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Erneuter Absturz der Autoindustrie
Verfasst: Do 2. Jul 2009, 13:49
von BlueSkyFL
In der heutigen Online-Ausgabe des Spiegels (02.07.) konnte man folgende
Headline lesen: "Experten warnen vor Absturz der Autoindustrie". Nach Aussage
des Artikels steht die Automobilbranche erneut (oder immer noch?) vor einem
Umsatzeinbruch. Wahrscheinlich werden weitere Zulieferbetriebe die drohende
Pleitewelle der Automobilkonzerne nicht überleben.
Ich habe das Gefühl, dass man uns nun die Rechnung für unseren rasant
gewachsenen Wohlstand der letzten 50 bi 60 Jahre präsentiert. Im ersten
Augenblick eine erschreckende Erkenntnis, von der enorm viele Einzelschicksale
betroffen sind. Bei genauerer Betrachtung ist es jedoch die logische Konsequenz
unseres bisherigen Handelns.
Ich bin sehr gespannt, wie sich unser Leben/unsere Gesellschaft in den nächsten
Jahren entwickeln wird.
Re: Erneuter Absturz der Autoindustrie
Verfasst: Do 2. Jul 2009, 17:33
von Andy
Es wird noch schlimmer kommen.
Die Automobilindustrie wird im nächsten Jahr erst recht in die Knie gehen. Zur Zeit leben sie von der Abwrackprämie. Wenn die wegfällt, kaufen noch weniger Autos.
Ich weis jetzt schon, was in den Zeitungen stehen wird: keiner weis, woher der Absatzeinbruch kommt; wie das passiert konnte; der Automobilndustrie geht es schlecht; usw.
Re: Erneuter Absturz der Autoindustrie
Verfasst: Do 2. Jul 2009, 18:47
von Cruiserline
Manche Autohäuser haben die Abwrackprämie noch gar nicht, oder nur zum Teil bekommen vom Staat. Da sie aber den Käufern die Prämie gewährt haben, stehen einige Autohäuser vor dem aus, wenn unser Staat nicht die Gelder raus gibt. So habe ich es heute im Radio gehört.
Ob das so eine gute Idee mit der Abwrackprämie ist, wage ich zu bezweifeln. Das dicke Ende wird garantiert noch kommen, ist meine Meinung.
Re: Erneuter Absturz der Autoindustrie
Verfasst: Do 2. Jul 2009, 19:01
von oldpitter
Na ja - alle, die in einer Art "Torschlusspanik" wegen der Abwrackprämie ein Auto fast schon vorschnell gekauft haben, werden in den nächsten Jahren keines kaufen. Die fehlen als Kunden in den nächsten Jahren.
Vergleichbar: Das Brot kann man nur einmal essen.....
Alles, was subventioniert wird, ist letztendlich ungesund...
Re: Erneuter Absturz der Autoindustrie
Verfasst: Do 2. Jul 2009, 19:47
von Wollrud
Ich denke das einzige was die Autobauer oder Zulieferer noch retten kann sind andere High Technologien.
Elektrofahrzeuge, Brennzellenantrieb oder Hybridantriebe.
Wer jetzt als erster in diese Richtung handelt, ist bestimmt für die nächsten Jahre Konkorenzfähig.
Dabei brauchen wir keine Dinosaurier mit Hybridantrieb, siehe Mercedes S- Klasse oder Lexus.
Wie wäre es den mit einem Polo mit Batteriebetrieb und 100 Km Reichweite unter 12000 €.
Technich ist das gar kein Problem, aber die Lobi der OPEC ist zu stark.
Die Frage ist auch nicht wer was Entwickelt, sondern zu Verkauf anbietet.
Das Transistorradio und der Videorecorder und auch der Walkmann sind auch in Deutschland entwickelt wurden.
Nur gibt es heute keine Deutschen Produkte mehr zu kaufen.
Mein Fehrnseher ist ein Grundig hergestellt in der Türkei, Firmenasitz in Korea.
gruß Wollrud
Re: Erneuter Absturz der Autoindustrie
Verfasst: Do 2. Jul 2009, 19:50
von mpetrus
Das mit der Abwrackprämie ist nur zum Teil richtig.
1. Welche Kunden haben den ein Auto wegen der Prämie gekauft?
Doch nur die, die sich ein Polo,Corsa usw. im Preissegment bis max. 12000 € gekauft haben.
2. Die grösseren Modelle ab 25000 € (und das sind ja die Modelle wo Geld mit verdient wird) die sind Abwrackprämien neutral.
(Die Kunden hätten so oder so das Auto gekauft)
3. Also ist das doch kein Wunder das die Automarken wie Mercedes, Audi, BMW nicht den Absatz haben wie sie ihn sich wünschen.
VW und Opel haben doch zuwächse zu verzeichnen. Siehe die Zulassungsstatistiken in div. Zeitschriften
Re: Erneuter Absturz der Autoindustrie
Verfasst: Do 2. Jul 2009, 20:15
von BlueSkyFL
Die "Abwrackprämie" hat bisher den Motor der Wirtschaft nicht richtig in Schwung gebracht. Es war eher eine "Fehlzündung". Ich frage mich ernsthaft,
ohne populistisches Gedankengut breit treten zu wollen: Weshalb gelangen Bürger, wie wir es sind, (wahrscheinlich) ohne ein langjähriges Wirtschafts-
studium - dafür mit gesundem Menschenverstand gesegnet - zu dieser Schlussfolgerung, während unsere hochqualifizierten Entscheidungsträger diese
Entwicklung nicht voraussehen konnten?
Wollte man einfach das globale Wirtschaftsproblem mit einer schnell ins Leben gerufenen "Abwrackprämie" unter den Teppich kehren? Den Bürger erstmal
beruhigen und abwarten, wie sich die globale Situation weiter entwickelt?
Sind sich eigentlich diese Experten und Politiker bewusst, dass sie die Verantwortung für Millionen von anderen Menschen tragen? Für ein Volk, für ein ganzes Land? Oder ist ihnen der eigenen Geldbeutel doch näher, als das Wohl der Allgemeinheit?
Das Thema "Opel" spaltet die Nation in zwei Lager. Der Marktanteil von Opel beträgt in Deutschland 8% ( ! ). Nicht einmal jeder zehnte Deutsche
fährt also ein Produkt aus dem Hause Opel. Und dennoch wird dieses Unternehmen mit Millionen von Euro aus der Steuerkasse künstlich am Leben erhalten. Vielleicht wäre es besser, einen Schlussstrich zu ziehen und mit dem bei Opel vorhandenem Know-how neu zu beginnen oder sich auf einen anderen Sektor zu spezialisieren?
Viele Unternehmen sind in den letzten Jahrzehnten ziemlich groß und zu mächtig geworden. Nun haben wir dafür ziemlich große und mächtige Probleme!
Re: Erneuter Absturz der Autoindustrie
Verfasst: Fr 3. Jul 2009, 09:22
von MatthiasG
Nach meiner Meinung ist die Abwrackprämie "Brot und Spiele" der Neuzeit. Es wurde ja schon gesagt was für Autos damit gekauft werden, nur ist nicht gesagt worden von wem.
Es sind die Leute, die sich vorher einen 15 Jahre alten Golf/Corsa/Astra blablub leisten konnten. Das Einkommen reicht gerade so um den Karren am Leben zu halten, jetzt haben sie dieses Auto abgewrackt und einen nigelnagel neuen Polo für 12500, - Euoren vor der Tür, die sind aber finanziert. Da kommt dann demnächst die Rechnung für Vollkasko und das nette Autohaus möchte diesen Wagen gerne mal zu Inspektion haben und genau da fängt dann, nach meiner Meinung, das Problem an. Die Kohle haben diese Leute nicht, eine Inspktion bei einem Polo kostet bei VW runde 500-600 Euro :1sauer In ihrer alten Hinterhofwerkstatt kostet es den alten Golf zu reparieren gerade mal einen 100,- Dann sind da plötzlich auch die Raten, die jeden Monat abgedrückt werden müssen. Ich behaupte jetzt mal stumpf in spätestens zwei Jahren stehen die Halden voll bei den Autohäusern, die Schuldnerberatungen werden anbauen müssen und wir haben die nächste Krise.
Es wird versucht aus einer Kreditkriese mit neuen Krediten raus zu kommen, das kann so nicht funktionieren.
Was lerne ich daraus, ich spiele mal wieder nicht mit und fahre meinen 10 Jahre alten Passat mit 300Tkm weiter, meine Frau ihre Rentnersänfte (12 Jahre alter BMW 520i), denn die sind bezahlt, mein Mechaniker kennt die und kann damit um und fahren tun sie allemal nicht schlechter als die Neuwagen.
Aber wenn ich ganz ehrlich bin, so ein bischen geliebäugelt habe ich schon.
Gruß Matthias
Re: Erneuter Absturz der Autoindustrie
Verfasst: Fr 3. Jul 2009, 12:17
von de leeuw
hatte gestern einem rundfunkinterview gelauscht, betreffs unserer neuverschuldung. da ist die autobranche ja noch gut dran.
aber...
wir zahlen für die suppe, die uns manager eingebrockt haben. und die können rechnen, brauchen die aber nicht, denn wenn es den bach runtergeht kriegen die ne millionenabfindung.
für porsche in den usa -62%. na und, ich wollte noch nie nen porsche. warum werden denn andere marken besser verkauft? weil näher am normalen kunden.
und warum halten autos heute länger? weil sie besser sind. das bedeutet natürlich auch wiederrum, man fährt sie länger.
zb. der twingo meiner frau, über neun jahre alt, ohne nennenswerte probleme bisher, warum sollte ich einen neuen holen? es ist ein zweitauto und es läuft und läuft und läuft.
gehen wir doch mal wirtschaftlich in die achtziger zurück. als damals ein paar ökospinner sagten, unsere werften werden das ende des jahrtausend nicht überleben und die sollten sich umstellen und windräder bauen, hat unsere welt der wirtschaft und politik laut gelacht. und heute? ein paar windräder sind da und die werften sind tot. und wen stört es?
machen wir uns nix vor, wir stehen an einem abgrund und morgen.....
Re: Erneuter Absturz der Autoindustrie
Verfasst: Fr 3. Jul 2009, 15:21
von pilote600
de leeuw hat geschrieben:hatte gestern einem rundfunkinterview gelauscht, betreffs unserer neuverschuldung. da ist die autobranche ja noch gut dran.
aber...
wir zahlen für die suppe, die uns manager eingebrockt haben. und die können rechnen, brauchen die aber nicht, denn wenn es den bach runtergeht kriegen die ne millionenabfindung.
für porsche in den usa -62%. na und, ich wollte noch nie nen porsche. warum werden denn andere marken besser verkauft? weil näher am normalen kunden.
und warum halten autos heute länger? weil sie besser sind. das bedeutet natürlich auch wiederrum, man fährt sie länger.
zb. der twingo meiner frau, über neun jahre alt, ohne nennenswerte probleme bisher, warum sollte ich einen neuen holen? es ist ein zweitauto und es läuft und läuft und läuft.
gehen wir doch mal wirtschaftlich in die achtziger zurück. als damals ein paar ökospinner sagten, unsere werften werden das ende des jahrtausend nicht überleben und die sollten sich umstellen und windräder bauen, hat unsere welt der wirtschaft und politik laut gelacht. und heute? ein paar windräder sind da und die werften sind tot. und wen stört es?
machen wir uns nix vor, wir stehen an einem abgrund und morgen.....
Hallo,
Leider muss ich teilen des obigen posting widersprechen:
Heutige Autos halten nicht so lange wie die alten, das ist auch von der Industrie so gewollt, denategie geändert, die haben bereits vor 25 Jahren endeckt wer so gut wie möglich baut ist teuer und hat keinen Umsätze, also wurde die Strategie geändert.
Heute werden alle Teile eines Fahrzeuges für ca 120000km gebaut, in allen Bereichen lautet daher die Parolle "Wir bauen so gut wie nötig!", damit spart man kosten und durch die kurzen Lebenserwatrung steigt der Umsatz.
Das die Rechnung nicht aufgehen konnte ist wiederum allen klar.
Autos halten noch 6-10 Jahre, d.h. pro jahr 2000 Euro Rückstelung für den Neuwagen
Ständig steigende ohnkosten (vor allem für die unteren Lohnstufen ließen die Firmen immer mehr Automaten einsetzen.... Arbeistosigkeit steigt
Gefertigt wurde und wird immer mehr im Ausland. Woher soll den nun das Geld für den Neuwagen kommen?
Denoch verschloß man jahrelang bei allen Autobauern die Augen vor der Wirklichkeit, statt in Absatzstrategien zu investieren wurde weiter ständig mehr Autos auf Halde produziert, und zwar Monat für Monat mehr.
Pünktlich vor der Wahl ließ man die Bombe platzen und sagte ohen Staatshilfen müssen wir Tausende entlassen..... welcher Politiger sagt den in einem Wahljahr nein??????
Was war einer der ersten Sätze der neuen Opeleigner?????? Wir werden den PKW Ausstoß (die wagen die produziert werden) auf 2 Mio / Jahr erhöhen??? die 1,5 Mio kauft schon keiner, wer soll dann die 2 Mio kaufen???????
Deutschland geht mit großen Schritten in den Kongkurs, und wir sitzen mitten im Boot