Mittwoch, 8. Juli 2015
Die nächsten 5 Tage sieht das Programm kein Programm vor. Es gibt Empfehlungen, es gibt Streckenausarbeitungen, es gibt Plätze, auf denen die Reiseveranstalter anzutreffen sind, es gibt einen Treffpunkt am Sonntag an der Fähre, die uns durch den Breiðafjörður bringen soll.
Erster Halt solle sein für die, die es möchten – am Campingplatz von Holmavik. Wir fahren los – im Dreier-Konvoi. Die Alleinreisenden Isa, Irene und Horst. Es geht durch malerische leere Landschaften, wir sehen Islandpferde, wie sie hintereinander galoppieren, minutenlang, ohne Menschen, das Wetter ist – wie immer morgens bedeckt, am Abend kommt wohl die Sonne noch raus, die Temperaturen oft nur einstellig. Daheim hockt alles im Glutofen der diesjährigen Hitzewelle, die wohl in ein paar Tagen abgeebbt sein wird, vor allem dann, wenn ich sie nötig hätte......
146- Galoppierende Islandpferde.JPG
147- Landschaft unterwegs.JPG
Egal. Bissi mehr Temperatur stünde uns gut zu Gesicht, ich dachte mir schon, dass es kein „Sommerurlaub“ werde würde, aber dass es SOOOOOO kalt ist auf Island, das ahnte ich nicht. Habe aber von Skiunterwäsche bis Daunenmantel alles dabei, was man im Sommer nicht anziehen mag, einem aber den Aufenthalt verbessert. Leiderleider habe ich doch meine Tücher vergessen, aber mein Strickkörbchen mit Wollresten eingepackt und bin schon mittlerweile beim dritten „Schal“ den ich mir aus meinen alten Wollresten stricke, um was zu haben, was ich mir um den Hals wickeln kann und das mich wärmt. Also doch wieder – alles fast richtig gemacht.
Wir folgen der Ringstraße, der 1. Liebend gerne wäre ich die Schotterpiste um die Halbinsel Vatnsnes herumgefahren – auf der 711 – aber ich fahre mit den anderen weiter. Mal paar Tage wir Singles zusammen kann auch so schlecht nicht sein – also auf der 1 geblieben, bis die 68 nach rechts abzweigt und in die Nordseite der Westfjorde führt. Schöne Landschaft, nicht so schönes Wetter, wir fahren und fahren und kommen in Holmavik an. Dort gibt es ein Bad und einen Campingplatz daneben, tolle Sache. Irene ist Haarwasch-bedürftig, ich eigentlich auch, Horst pflegt seine Erkältung, Irene und ich verschwinden im Bad und hocken im Hotpot bei 42° und kurzem Sonnenschein frontal – später kommt noch ein weiteres Paar unserer Reisegruppe hinzu, nett. Die anderen haben auf dem Camping Quartier bezogen, wir Solos möchten das nicht – wir suchen uns ein freies Plätzchen und finden das auch. Dazu weichen wir von der vorgegebenen Route der 61 ab und folgen dem Verlauf der 643 entlang des Steingrimsfjörður.
148- Schotterstrecke.JPG
149- Noch Schotterstrecke.JPG
150- Kirchlein am Fjord.JPG
Ein grandioses Plätzchen tut sich auf, ein Bagger steht zwar rum, stört uns aber nicht allen Ernstes, Horst geht zu zwei jungen Leuten, die am Strand sitzen und fragt, ob sie wüssten, wem dieser Platz gehören würde. Nein – sie wüssten auch nichts, sie seien aus Frankreich, junge Leute, und würden gerne hier zelten. Es ist kalt. Einfach kalt. Die armen beiden jungen Leute, wir bitten sie auf ein Getränk in Irene's Wohnmobil, in dem wir auch schon zusammen gegessen haben, sie kommen gerne, sprechen astreines Englisch, das für Franzosen durchaus aussergewöhnlich ist – und wir haben einen wirklich netten Abend zusammen – und am anderen Morgen ein ebensolches Frühstück.