Anderer Morgen, Diskussion: Dann waren wir schon mal in der Gegend – bei Traumwetter zugegeben – vor Jahren – und wir waren einfach nicht in Ålesund. Und nun sind wir so nah dran – und fahren nicht nach Ålesund? Geht ja gar nicht. Nix wie hin. Einen halben Tag Regen sitzen wir noch aus. WIR SCHAFFEN DAS!!. Danach geht es flugs südlich, in Oslo ist Sommer, DAHIN wollen wir danach auf dem schnellsten Weg. Donnerstag sind wir in Oslo – versprochen!!
IMG_9181 Ohne Worte - die Brücke ist beschildert.jpg
Die Hareid-Sulesund-Fähre erreichen wir so, dass wir sofort auffahren und rüberfahren können – und die 268NOK loswerden, dauert grad eine Viertelstunde.
Der Einweiser schickt uns auf eine Spur, neben der rechts schon ein Lkw steht, also ziemlich eng das ganze. Links neben uns Pkws, die auch ziemlich rechts fahren – aufeinmal Geschepper – es fällt was runter – haben wir den Lkw touchiert? Ja, offenbar. Das rückwärtige Verkleidungsteil seines Aussenspiegels liegt auf dem Boden. Ich hebe es auf und reiche es ihm hoch – er sitzt wie ferngesteuert drin – mit so einem Blauzahngedings im Ohr – und weiss gar nicht, was ich will. Er sitzt auch soviel höher als ich, ich fuchtle damit noch ein wenig rum, und zeige auf seinen Spiegel, dann nimmt er es endlich an, wir fahren noch ein paar Meter weiter vor, die Wohnmobile hinter uns haben ein ähnliches Problem, schrappen aber knapp nicht an. Wir hatten die Fähre draussen noch nicht bezahlt und die Zahlmeister liefen rum und kassierten, im Fahrzeug sitzenbleiben hiess also das Gebot der Stunde.
Schatzis Telefon schellt. Es ist der Lkw-Fahrer – huch!!!!!!! - er will, dass wir uns nach der Fähre treffen. Da schau her. Er ist 5m von uns entfernt, er hätte doch herkommen können?!
Schatzi sichert ihm zu, nach der Fähre stehenzubleiben und mit ihm zu sprechen, alles gut. Er hat also über die norwegische Autonummer flugs die norwegische Mobiltelefonnummer rausgekriegt, das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Ist das bei uns so auch möglich?
Der Lkw-Fahrer moniert später, dass also so Befestigungszäpfchen abgebrochen seien. Auf die Frage, wie man das jetzt lösen könne, meinte er nur lapidar „Ein paar Bier wären gut“.
Na sowas.
Hatten wir heute morgen nicht erst im Radio gehört, dass immer mehr Touristen offenbar ihren Norwegenaufenthalt mit Alkohol bezahlen wollen – und man in der laufenden Saison schon über 270.000 Liter unverzollten Alkohol an den Grenzen beschlagnahmt hätte, von Mama und Papa Tourist, von Grethi und Plethi, von allen, die ins gelobte Land reisen? ---- Wir haben leider kein Bier an Bord, weil wir nicht einkaufen waren, es tuts auch eine Flasche MUMM aus dem EU-Repertoire …. alles gut. Wir fahren weiter.
Schon bevor wir auf die Fähre fuhren, leuchtete die rote Batterielampe am Auto auf. Gestern auch schon mal, ging gestern nach rund 10 min. wieder aus. Fiat-Selbstheilung – die Diagnose, ist ja oft so, da leuchten alle möglichen Christbäume, dass man nicht gleich hysterisch werden muss, wenns dann mal hell und bunt am Armaturenbrett wird.
Und doch – nachdem wir die Fähre verlassen haben, beunruhigte uns dieses rote Batterielicht. Die Anzeige für die Fahrzeugbatterie zeigte auch nur noch schlechte Leistung an, angesprungen war das Fahrzeug super.
Als wir auf dem Weg nach Ålesund, immerhin einer Stadt mit mehr als 40.000 Einwohnern sind, kommen wir an einem größeren KFZ-Ersatzteil-Laden vorbei. Wir halten an, es wird sich erkundigt. Wir sind der Meinung, wir brauchen eine Batterie. Das Auto ist nun im siebten Jahr, da ist das auch normal, aber die Firma hier hat sowas nicht, verweist uns woanders hin, ca. 10km von hier. Telefonat. Nein, heute können wir nicht mehr kommen, aber morgen vormittag, ja, das sei gut. Auto startet wie eine Eins, wir fahren nach Åndalsnes, finden auch auf Anhieb den Wohnmobilstellplatz, dort auch einen Platz – soll es dieser sein in zweiter Reihe nahe dem Stromkasten – nein – doch bitte lieber mit Aussicht vorne aufs Meer – naja, also – hier – ist das genehm – es ist, es ist – ja. Maschine steht.
Oh, alles bissi schief. Wir schlafen abwärts, das Duschwasser läuft aus der Dusche raus in den Wohnraum und wenns blöd geht, - also Böckle raus. Auto anlassen und auf die Böckle fahren. B - R - R - AUSSSSSS !!!!!
Batterie am Ende.
Welch ein Glück!
Wir stehen richtig auf einem offiziellen Wohnmobilstellplatz, nicht im Tunnel, nicht auf der Fähre, nicht unterwegs, nicht auf einem Supermarktparkplatz, sondern ganz einfach auf einem Wohnmobilstellplatz mit Blick aufs Meer – und wir haben eine Panne. Klasse.
Dazu regnet es, während im Internet zu lesen ist, dass in GANZ Europa Sommer ist.
Glück oder Pech - oder gar BEIDES und wir sind Glückskinder ?????
Das mit dem Regen muss nun vernachlässigt werden.
Was tun? Klar. Wir haben gar nicht soviel Kabel dabei, dass wir uns an den Stromverteiler anschließen könnten. Auch der Generator ist angesichts dessen, dass wir doch eigentlich in den Sommer gefahren sind, daheim geblieben. Schön blöd. Da stehen wir nun da – und haben den Salat - bzw. den Regen, dem wir nicht entrinnen können.
Es wird telefoniert, morgen könnten wir in eine Werkstatt kommen, dort bekämen wir auch ratzifatzi eine neue Batterie eingebaut, wir sollten einfach morgen vormittags kommen.
Gut.
Wir besichtigen Ålesund. Die Stadt auf den vielen Inseln brannte irgendwann ab und dieser Brand ist heute noch im norwegischen Sprachwesen sprichwörtlich überliefert - so zB "Seit dem Brand von Ålesund" war der Sommer nicht mehr so schlecht usw......... also "bezeichnend. Aufgebaut wurde das alles dann wieder vor rund 100 Jahren, der deutsche Wilhelm II. hat seine persönliche Geldschachtel aufgemacht und Geld gespendet-und es gibt seither viele Jugendstilattribute auf den Häusern zu sehen.Dazu gibt es einen Hafen, in dem täglich die Hurtigrutenschiffe anlegen und auch Hunderte Kreuzfahrschiffe während der Saison, die dann auf die Schnelle Tausende Leute in die Stadt entlassen. Sowas prägt so ein Städtchen natürlich schon ungemein.
WIR schauen dies und das und alles an und steigen auf den Aksla mit seinen418 Stufen hinauf, um uns oben der Illusion berauben zu lassen, dass es ein schönes Lokal gäbe - aber im Regen ist alles anders als in der Sonne. Wir finden ein wirklich schönes Lokal, in dem wir zum gleichen Preis wie anderswo an einem sauberen Tisch sitzen und essen können - mit Servietten und Bedienung und der üblichen Nachfrage - "smake bra" _ die sie ja machen müssen, weil wenn sie das nicht machen, der Tourist die Möglichkeit hat, hinterher zu klagen....... ich bin doch schon wieder im Job, verzeiht....
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