweise" links).
So. Und jetzt sind wir wieder hier. Mir geht es wieder gut, der Wagen ist immer noch in der Werkstatt, soll aber diese Woche noch fertigwerden. Der Motor mußte komplett auseinandergenommen werden! Werden wir sehen, wie der dann fährt.
Fazit:
Wenn auch ganz anders als gedacht, war der Urlaub trotzdem schön!
Wir hatten zwar durchwachsenes Wetter, aber Sonne am Nordkapp (gut, Mitternacht hat es geregnet), und auch sonst immer mal wieder gute Abschnitte. Am Nordkapp getroffen haben wir Ossi, der mit dem Trecker dorthin unterwegs war (http://www.traktortraum-nordkap.de/).
Und: Starke Motorisierung hat auch was für sich.
Wir werden wieder hinfahren!