Weiter ...
Danach verabschiedeten wir uns von der Truppe, um in der nahen Cantina Sociale von Santa Maria La Palma noch einen Dämmerschoppen in Form von ein paar Flaschen "Bombardine" - Cannonau der herrlichen Sorte - zu erstehen. Selbstverständlich gibt es auch in dieser Cantina Sociale eine "Tankstelle" für Rot-, Rose- und Weisswein. Literpreise von 1,30 (Weisswein) über 1,35 (Roséwein) bis 1,50 (Rotwein). Die Einheimischen sind mit mancherlei Behältnissen angerückt, die wir auf unserem Roller aber nicht transportieren könnten. So begnügen wir uns mit ein paar Einzelflaschen und nehmen uns vor, erneut mit den Wohnmobilen vorzusprechen ...
Nach kurzem Aufenthalt am Wohnmobil ging es in den Hafen, wo zwischenzeitlich die HAMPIs aus dem Schweizer Forum eingetroffen und mit Markus Kontakt aufgenommen hatten. Ich kenne die netten Beiden vom letzten Jahr, vom Schweizer Forumstreffen auf dem Urnerboden und so sitzen wir gemütlich in deren neuem Carthago Chic und beschliessen, zusammen zum Essen zu gehen. Wir fahren wiederum hinaus ins "Le Bombarde", das einen würdigen Rahmen für Hampis letzten Abend auf der Insel bildet, denn sie müssen heute abend aufs Schiff nach Genua. Dort tafeln wir gemütlich und unterhalten uns nett und lustig. Kurz vor der Verabschiedung peitscht plötzlich der Regen, die Wind- und Meergeräusche werden lauter.
Ich hole noch schnell einen 5-l-Kanister mit Wasser für den morgendlichen Kaffee und Tee und als ich zum Wohnmobil zurückkomme, spritzt die Gischt bis über das Wohnmobildach hinweg. Mir wird irgendwie himmelangst, war nicht im letzten Winter ein ganzes Stück vom Campingplatz vom Meer weggespült worden?! Hastig packe ich meinen Tisch und Stuhl zusammen, lade die Fahrräder im dunkeln auf, rolle den Teppich auf und verzurre ihn auf dem Radträger, mache die Aussenisolierung der Fensterscheibe weg, die ich nach einem wiederholten schweren Windstoß als zwei Fetzen in der Hand halte und bin patschnass, weil ständig das Meer über mich drüber spritzt. Markus sitzt derweil gemütlich in seiner guten Stube, ich poche wild an seine Tür und geb ihm bekannt, ich würde den Platz hier verlassen. Ja, ich hätte Recht, bei ihm hat der Wind das Stromkabel rausgerissen, wir parken um, ca. 10 m vom Ort des Geschehens weg. Aber auch nicht unter hohe Bäume, das wäre mir jetzt auch gar nicht so geheuer.
Die Wellen branden mit brüllenden Geräuschen die ganze Nacht noch heran, es ist wohl ein 10er Wind. Wir jedoch sind in Sicherheit.
So. Nun kommt die Sonne herauf, es ist hell geworden und wir werden uns gleich auf den Weg in die Schule machen!
Euch allen einen schönen Tag, heute nachmittag fahren wir ab nach Aritzo. Markus hat seinen CP schon bezahlt und soll der Chefin 5 kg Maroni mitbringen ...
Oktober-November 2009 - Sardinien - in Echtzeit!!
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Lira
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Re: Oktober-November 2009 - Sardinien - in Echtzeit!!
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Gitte
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Re: Oktober-November 2009 - Sardinien - in Echtzeit!!
Wow, da hattet ihr ja einen mächtigen Sturm. Ich wünsche euch viel Spass beim Kastanienfest.
Und weiterhin besseres Wetter.
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Anne42
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Re: Oktober-November 2009 - Sardinien - in Echtzeit!!
Hallo Isa, da wäre ich aber auch geflüchtet, noch viel Spaß weiterhin und besseres Wetter.
liebe Grüße Helga
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Lira
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Re: Oktober-November 2009 - Sardinien - in Echtzeit!!
DANKE - Eure Wünsche haben geholfen- sitze jetzt bei 27° im Shirt und leichtem Höschen in Bosa und hab seit über 2 Tagen endlich wieder www ......
Freitag, 23. Oktober 2009
In der Schule hatten wir uns von unseren beiden Mitschülerinnen und Lehrern verabschiedet und sind mit dem Roller heimgefahren. In Windeseile sind die Wohnmobile startklar gemacht, Markus treibt – und bereits um 14.15 Uhr sind wir auf der Strasse, wo wir laut Navis nach Norden Richtung Sassari fahren, um dort die SS131 zu benutzen, die uns nach Nuoro leiten soll.
An dieser Stelle sollte man erwähnen, dass es sich bei der SS131 nicht um eine herkömmliche Schnellstraße handelt, auf der es keine Geschwindigkeitsbegrenzungen gibt, sondern auf der durchwegs 90 km/h, meist aber sogar weniger erlaubt sind und Verstösse gegen die Beschränkung auch gerne geahndet werden. Unter diesem Aspekt prüfe man doppelt, ob sich ein Umweg zeitlich wirklich lohnt …
Wir fahren durch, das Wetter zeigt sich mal regnerisch mit schwarzen grauslichen Wolken, manchmal aber auch sonnig, zB als wir den Lago Omodeo überqueren und von da an endgültig in die Bergwelt fahren.
Durch wunderschönes Gebiet und menschenleere Strassen kommen wir schliesslich in Aritzo an, fahren einmal durch den langgestreckten Ort, um am anderen Ende festzustellen, dass wir hier nicht stehenbleiben können. Also – was tun? Am Ortsanfang wiesen ein paar provisorisch aufgestellte Schilder nach links oben zum Parken – also – nix wie hin. Wir finden zwei übereinander parallel verlaufende Strassen, die untere ist eigentlich ziemlich breit und so parken wir hintereinander ein. Es steht der Entschluss, zu Fuss erstmal noch ein Stück des Weges weiter raufzulaufen, um auszukundschaften, wie es weiter oben aussieht. Die untere Strasse wird weiter oben ziemlich schmal und es gibt für die Wohnmobile wohl kein Durchkommen mehr, so wechseln wir auf die weiter oben liegende, die dann ein steiles Stück weiter oben in eine Auffahrt zu einer geschlossenen Schule mündet.
Wir besichtigen eingehend den Schulhof und sind 15 Minuten und einige Diskussionen mit Einheimischen, die uns versichern, dass das Schultor wohl nicht geschlossen werden würde, später umgezogen auf einen prima ebenen Schulhof mit bester Aussicht. Bitterer Beigeschmack jedoch ist, dass hier einfach kein 3-Netz aufzutreiben und somit kein www-Zugang möglich ist, was uns Internet-Junkies schon schwer ankommt. Wir sitzen noch ein wenig zusammen nach dem Essen und jeder geht einsam in sein Bettchen mit der jeweils favorisierten Literatur. Solche Abende treiben meine Mobiltelefonkosten unweigerlich dramatisch in die Höhe …
Freitag, 23. Oktober 2009
In der Schule hatten wir uns von unseren beiden Mitschülerinnen und Lehrern verabschiedet und sind mit dem Roller heimgefahren. In Windeseile sind die Wohnmobile startklar gemacht, Markus treibt – und bereits um 14.15 Uhr sind wir auf der Strasse, wo wir laut Navis nach Norden Richtung Sassari fahren, um dort die SS131 zu benutzen, die uns nach Nuoro leiten soll.
An dieser Stelle sollte man erwähnen, dass es sich bei der SS131 nicht um eine herkömmliche Schnellstraße handelt, auf der es keine Geschwindigkeitsbegrenzungen gibt, sondern auf der durchwegs 90 km/h, meist aber sogar weniger erlaubt sind und Verstösse gegen die Beschränkung auch gerne geahndet werden. Unter diesem Aspekt prüfe man doppelt, ob sich ein Umweg zeitlich wirklich lohnt …
Wir fahren durch, das Wetter zeigt sich mal regnerisch mit schwarzen grauslichen Wolken, manchmal aber auch sonnig, zB als wir den Lago Omodeo überqueren und von da an endgültig in die Bergwelt fahren.
Durch wunderschönes Gebiet und menschenleere Strassen kommen wir schliesslich in Aritzo an, fahren einmal durch den langgestreckten Ort, um am anderen Ende festzustellen, dass wir hier nicht stehenbleiben können. Also – was tun? Am Ortsanfang wiesen ein paar provisorisch aufgestellte Schilder nach links oben zum Parken – also – nix wie hin. Wir finden zwei übereinander parallel verlaufende Strassen, die untere ist eigentlich ziemlich breit und so parken wir hintereinander ein. Es steht der Entschluss, zu Fuss erstmal noch ein Stück des Weges weiter raufzulaufen, um auszukundschaften, wie es weiter oben aussieht. Die untere Strasse wird weiter oben ziemlich schmal und es gibt für die Wohnmobile wohl kein Durchkommen mehr, so wechseln wir auf die weiter oben liegende, die dann ein steiles Stück weiter oben in eine Auffahrt zu einer geschlossenen Schule mündet.
Wir besichtigen eingehend den Schulhof und sind 15 Minuten und einige Diskussionen mit Einheimischen, die uns versichern, dass das Schultor wohl nicht geschlossen werden würde, später umgezogen auf einen prima ebenen Schulhof mit bester Aussicht. Bitterer Beigeschmack jedoch ist, dass hier einfach kein 3-Netz aufzutreiben und somit kein www-Zugang möglich ist, was uns Internet-Junkies schon schwer ankommt. Wir sitzen noch ein wenig zusammen nach dem Essen und jeder geht einsam in sein Bettchen mit der jeweils favorisierten Literatur. Solche Abende treiben meine Mobiltelefonkosten unweigerlich dramatisch in die Höhe …
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Lira
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Re: Oktober-November 2009 - Sardinien - in Echtzeit!!
Samstag, 24. Oktober 2009
Gegen 10 Uhr schon stürzen wir uns ins Getümmel. Das Fest beginnt erst am späteren Nachmittag, überall sind Aufbauarbeiten im Gange. Das Wetter hat sich auch gebessert und bestens gelaunt marschieren wir durch den Ort, plappern hier und da ein wenig mit Leuten, die uns begegnen, mit Standpersonal, welches mit Stand-Aufbau beschäftigt ist.
Ich möchte mir den im Buch von Peter Höh erwähnten und wärmstens empfohlenen Platz beim Hotel Sa Muvara am anderen Ortsende anschauen und so schlendern wir die gut 2 km durch Aritzo hindurch. Angesichts der Tatsache, dass es hier schon seit ca. 1880 sowas wie Tourismus gibt, verwundert das Vorhandensein gar mehrerer Hotels im Ort nicht. Auch sei dies eine beliebte Sommerfrische, um der südlichen Hitze Cagliaris zu entgehen, lese ich aus meinen Reiseführern.
Wir kommen auch ins Gespräch mit einer Frau, die einen kleinen bemantelten Hund ausführt und freuen uns, ob unserer Möglichkeit, uns gut mit Einheimischen unterhalten zu können. Diese wiederum freuen sich ebenso, hier Ausländer zu treffen. Auf die Frage, mit wem sie denn schon wieder auf der Strasse quasseln würde, antwortete sie fröhlich lachend zum Gegenüber auf der anderen Strassenseite, sie hätte grade grosse Bekanntschaft mit einer Deutschen und einem Schweizer gemacht und sei sehr stolz darauf. Wie schön!! Da sage noch einer, die Sarden seien ein introvertiertes, finsteres und düsteres Volk! Alles erlogen und erstunken!
Die Auffahrt zum in der Reiseliteatur beschriebenen und angepriesenen Hotel ist sehr steil, ob wir hier überhaupt mit dem Wohnmobil heraufkämen, sei dahingestellt. Ich kenne schon einige Plätze auf Sardinien, die Peter Höh gerne anpreist, so ist das nicht der erste Fall, der einfach nur mit dem Wohnmobil in die Rubrik „nicht machbar“ fällt und höchstens Kastenwagenfahrer ansprechen dürfte. Wie ich mich bei Schulz über die Aussagen der Autoren im Sizilien-Band „mit unserem schlanken Pössl meistern wir dies ...“ usw. ärgere, ärgern mich auch solche Aussagen in einem Buch, das schließlich den Titel „Mit dem Wohnmobil...“ trägt. Man sollte doch annehmen, dass man sich mit einem Gefährt, das den Namen „Wohnmobil“ auch verdient, dorthin wagen könnte und nicht auf einen schmalen und kurzen und niedrigeren Kastenwagen zurückgreifen müsse. Nun gut.
Die Trasse zum angespriesenen Platz – der natürlich nur nach Rücksrpache mit dem Hotel eingenommen werden solle und von dem man aus eine herrliche Fernsicht haben solle, erweist sich als unbefestigter Parkplatz nach Durchfahren etlicher eng beieinander stehender Hotelgebäude, an desssen Ende die Müllsortiererei liegt. Nun gut. Haken dran und gut, wir gehen zurück und durchs Dorf, wo mittlerweile viel mehr Leute unterwegs sind.
Am Platz vor der Kirche hat die Stadt drei Grills aufbauen lassen, in denen nach althergebrachter Art Kastanien geröstet werden. Ein Stand ist aufgebaut, an dem ein Mann mit dem Rühren des Teiges der Torrone, einem süssen Gebäck mit Nüssen und Mandeln und Honig, unter grossem Schweissaufkommen beschäftigt ist und ein Fass mit Wein aus der Region samt Beutelchen mit Plastikbecherchen zur gefälligen Bedienung finden wir, was gerne von den Gästen – auch von uns – angenommen wird. Eine noble Geste, die die umstehenden Marktbeschicker ihre gerösteten Kastanien gegen Entgelt natürlich nicht loswerden lässt.
Wir besehen uns die verschiedenen Marktstände, probieren hier und kaufen da etwas, besonders grausam finden wir den Käse mit den Würmern, eine sardische Spezialität, die wir unbedingt kosten sollen. Die alte Sardin beschwört uns den ausgezeichneten Geschmack und letzte Woche hätte sie auch an einem anderen Fest 5 Stück ganzer solcher Käse an Deutsche verkauft, die die mit nach Deutschland genommen hätten, weil sich ihre Freunde um diese Kostbarkeit reissen würden. Wir können gerade noch abwehren, die Spezialität zu kosten. Ich esse an Käse ja wirklich sehr vieles, aber DAS geht auch mir eindeutig zu weit!! Markus ist noch fasziniert von den Launeddus und den kleineren Instrumenten mit den Röhren aus Canna, die aus der Gegend um Sanluri stammen, wie uns der Verkäufer eindrücklich und ausführlichst auf unsere Nachfrage erklärt. Eine Launedda kauft er sich nicht, aber ein kleineres dreiteiliges Blasinstrument, später wird er verzweifelt üben, es auch nur teilweise so zu beherrschen wie der Verkäufer dies tat. Wichtigste Grundlage des ganzen stellt die Atemtechnik dar, es muss gleichzeitig aus- und eingeatmet werden, die Backen, der Rachenraum stellen somit den Blasebalg dar, den beim Dudelsack eben der Sack übernimmt. Ansonsten ist das Prinzip das gleiche.
Nach dieser grossen Wanderung, diesen vielen Endrücken tut doch noch ein Bicchiere di Vino gut, ziemlich vor dem Aufstieg zu unseren Wohnmobilen findet sich noch ein Ristorante samt Bar. Dort kann ich für geschlagene 3 Euro eine Karaffe mit einem halben Liter Rotewein erstehen samt zwei Gläsern, den wir uns dort munden lassen, mitten und hautnah im Geschehen. Wie schön!
Gegen 10 Uhr schon stürzen wir uns ins Getümmel. Das Fest beginnt erst am späteren Nachmittag, überall sind Aufbauarbeiten im Gange. Das Wetter hat sich auch gebessert und bestens gelaunt marschieren wir durch den Ort, plappern hier und da ein wenig mit Leuten, die uns begegnen, mit Standpersonal, welches mit Stand-Aufbau beschäftigt ist.
Ich möchte mir den im Buch von Peter Höh erwähnten und wärmstens empfohlenen Platz beim Hotel Sa Muvara am anderen Ortsende anschauen und so schlendern wir die gut 2 km durch Aritzo hindurch. Angesichts der Tatsache, dass es hier schon seit ca. 1880 sowas wie Tourismus gibt, verwundert das Vorhandensein gar mehrerer Hotels im Ort nicht. Auch sei dies eine beliebte Sommerfrische, um der südlichen Hitze Cagliaris zu entgehen, lese ich aus meinen Reiseführern.
Wir kommen auch ins Gespräch mit einer Frau, die einen kleinen bemantelten Hund ausführt und freuen uns, ob unserer Möglichkeit, uns gut mit Einheimischen unterhalten zu können. Diese wiederum freuen sich ebenso, hier Ausländer zu treffen. Auf die Frage, mit wem sie denn schon wieder auf der Strasse quasseln würde, antwortete sie fröhlich lachend zum Gegenüber auf der anderen Strassenseite, sie hätte grade grosse Bekanntschaft mit einer Deutschen und einem Schweizer gemacht und sei sehr stolz darauf. Wie schön!! Da sage noch einer, die Sarden seien ein introvertiertes, finsteres und düsteres Volk! Alles erlogen und erstunken!
Die Auffahrt zum in der Reiseliteatur beschriebenen und angepriesenen Hotel ist sehr steil, ob wir hier überhaupt mit dem Wohnmobil heraufkämen, sei dahingestellt. Ich kenne schon einige Plätze auf Sardinien, die Peter Höh gerne anpreist, so ist das nicht der erste Fall, der einfach nur mit dem Wohnmobil in die Rubrik „nicht machbar“ fällt und höchstens Kastenwagenfahrer ansprechen dürfte. Wie ich mich bei Schulz über die Aussagen der Autoren im Sizilien-Band „mit unserem schlanken Pössl meistern wir dies ...“ usw. ärgere, ärgern mich auch solche Aussagen in einem Buch, das schließlich den Titel „Mit dem Wohnmobil...“ trägt. Man sollte doch annehmen, dass man sich mit einem Gefährt, das den Namen „Wohnmobil“ auch verdient, dorthin wagen könnte und nicht auf einen schmalen und kurzen und niedrigeren Kastenwagen zurückgreifen müsse. Nun gut.
Die Trasse zum angespriesenen Platz – der natürlich nur nach Rücksrpache mit dem Hotel eingenommen werden solle und von dem man aus eine herrliche Fernsicht haben solle, erweist sich als unbefestigter Parkplatz nach Durchfahren etlicher eng beieinander stehender Hotelgebäude, an desssen Ende die Müllsortiererei liegt. Nun gut. Haken dran und gut, wir gehen zurück und durchs Dorf, wo mittlerweile viel mehr Leute unterwegs sind.
Am Platz vor der Kirche hat die Stadt drei Grills aufbauen lassen, in denen nach althergebrachter Art Kastanien geröstet werden. Ein Stand ist aufgebaut, an dem ein Mann mit dem Rühren des Teiges der Torrone, einem süssen Gebäck mit Nüssen und Mandeln und Honig, unter grossem Schweissaufkommen beschäftigt ist und ein Fass mit Wein aus der Region samt Beutelchen mit Plastikbecherchen zur gefälligen Bedienung finden wir, was gerne von den Gästen – auch von uns – angenommen wird. Eine noble Geste, die die umstehenden Marktbeschicker ihre gerösteten Kastanien gegen Entgelt natürlich nicht loswerden lässt.
Wir besehen uns die verschiedenen Marktstände, probieren hier und kaufen da etwas, besonders grausam finden wir den Käse mit den Würmern, eine sardische Spezialität, die wir unbedingt kosten sollen. Die alte Sardin beschwört uns den ausgezeichneten Geschmack und letzte Woche hätte sie auch an einem anderen Fest 5 Stück ganzer solcher Käse an Deutsche verkauft, die die mit nach Deutschland genommen hätten, weil sich ihre Freunde um diese Kostbarkeit reissen würden. Wir können gerade noch abwehren, die Spezialität zu kosten. Ich esse an Käse ja wirklich sehr vieles, aber DAS geht auch mir eindeutig zu weit!! Markus ist noch fasziniert von den Launeddus und den kleineren Instrumenten mit den Röhren aus Canna, die aus der Gegend um Sanluri stammen, wie uns der Verkäufer eindrücklich und ausführlichst auf unsere Nachfrage erklärt. Eine Launedda kauft er sich nicht, aber ein kleineres dreiteiliges Blasinstrument, später wird er verzweifelt üben, es auch nur teilweise so zu beherrschen wie der Verkäufer dies tat. Wichtigste Grundlage des ganzen stellt die Atemtechnik dar, es muss gleichzeitig aus- und eingeatmet werden, die Backen, der Rachenraum stellen somit den Blasebalg dar, den beim Dudelsack eben der Sack übernimmt. Ansonsten ist das Prinzip das gleiche.
Nach dieser grossen Wanderung, diesen vielen Endrücken tut doch noch ein Bicchiere di Vino gut, ziemlich vor dem Aufstieg zu unseren Wohnmobilen findet sich noch ein Ristorante samt Bar. Dort kann ich für geschlagene 3 Euro eine Karaffe mit einem halben Liter Rotewein erstehen samt zwei Gläsern, den wir uns dort munden lassen, mitten und hautnah im Geschehen. Wie schön!
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Re: Oktober-November 2009 - Sardinien - in Echtzeit!!
Die Bilder zur Sagra delle Castanie in Aritzo
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Re: Oktober-November 2009 - Sardinien - in Echtzeit!!
....Und weiters ...
Man muss aber dazu sagen, dass dieser Käse nicht "so" gegessen wird, sondern angerührt wird mit etwas Wein und dann als Creme auf das Brot gestrichen. Der eine oder andere Wurm, der nicht flüchten kann, wird somit schon den Weg in den Magen des Verzehrers finden!!
Man muss aber dazu sagen, dass dieser Käse nicht "so" gegessen wird, sondern angerührt wird mit etwas Wein und dann als Creme auf das Brot gestrichen. Der eine oder andere Wurm, der nicht flüchten kann, wird somit schon den Weg in den Magen des Verzehrers finden!!
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Re: Oktober-November 2009 - Sardinien - in Echtzeit!!
Mit denNoch ein paar ...
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Re: Oktober-November 2009 - Sardinien - in Echtzeit!!
Und noch ..
jetzt kommen die ganzen nicht freiwillig gestorbenen, nur wenige Tage alt gewordenen, Schweinchen
jetzt kommen die ganzen nicht freiwillig gestorbenen, nur wenige Tage alt gewordenen, Schweinchen
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Re: Oktober-November 2009 - Sardinien - in Echtzeit!!
Na, da hattet ihr ja ein tolles Wochenende, superschöne Bilder, danke.
Viel Spass weiterhin.
Viel Spass weiterhin.