Grausam

Herzlich Willkommen im Reisemobil und Campingforum.
Hier ist Platz für tagesaktuelle Themen .
Arminius
Enthusiast
Enthusiast
Beiträge: 1199
Registriert: So 16. Nov 2008, 12:05
Wohnmobil: Teilintegriert
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

Re: Grausam

Beitrag von Arminius »

MatthiasG hat geschrieben:muss nun auch meinen Senf dazutun, erstmal vorweg, das ist der Horror schlechthin :!: :!:


Greise hinter dem Steuer sollten ihre Fahrtüchtigkeit nachweisen und zwar beginnend mit dem 40 Lebensjahr, Fahrzeuge müssen alle zwei Jahre zum TÜV aber der Führerschein wird auf Lebenszeit ausgestellt, das gehört abgeschafft.

Es werden sich trotzdem einige den Hintern abfahren, wie von dackel Dagmar beschrieben, das fällt aber leider unter normale Selektion.

Gruß Matthias
Hallo Matthias

Sorry, wenn ich da heftig wiederspreche. Man hat gerade sehr vernünftigerweise aufgrund der aktuellen Verkehrsstatistik entschieden die Maßnahmen die du oben beschrieben hast, nicht einzuführen. Gerade die ältere Generation (ich bin übrigens ein 55 Jahre alter Greis) ist unterdurchschnnittlich häufig an Unfällen beteiligt. Das liegt daran das die Genertion vorsichtiger fährt und auch Situation meidet die gefährlich werden können (Nacht, Regen, unbekannte Gegend).

Bedenke das du auch einmal ins höhere Alter kommen kannst (ich wünsche es dir) und dann unter Umständen (wenn o.g.Szenario einmal eintreten sollte) wegen einer Zivilsationskrankheit (z.B. hoher Blutdruck, Übergewicht etc) plötzlich keinen Führerschein mehr hast. Da kann alles passieren wenn man o.g. Parolen (ich entschuldige mich vorher schon mal für das Wort Parolen) unbedacht verbreitet.
Flora
Enthusiast
Enthusiast
Beiträge: 640
Registriert: So 21. Jun 2009, 17:59
Wohnmobil: Seit 2017 Wohnwagen
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0

Re: Grausam

Beitrag von Flora »

meusel hat geschrieben: Bedenke das du auch einmal ins höhere Alter kommen kannst (ich wünsche es dir) und dann unter Umständen (wenn o.g.Szenario einmal eintreten sollte) wegen einer Zivilsationskrankheit (z.B. hoher Blutdruck, Übergewicht etc) plötzlich keinen Führerschein mehr hast. Da kann alles passieren wenn man o.g. Parolen (ich entschuldige mich vorher schon mal für das Wort Parolen) unbedacht verbreitet.
Also ich habe noch nicht gehört, dass man wegen hohen Blutdruck oder Übergewicht nicht mehr fahren dürfte. Wenn man nicht gerade vorm Herzinfakt steht, schränkt das doch weniger ein. Woher hast Du die Information, dass dies mal zur Debatte stand?

Mit Fahrtüchtigkeit sind doch ganz andere Dinge gemeint, die jeden von uns im Alter betreffen: z.B. nachlassen der Sehkraft. Ich denke, diese ab und an mal nachschauen zu lassen ist ganz sinnvoll. Ich meine sogar, dass man ab ein gewisses Alter einmal im Jahr zum Augenarzt sollte zur Vorsorgeuntersuchung gegen Grünen/Grauen Star. (Das hat weniger was mit dem Autofahren zu tun, sondern dass man nicht erblindet).

Was ich nur schlimm finde, dass Menschen mit Alzheimer oder anderen Demenzerkrankungen noch Autofahren dürfen. Der Führerschein kann nicht einfach so entzogen werden. Und leider siegt da nicht immer die Vernunft. Ich habe dazu mal einen Fernsehbericht gesehen, der mich sehr erschreckt hatte. Es ging dort um Menschen, die wirklich objektiv (nicht wegen Alter, sondern wegen Krankheit!) nicht mehr fahrtauglich waren. In einem Fall gingen die Kinder des Betroffenen sogar zur Polizei um den Vater am Fahren zu hindern. Rechtlich keine Möglichkeit, da er noch nicht entmündigt war. Das geht erst ab einem gewissen Stadium der Krankheit. Und das obwohl Orientierungssinn wie Reaktionsvermögen stark beeinträchtigt waren. Fazit: Der Mann baute einen schweren Unfall mit Todesopfern.

Vielleicht bin ich als Frau etwas "vernünftiger" wenn es um meine Gesundheit geht. Mich braucht keiner zu einer Untersuchung zwingen. Das mache ich dann schon freiwillig. (So wie ich jetzt schon die freiwilligen Vorsorgeuntersuchungen für meine Altersgruppe in Anspruch nehme)

Hier ein Artikel zur Alzheimergeschichte: http://www.alzheimerinfo.de/aktuelles/news/2004-09-14/

Ich hoffe, dass wenn ich an einer solchen Krankheit leide, dass mich jemand am Autofahren hindert. Weil ich nicht weiß, ob ich selbst noch in der Lage bin eine solche Entscheidung zu treffen!
garibaldi
Beiträge: 6360
Registriert: Mo 6. Okt 2008, 13:27
Wohnmobil: Hymer B544 Bj. 1991
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0

Re: Grausam

Beitrag von garibaldi »

Also was so bestimmte altersbedingte Einschränkungen angeht, hielte ich regelmäßige Kontrollen schon für sinnvoll. Das Sehvermögen ist so ein Punkt. Es spricht doch nichts dagegen, alle paar Jahre einen Sehtest zu machen. Und wenn sich dann herausstellt, dass man eine neue Brille braucht, ist es gut, wenn die Sehkraft zu stark eingeschränkt ist, um sie noch ausreichend korrigieren zu können, darf nicht mehr gefahren werden. Ein anderer Punkt ist die Reaktionszeit, die bei Menschen hohen Alters manchmal ganz erheblich verlängert ist. Genau diese beiden Dinge sind es nach meiner Beobachtung, die öfter zu gefährlichen Situationen führen.

Meine Beste hatte wegen eines Augenfehlers von Anfang an im Führerschein einen Eintrag, dass sie alle zwei Jahre zum Augenarzt musste. Vor ein paar Jahren war es dann so weit: Ihre Sehleistung war zu schlecht geworden. Sie musste den Schein aufgeben. Das ist nicht unbedingt der Weltuntergang.

Im Übrigen glaube ich, dass jeder verantwortungsbewusste Arzt einem Patienten, bei dem ihm Einschränkungen dieser Art auffallen, dringend nahelegen wird, das Autofahren aufzugeben. Sehr viele Senioren tun das ohnehin freiwillig, wenn sie merken, dass es schwierig wird.

Ach ja: Wer sagt, dass 55 alt ist? Hä? :1sauer :lach1
dackel
Participant
Participant
Beiträge: 234
Registriert: Mi 13. Mai 2009, 20:08
Wohnmobil: ein schnuckeliger gipsy
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

Re: Grausam

Beitrag von dackel »

garibaldi hat geschrieben:Gerade habe ich mir noch mal die Bilder genauer angeschaut. So wie das aussieht, hat der Motorradfahrer das Womo durch den Aufprall so zwei-drei Meter zur Seite geschoben. Was für ein Tempo muss der drauf gehabt haben, um so eine Masse so zu verschieben? Na, die Experten werden es schon ausrechnen ...
... auf jeden fall ist da 'ne geschwindigkeitsbegrenzung und die einfahrt zum campingplatz völlig großzügig einsehbar...
wenn man denn aufgrund des zu hohen tempos noch drauf achten kann...
ach diese geschichte ist einfach ätzend grausam.
wer da als autofahrer einbiegen will, muß zudem auch zusätzlich auf den kreuzenden radweg achten. da sind immer 'ne menge heide-fahrrad-touris unterwegs. und für die muß man hier mehr als mitdenken beim fahren. nur münster hab ich mit radfahrern schlimmer erlebt bisher.
so wie es cormelius auch geschrieben hatte: es gibt einige dinge, auf die du da als abbiegender autofahrer achten mußt.
wenn dann wirklich jemand mit 'nem affenzahn die straße hochkommt mitten im abbiegevorgang, machste als womo-fahrer nicht mehr viel.
lg
dagmar
diga
Enthusiast
Enthusiast
Beiträge: 1196
Registriert: Mo 6. Okt 2008, 17:43
Wohnmobil: Eura
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0

Re: Grausam

Beitrag von diga »

wir wohnen auch an einer zentralen Motorradstrecke des Rhein-Sieg Kreises, alleine in diesem Jahr kann ich von mindestens 4 Toten und einer sehr hohen Anzahl Verletzter berichten, nicht alle Unfälle waren selbst verschuldet, aber ein hoher Prozentsatz beruhte auf nicht angemessener Geschindigkeit.

Da hier viele, kleine und kleinste Nebenstrassen sind, die die Motorradfahrer aus der entfernteren Umgebung nicht kennen, kommt es sehr oft zu Gefahrensituationen.

Ich z.B. muß in einer Rechtskurve stehen bleiben um nach links abzubiegen, man sieht mein Fahrzeug im Sommer erst nach einem ca. Abstand von 20 Metern, mehr Strasse kann ich an dem Punkt auch nicht einsehen. Wenn mir ein Motorradfahrer mit überhöhter Geschindigkeit entgegen kommt, so hätte er nicht die geringste Chance.

Ein Motorradfahrer hatte vor ein paar Jahren die gleiche Situation wie oben beschrieben, er selbst ist viel zu schnell gefahren, die Dame die den Parkplatz verließ, hat nicht ausreichend aufgepasst.

Der Motorradfahrer hatte einen gemessenen Bremsweg von nicht einmal 20 Metern und ist dann rutschend in die Fahrerseite eingeschlagen. Er war sofort Tod.
Selbst bei den vorgeschriebenen 70 km hätte er bei der kurzen Strecke Probleme gehabt sein Fahrzeug stabil abzubremsen, die geschätzte Geschwindigkeit betrug allerdings 130 km.

Ein Bekannter hat sich bei seinem Unfall beide Beine abgefahren, es stand ein Pannentrecker direkt hinter einer Kurve, bevor der Landwirt die Unfallstelle gesichert hatte, ist der Bekannte in den Heuwender gefahren, ohne auf Details einzugehen, es hat lange gedauert bis er Transport fähig war. Die Geschindigkeit war übrigens exakt die vorgeschriebene.

Ich habe schon vor ein paar Jahren für mich die Konsequnz gezogen und das Motorrad fahren aufgegeben. Ich wäre wegen meiner sonstigen Unvernunft glaube ich nicht mehr am Leben.

Jetzt tuckel ich schon mal mit meiner Vespa, aber ganz vorsichtig.
Arminius
Enthusiast
Enthusiast
Beiträge: 1199
Registriert: So 16. Nov 2008, 12:05
Wohnmobil: Teilintegriert
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

Re: Grausam

Beitrag von Arminius »

Und das ist genau was ich meine. Ich habe selbst 2 Motorradunfälle gehabt und einen guten Freund bei einem Motorradunfall verloren. Aber dies und das oben Beschriebene hat alles nicht mit dem Thema Führerschein auf Zeit oder regelmäßige Gesundheit-Checks zu tun. Damit wären die Unfälle nämlich nicht zu verhindern gewesen.
Ich habe nur Sorgen wegen der immer mehr um sich greifenden Entmündigung des Bürgers damit sich die vermeintlich Verantwortlichen in Ruhe zurück lehnen können in dem Glauben sie hätten wieder etwas Gutes getan. Irgendwann dürfen wir nur noch zu Hause sitzen und Fernsehn gucken weil alles andere zu gefährlich ist (okay, okay ist ein wenig übertrieben).

Ich bin für den mündigen Bürger. An der Mündigkeit muss man arbeiten (z.B. durch gezielte Aufklärung Sicherheitstrainings o.Ä). Ich möchte selbst bestimmen wann ich zum Beispiel mit dem Windsurfen oder mit dem Auto- oder Motorrad fahren aufhöre! (Hab mich übrigens beim Windsurfen in Dänemark bei Windstärke 8 dermaßen gewuselt das 3 Tage lang Kopfschmerzen und 1 Woche ein krummes Kreuz hatte, trotzdem mach ich weiter). Und wenn ich mich trotzdem irgendwann ernsthaft verletze dann muss die Krankenkasse dafür aufkommen wie für jeden anderen der sich beim Sport verletzt und möchte dann nicht hören ich habe kein ärztliches Atest oder ähnliches.
Das es bei der Eigenverantwortung immer wieder Ausreißer gibt läßt sich nicht abstreiten aber man darf dann nicht verallgemeinern. Und man ändert das auch nicht mit Vorschriften.

@ flora, tschuldigung ich hab ein wenig übertrieben.

Puhh, viel ernster Stoff (lasst euch von mir bloß nicht die Laune verderben, bin vielleicht noch Tornado-geschädigt)
MatthiasG
Enthusiast
Enthusiast
Beiträge: 476
Registriert: Fr 20. Mär 2009, 14:09
Wohnmobil: PhoeniX 7200 RS
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0

Re: Grausam

Beitrag von MatthiasG »

Damit wären die Unfälle nämlich nicht zu verhindern gewesen
du hast damit vollkommen Recht und deswegen machen einen neuen Fred auf, wo wir dieses Thema mal diskutieren können, denn wie immer im Leben gibt es zwei Seiten der Medaille, deine ist eine davon.

Und nö du machst keine schlechte Laune.

Gruß Matthias

Edit sagt, hier geht es weiter, wenn ihr mögt

http://www.mobile-freiheit.net/viewtopi ... 149&t=4009
Antworten

Zurück zu „Aktuelles“