Hallo,
Hab mir eben das Filmchen angesehen, riecht doch ein wenig nach Auftragswerk...
Ein Miet-WoMo ist natürlich ein größerer Aufwand als das eigene (Einpacken etc.), beim ersten Mal ist man sicher langsamer (Markise ausrollen) oder macht Fehler (kein Satellitenempfang unter Bäumen). Aber würde jemand, der noch nie in ein Hotel gefahren ist, beim ersten Mal nicht auch Fehler machen?
Zum Schluss werden ein wenig Äpfel mit Birnen verglichen, was die Preise betrifft. Welches Hotel bekommt man in der Hauptsaison am Chiemsee um ca. EUR 50.- pro Person? Im Film werden ja für 2 Personen pro Woche EUR 800.- in Rechnung gestellt. Auf der anderen Seite steht jedoch ein durchaus realistischer Hauptsaisonpreis auf dem Campingplatz.
Aber es wurde von Marlies ja noch eine andere Frage gestellt, nämlich:
Mary hat geschrieben:
Habt ihr euch als Womoanfänger auch so oder ähnlich verhalten?
Ich habe in der Erinnerung gekramt.
Unsere erste WoMo-Reise war 1979 zu fünft mit einem Mietwomo in Canada und den USA. Mein Onkel und meine Tante lebten in Vancouver an der Westküste, dort wurde dann auch von Europa aus ein WoMo gemietet. Das Fahrzeug stand bei einem Vermieter auf einer Wiese, nach einer kurzen geschäftlichen Übernahme ohne große Einweisungen drückte er Papa den Autoschlüssen in die Hand und wünschte uns einen schönen Urlaub.
Die ersten Meter über diese Wiese schepperte alles so heftig, dass wir nur irritiert waren. Das Geschirr, das wir gemietet hatten, war bruchsicher und so beruhigten wir uns schnell, als wir merkten, dass uns doch nichts um die Ohren flog.
Vor dem Haus von Onkel und Tante wurde das Fahrzeug reisefertig gemacht und dann ging's los. Toll war's. Was wir nicht wussten, waren die Tankkapazitäten von Frischwasser-, Abwasser und Fäkalientank. Weder der Vermieter noch das Handbuch hatten Auskunft geben können. Der Vermieter hatte nur gemeint, es wäre genug.
Am ersten Abend hatten wir einen CP ohne V+E. Daran mussten wir ja nicht denken, wir hatten ja große Tanks. Am zweiten Tag hatten wir ebenfalls keine V+E, macht ja nichts, wir hatten ja große Tanks. Und wie im Witz kam der dritte Tag, wo wir auf einen schönen CP im Waterton Park wollten, der V+E hatte, aber voll war. Macht ja nichts, wir haben ja große Tanks.
Als Alternative wählten wir einen wunderschönen Platz in einem State Park (oder National Park, so genau weiß ich das nicht mehr) ganz in der Nähe. Zuerst wurde gekocht, dann wurde das Geschirr abgewaschen und da floss das Wasser nicht mehr ab... Die Losung des Abends war nur mehr: WC nicht mehr benutzen, Wasser nicht mehr benutzen. Irgendwo gab es auf dem Platz ein Trockenklo, die Körperpflege musste auf den nächsten Tag, wo wir dann auf dem CP unterkamen, verschoben werden. Sooo groß waren die Tanks also doch nicht.
Dennoch war der Abend sehr schön. Wir machten ein Lagerfeuer und ein Stinktier kam vorbei.
Gegen Ende der Reise trafen wir uns mit Onkel und Tante, die selbst einen Zelttrailer hatten, auf einem CP. Es wurde Abend, im WoMo waren alle Lichter an, Papa ging unter die Dusche und als er seinen Luxusalabasterkörper von Seife befreien wollte und die Wasserpumpe anlief, war es plötzlich im ganzen Fahrzeug stockdunkel. Eine Sicherung war geflogen. Aber Onkelchen hatte einen Werkzeugkasten mit Ersatzsicherungen mit...
So viel zu unseren Ersterfahrungen. Sie wurden in die Schublade "Lustige Erinnerungen" gesteckt, in der man von Zeit zu Zeit gerne kramt.
Beste Grüße,
Uli