Andy hat geschrieben:Ich bin auch gegen Verschwendung.
Und hier kann ich nur anprangern, dass immer mehr an Leistungen an Ingenieurbüros vergeben wird.
Städte und Länder haben immer weniger eigenes Fachpersonal, das den Büros auf die "Finger" schauen kann. Somit kommen Büros zu Zuge, die auf dem Papier alles können, aber reel leider nicht "auf die Reihe" bekommen.
Ich erlebe dies selber jeden Tag aufs Neue. Es ist aber politisch so gewollt, dass alles was vergabefähig ist, auch vergeben werden soll - koste es, was es wolle.

Da sprichst Du einen ganz wichtigen Punkt an: Die Kontrolle. Da spielen natürlich verschiedene Faktoren rein. Da werden Stellen in Behörden nach Parteizugehörigkeit besetzt, allüberall herrscht ein gut etablierter Filz, egal, welche Partei gerade das Sagen hat. "Man" kennt sich und macht alles unter sich aus, zum gegenseitigen Nutzen auf Kosten der Allgemeinheit. Ja, alles was vergabefähig ist, wird vergeben. Nur wer bestimmt darüber, an wen was vergeben wird und warum? Im Normalfall wird an den billgsten Anbieter vergeben, wobei der wohl nicht selten der Billigste ist, weil er die Angebote der Mitbewerber vorher kannte, wie auch immer. Dass der Billigste nicht unbedingt der Beste sein muss, leuchtet wohl ein. Aber selbst wenn er fachlich gut ist, muss er gezwungenermaßen pfuschen, damit er den Preis halten kann. Wenn der dann noch an Subunternehmer weitergibt und die noch mal an Sub-Subunternehmer, und jedesmal mit dem gleichen Preisdruck, was soll da schon rauskommen?
Die Elbphilharmonie ist ein Beispiel dafür, wie sich die Großkopferten auf Kosten der Steuerzahler selbst ein Denkmal setzen. Das ist die eine Seite, und das muss in der Folge nicht mal schlecht sein, wenn es denn funktioniert und auch für den einfachen "Mann von der Straße" etwas zu bieten hat. Was da in Sachen Bauabwicklung läuft, ist die andere Seite, und da scheint wie bei anderen Großprojekten so eine Art Salamitaktik zum Einsatz zu kommen: Man setzt am Anfang, wenn das Projekt genehmigt werden muss, die Kosten gaaaaanz niedrig an, von wegen der Akzeptanz, wohl wissend, dass das nie und nimmer auch nur annähernd reichen wird. Ist dann die Genehmigung da, wird erst mal ein bisschen rumgepfuscht, dann wird es so hingestellt, als wären da unvorhersehbare Probleme aufgetaucht und so wird nach und nach der Preis immer höher getrieben. Durch dieses Vorgehen wird natürlich der Bau immer weiter verzögert, was dann die Kosten noch mehr in die Höhe treibt. Man darf dabei nie vergessen: Bestimmte Leute verdienen an jedem Euro, der da ausgegeben wird, ohne dass sie weiter was dazu beitragen müssten.