Naja, Viehscheid kommt ja eigentlich von woanders her als von Festen mit Musik, Biertischgarnituren und Touristenabzocke.
Aber - mittlerweile hat sich letzteres natürlich schon ganz schön etabliert.
Als passionierte Bergwanderin kenne ich diese Veranstaltungen natürlich schon auch in ihrem ursprünglichen Sinn und auch in der Not der Bergbauern, wenn Schlechtwetter droht, die Tiere möglichst schnell ins Tal bringen zu müssen. Da gibt's dann keine Termine oder Feste oder sonstwas, da wird die Herde durchs Dorf getrieben, die örtliche Feuerwehr regelt die Ortsdurchfahrung, bzw. dass die grad nicht stattfindet - und fertig. Die Wettereskapaden der letzten Jahre sorgten für schnelle Handungsbedürftigkeit. Vor ein paar Jahren sind zB bei Fieberbrunn in Salzburger Land Hunderte Schafe erfroren, weil sie nicht rechtzeitig von der Alm geschafft werden konnten - es war Anfang September. Tragisch ist das. Ich war 10 Tage vor Ort - erst hatten wir 35° und gingen in Sandaletten und Sonnentops auf die Berge - und dann lief uns der Schnee in die knöchelhohen Wanderschuhe rein. Da brachten sie auch ständig alle Herden auf die Schnelle vom Berg runter und rein in die Ställe. Geschmückt (oft auf die Schnelle mit Plastikblumen) und nicht geschmückt trotzdem - die nicht geschmückten waren dann die Herden, bei denen es ein Unglück gab, dass sich zB ein Tier verstieg oder sonst ein Unfall mit einem Weidetier passierte. In größeren Höhen hab ich es auch schon erlebt, dass der Laster in den Schlachthof auch schon bereitstand.

Dem jeweiligen Tier wurde dann auch gleich das Geschirr und die Glocke abgenommen, noch ein Schenkelpatscher, das wars.
Will euch die Freude an der "Viescheid" nicht nehmen, aber - es hat schon einen wirklich und richtig ernsten Hintergrund. Das was zumeist vorgeführt wird, ist wirklich nur Touri-Vera.....