Hallo Stromradler,
da geht´s ja munter hin und her - nicht nur auf den Radlwegen sondern auch mit den Rechenkünsten...
Ich rechne das mal ein meinem Beispiel vor, die Ausgangslage:
- Pedelc mit 48 V - Akku und 10,5 Ah -> 504 Wh (das ist die Energie, die maximal im vollen Radlakku "drinsteckt")
- Ladegerät dafür, 230 V (100 V - 240 V) Eingang mit 2 A max., Ausgang 54,6 V, 2 A max.
- Womobatterie 12 V, 100 Ah -> 1.200 Wh
- Wechselrichter (Sinus) 12 V -> 230 V, max. 650 W (das entspricht einem Strom von 2,8 A)
Ergebnis:
- ich kann mit meiner Konfiguration den Akku des Pedelecs aufladen, die 650 W Leistung des Wechselrichters genügen, da das Ladegrät relativ schwach (und damit akkuschonend - vermutlich auch "günstig") ist
- eine vollständige Fahrradakku - Ladung entleert den Womo-Akku rund zur Hälfte (interessant: der kleine, leichte Radl-Akku enthält also rund die Hälfte der Energie einer 25 kg schweren Womobatterie!), Verluste durch Wechselrichter (Wirkungsgrad 80 - 90 %) und die Ladung (Verluste ebenfalls ca. 10 - 20 % geschätzt) berücksichtigt
- das ganze macht nur Sinn, wenn man genug Solarpower zur Verfügung hat, um die Womobatterie wieder auzuladen (oder eine zweite als Reserve, so wie in meinem Womo)
Es funktioniert ganz gut, wenn man ein bisschen mitdenkt. Den Radlakku lädt man so oft wie möglich nach. Vollständig entleert hab ich den noch nie, das würde mein "Sitzfleisch" auch nicht aushalten (70 km bei voller Unterstützungsstufe, 140 km oder mehr bei niedrigster Stufe). Meistens fährt man bei schönem Wetter Rad, es macht Sinn, die Zeiten in denen die Sonne scheint auch zum Laden zu nutzen (vor der Abfahrt für die Spätaufsteher, gleich nach Rückkehr von der Radltour für die Frühstarter) bzw. während der (Womo-) Fahrt aufzuladen. Nicht so klug ist es vielleicht, den Radlakku übernacht zu laden, wenn man nicht weiß, wie das Wetter am nächsten Tag wird und vielleicht gar nicht zum Radlfahren taugt: Man riskiert dann einen leeren Womoakku, braucht bei Regenwetter viel Licht und Strom für diverse Unterhaltungsmedien etc. - und ein Großteil der verfügbaren Energie steckt im Fahrradakku... .
Das alles trifft - wie erwähnt - nur auf meine Konstellation zu und dient als grobe Abschätzung, was möglich ist. Die in den vorhergehenden Beiträgen genannten Rechungen konnten mich nicht so ganz überzeugen, aber natürlich kann man in Details auch über meine Einschätzung (und Erfahrung) diskutieren (z.B. wieviel der Kapazität eines 100 Ah Womo-Akkus nun tatsächlich zur Verfügung steht - das ist aber an dieser Stelle gar nicht so interessant).
Viel Spaß beim Stromradln wünscht
Tourist
P.S.: Landstrom? Was ist das? Braucht man das...
