Re: Rehunfall

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travelfan
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Re: Rehunfall

Beitrag von travelfan »

Hallo,
ich würde ( wenn möglich ) direkt vom Wohnmobilhersteller einen Kostenvoranschlag für den Austausch der defekten Teile und Wiederherstellung des Originalzustands einholen.
Dem Gutachter der Versicherung würde ich per Einschreiben eine Frist setzen und wenn er diese nicht einhält, einen unabhängigen Gutachter bestellen und später der Versicherung mit in Rechnung stellen.
Der Gutachter kann wohl kaum die Kosten vorhersehen, sondern nur begutachten, was kaputt ist und erneuert werden muss. Der Kostenvoranschlag geht dann direkt an die Versicherung mit Beweisfotos per Einschreiben mit Rückschein und Rückumschlag und vorgefertigter Kostenübernahmeerklärung für die Reparaturwerkstatt. Der Werkstatt würde ich die Direktabwicklung mit der Versicherung dann unterschreiben und dann müsste das Ding laufen. Was soll ein Anwalt tun? Er wird durch weitere Verzögerung seinen Geldbeutel füllen. Versuch selbst der Versicherung auf die Sprünge zu helfen, indem du dir alles bestätigen lässt und jedes Mal Fristen setzt. Ein guter Händler bekommt es im Interesse der Kunden auch auf die Reihe, denn er verdient doch an der Reparatur, wenn er sie machen darf.
Nach der Reparatur mit Originalteilen möglichst im Werk, würde ich den Wagen in Zahlung geben und einen neuen bestellen, wenn es der Geldbeutel hergibt ( Schätzverlust 10000 Euro )
Viel Glück und Gruß aus dem sonnigen Norden
Tourist
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Re: Rehunfall

Beitrag von Tourist »

Servus bommel1510,

ich halte mich an dieser Stelle mal mit Ratschlägen möglichst zurück, versuche eher die Sache von verschiedenen Seiten zu betrachten:
Ich bin schon erstaunt, welch massive Schäden rund 30 kg Reh an rund 4.000 kg Integriertem Womo hinterlassen. Ein Original-Ducato-Fahrerhaus sieht zumindest noch eingeschränkt fahrtauglich aus.
Der Hersteller ist natürlich an einer mindestens 100%igen Lösung des Problems (gerne auch ein bisschen mehr?) interessiert, verdient er doch an den Ersatzteilen und ggf. der Werksreparatur gut. Somit ist seine "Kostenschätzung" natürlich ein wenig an den eigenen Interessen orientiert (vielleicht sogar an einem Neukauf?).

Die Versicherung wiederum ist interessiert an einer möglichst kostengünstigen Abwicklung des Schadens, möchte sie doch den anderen Versicherten (ich oute mich mal - bin auch dabei) weiterhin günstige Prämien bieten. Sie wird also versuchen, dem Versicherungsnehmer eine kostengünstige(re) Reparaturmöglichkeit aufzuzeigen, um den Kostenaufwand möglichst gering zu halten. Die gerissenen "Frontmaske" (hast Du ein Foto davon für uns?) ist da sicher der Hauptknackpunkt, um den die Kravag herumkommen möchte.

Dazwischen stehst Du, lieber Bommel :( .
Der Gutachter ist aus meiner Sicht eher eine Randfigur, die auch dazu dient, ein wenig Zeit zu gewinnen, um jemanden zu finden, der sich an eine Reparatur rantraut und dafür auch den Kopf in puncto Gewährleistung dauerhaft hinzuhalten (Frankia wird das sicher ablehnen, wenn nicht 1:1 in Neuteile getauscht wird).
Die Entscheidung, wie und was nun repariert wird, liegt also letztendlich bei Dir: Neuteile vom und im Werk oder Reparatur mit Ausgleich der Differenz (Teil für Dich, Teil für die Versicherung - ein typischer Fall für einen Vergleich).
Zum Schluss also doch noch ein Rat (ich kann´s halt nicht lassen...): Ein kurzes Schreiben (Fax?) an die Versicherung, dass Du nichts mehr vom Gutachter gehört hast und daher davon ausgehst, dass die Übernahme der Kosten im Rahmen der VK-Versicherung in Ordnung geht und das Fahrzeug am .. .. ..... zur Vertragswerkstatt zum Zwecke der Reparatur nach Herstellerrichtlinien geht (der wird sich dann eine Kostenübernahme-Erklärung von der Versicherung holen).
Ein Durchschlag an alle Beteiligten (also Makler, Gutachter etc.) und Du wirst sehen, wie schnell alle auf einmal werden...

Alle anderen "Kriegsschauplätze" - z.B. Anwälte - verteuern und verzögern die Abwicklung eines so einfach zu regulierenden Schadens sicher erheblich.

Leider ist es ein Trugschluss, dass "teure" Versicherungen die Schäden ihrer Kunden auch besser regulieren würden. Es fehlen halt immer die genauen Vergleiche, da man ja nie den exakt gleichen Unfall bei verschiedenen Versicherungen hat - zum Glück!

Viel Erfolg weiterhin wünscht
Tourist
...der sich immer noch wundert, warum in der wildreichen Umgebung, in der er wohnt, nachts so viele Fahrzeuge mit hoher Geschwindigkeit und Abblendlich (also defacto ohne Licht!) unterwegs sind - bis es kracht!
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Re: Rehunfall

Beitrag von Heiko »

Hallo Thomas,

ich kann es gut nachvollziehen, was ihr durchmacht.
Man fühlt sich machtlos und ausgeliefert.

Ich drücke euch die Daumen!!!
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Re: Rehunfall

Beitrag von travelfan »

bommel1510 hat geschrieben:Hallo zusammen,

danke für Eure Tipps und Anregungen. Auch heute war kein Gutachten in der Post, auch nicht bei meinem Händler. Der hat heute morgen versucht, den Mann zu erreichen, vergebens. (Vielleicht ist er ja mit nem Wohnmobil unterwegs) :x

Wollte eigentlich dem Guten ein Einschreiben mit Terminsetzung schicken, aber mein Händler riet davon ab. Er meinte, das könnte sich in der Höhe der Schadenssumme niederschlagen, wenn ich den unter Druck setze. Hatte eigentlich gedacht, ich wäre in Deutschland und nicht in Afrika in einem Bananenstaat, wo alles nur mit Backschisch läuft. Muss ich mich wohl wieder mal getäuscht haben. :(

Und nun warten wir mal weiter ab, was sich in den nächsten Tagen so tut. Fortsetzung wird folgen.

Grüße von Thomas

[quote="bommel1510"
Und nun warten wir mal weiter ab, was sich in den nächsten Tagen so tut.
Grüße von Thomas[/quote]

Worauf willst du warten? Die anderen warten auch...

Da hilft nur Fristen setzen und evtl. den Händler wechseln und einen aussuchen, der bereit ist nach Rücksprache mit dem Hersteller über die Versicherung direkt abzuwickeln.
Ein Gutachten über den Zustand des Fahrzeugs kannst du notfalls auch über die Dekra bekommen und dann kann die Reparatur hoffentlich beginnen.
Mir scheint, da wollen euch leider zwei über's Ohr hauen: Die Versicherung, die möglichst wenig zahlen will und der Händler, der den Neuwagenverkauf wittert. Vielleicht haben der Vertreter der Versicherung und der Verkäugfer der Wohnmobile sich sogar abgesprochen.
Der Händler weiß, warten bringt bares Geld bei fast "Neufahrzeugen", also für den Händler ist ohne Auftrag kein Handlungsbedarf. Je länger das Fahrzeug steht, um so besser bringt er den Wertverlust über die Zeit des Caravansalon in Düsseldorf und ganz plötzlich habt ihr dann ein unrepariertes Vorjahrsmodell.
Das wäre ein schlechter Deal. Warten nützt da nur den anderen.

Viel Glück weiterhin.
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Re: Rehunfall

Beitrag von TomS »

Hallo,

Rechtsanwalt nehmen, Frist von 7 Tagen setzen und darauf hinweisen, dass danach folgende Institution mit der Überprüfung beauftragt wird:

Bundesaufsichtsamt Versicherungswesen

Graurheindorfer Straße 108
53117 Bonn

Telefon: 0228 / 299 702 99
Fax: 0228 / 410 815 50

Internetadresse:
www.bafin.de/

Das Bundesamt fürchten die Versicherer wie der Teufel das Weihwasser...

Gruß
Tom
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Re: Rehunfall

Beitrag von megamechanics »

Das Bundesamt fürchten die Versicherer wie der Teufel das Weihwasser...
sollte es nicht vielmehr heißen: "das Bundesamt fürchtet die Versicherungsgesellschaften wie der Teufel das Weihwasser..." :mrgreen: Sind ja schließlich Kapitalgesellschaften ;)
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Re: Rehunfall

Beitrag von jion »

also sicherlich kann man "Harte Geschütze" auffahren, und auf sein Recht bestehen, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass es es oft Sinnvoller ist, sich mit der Versicherung im "Normalem Ton" zu unterhalten. Gibt es eine Möglichkeit, mit den zuständigen Leuten direkt zu sprechen, also nicht per Telefon, Mail, oder Fax, sondern face to face?
Ich kann mir gut vorstellen, dass man leicht die Geduld verliert, aber wenn dann direkt mit Anwalt oder Bundesaufsichtsamt Versicherungswesen gedroht wird, dann ist die Wahrscheinlichkeit recht groß, dass sich der Saschbearbeiter stur stellt, und alles noch länger dauert, und auch auf Konfrontationskurs geht.
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Re: Rehunfall

Beitrag von Mobi-Driver »

Moin moin ,

ich würde so vorgehen, wie Wolfgang (JION) es bereits beschrieben hat .
Konfrontation und harte Geschütze auffahren könnte sich zum Rohrkrepierer entwickeln oder nach hinten losgehen .
Versucht das persönliche Gespräch "face to face" zu suchen ! ;)
TomS
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Re: Rehunfall

Beitrag von TomS »

Mobi-Driver hat geschrieben:Moin moin ,

ich würde so vorgehen, wie Wolfgang (JION) es bereits beschrieben hat .
Konfrontation und harte Geschütze auffahren könnte sich zum Rohrkrepierer entwickeln oder nach hinten losgehen .
Versucht das persönliche Gespräch "face to face" zu suchen ! ;)

Schadentag 12.05. !!! Und noch keine Schadenhöhe festgelegt oder eine Reparaturfreigabe ???
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Re: Rehunfall

Beitrag von travelfan »

Hallo,
hat sich da eigentlich inzwischen was getan?
Gruß
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