Urban hat geschrieben:warum immer so pessimistisch, hier in unserem Lande funktioniert doch vieles eigentlich ganz gut, auch früher sind von der Politik fehler gemacht worden...aber es gab halt nicht 5 Nachritensender die rund um die Uhr Haarklein alles berichten.
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Du hast Recht, Urban - und ich bin auch nicht pessimistisch, ich bin ein ganz und gar positiv gestimmter Mensch, rege mich nur manchmal spontan über Manches auf

Sonst würde ich sicher nicht jeden Morgen um 6:40 uhr losfahren, 60 Km durch das Sauerland hinter Langholztransporten herdüsen um auch im Winter pünktlich um 8:00 Uhr zur Arbeit zu kommen....und abends wieder zurück......kostet mich mit Abschreibung, Versicherung, Sprit etc. ca. 350-400 Euro von meinem Nettogehalt. (OK- einen Teil krieg ich vom Finanzamt wieder!) Wenn ich das runterrechne und mit dem ALG 1 vergleiche, dann bin ich so blöd, für vielleicht 400 Euro Differenz arbeiten zu gehen und über 10 Stunden am Tag weg von zu Hause zu sein, mich der Gefahr auf der Straße und dem Stress im Beruf auszusetzen....

. Aber 1. macht mir die Arbeit Spaß, die ich mache, 2. bleibt immer noch genug zum Leben übrig und 3. hoffe ich sehr, in etwa 10 Jahren noch eine Rente zu bekommen, die höher ist als die Sozialhilfe
Was Deine sehr positive Einstellung zum Job-finden betrifft, die teile ich nicht uneingeschränkt. Ich war auch mal, vor über 10 Jahren, da war ich 40, einige Zeit arbeitslos, weil mein Arbeitgeber in die Pleite ging. Hat mich mal locker über 18.000 DM gekostet, weil die betriebl. Altersvorsorge futsch ist, Urlaubs- und Weihnachtsgeld gestundet war, Lohn nicht mehr kam etc........
Seither weiß ich, was ich von der Arbeitsagentur halten darf. Hätte ich mich auf die verlassen, wäre ich heute vielleicht auch in Hartz4 und das Haus wäre weg etc....Nein! - Ich denke auch, dass ich heute nicht wirklich von Hartz4 leben müsste, würde ich wieder mal arbeitslos. Ich würde mir auch schnell wieder einen Job suchen oder mich vorübergehend freiberuflich oder selbständig verdingen, das hab ich damals auch gemacht. Aber das läßt sich sicher nicht auf Alle übertragen. Ich habe mehrere Ausbildungen, halte mich für ganz gut qualifiziert in verschiedenen Bereichen (und bin deshalb evtl. für Vermittlung zu teuer!), aber Viele kriegen ja nicht mal die Chance zu EINER soliden Ausbildung, obwohl sie gerne arbeiten wollen. ICH glaube auch nicht, dass die meisten Langzeitarbeitslosen gleichzusetzen sind mit den "Sozialschmarotzern" von denen wir viel zu viele mit durchfüttern. Ich finde es nur sehr bedauerlich, dass es in unserem reichen Land, in dem es uns, wie du ganz richtig schreibst, eigentlich doch ganz gut geht, noch Einrichtungen wie "die Tafel" geben muss (gut, dass es sie trotzdem gibt!!).
Und ganz schlimm finde ich es, dass sogar manche Menschen, die arbeiten gehen, trotzdem auf die Tafel oder das Sozialamt angewiesen sind. So etwas sollte nicht möglich sein - wer arbeiten geht, muss auch davon seinen Lebensunterhalt davon bestreiten können.
Ich glaube einfach mal, dass wir, die hier im Forum lesen und schreiben, (noch) nicht zu dieser Gesellschaftsschicht gehören - schließlich leisten wir uns ein nicht ganz billiges Hobby - und so lange wir es uns noch leisten können, geht es uns auch noch gut. Wirklich schlecht geht es uns erst, wenn wir unsere mobilen Domizile zum Hauptwohnsitz machen müssen.
Aber soweit soll es ja nicht kommen - es geht ja schon wieder aufwärts mit der Wirtschaft.
Jetz muss es nur noch wieder wärmer werden.........
Gruß
Helmut