Re: Und da reißt bei mir die Hutschnur:
Verfasst: Mo 6. Feb 2012, 16:49
Bei den Berufsdemonstraten will ich Dir nicht mal widersprechen, ob es ein Großteil ist, kann ich nicht beurteilen. Für die habe ich auch wenig Verständnis. Das Problem ist, dass die sich gerne mal an "echte" Demonstrationen von "echten" engagierten Bürgern dran hängen. Und dann hat man halt die Schwierigkeit, das zu trennen.
Allerdings die Sache mit dem Atomausstieg ist noch nicht ausgestanden. Da ist Skepsis angebracht. Und dann ist ja da immer noch die Sache mit der Endlagersuche. Dass Gorleben eine rein politische Wahl war und nicht wirklich sachlich begründet, wird heute ja kaum noch bestritten, und so lange sich beispielsweise eine bayerische Staatsregierung hinstellt und sagt ohne weitere Forschung: Bei uns gibt's kein Endlager, basta!, so lange sind Proteste gegen Gorleben gerechtfertigt. Natürlich hat man das Problem, dass man halt erst mal irgend wo hin muss mit dem Dreck. Allerdings könnte das längst klarer sein, wenn sich genau die, die seit Fukushima plötzlich den Ausstieg wollen, nicht über Jahrzehnte geweigert hätten, eine sachlich korrekte und faire Standortsuche auch nur in Erwägung zu ziehen. Übrigens ist der jetzige Atomausstieg fast identisch mit dem von Rot-Grün damals begonnenen, die Laufzeiten decken sich annähernd, nur ist inzwischen halt viel Zeit vergangen, deshalb ist es jetzt kurzfristiger, als es damals war.
Dein Link ist übrigens allem Anschein nach ganz daneben: Der Verein, um den es in dem Artikel geht, ist gemeinnützig, das heißt, er darf keine Gewinne erwirtschaften und die Vereinsmitglieder agieren ehrenamtlich, sprich: ohne Bezahlung. Wie man davon "gut leben" soll, musst Du mir mal erklären. Im Übrigen ging es in dem Fall nicht um Zuschüsse, sondern um einen Preis.
Und der Vorbehalt, dass durch die darin angedeutete Verknüpfung des Preises mit einer speziellen Verpflichtungserklärung fragwürdig ist, ist nicht von der Hand zu weisen. Gegen solche Verpflichtungserklärungen sind viele Leute allergisch, aus gutem Grund. Und dass das gesamte linke Spektrum bei den Konservativen unter dem Generalverdacht der Verfassungsfeindlichkeit steht, hat in Deutschland lange Tradition. Da wurden die Linken (früher war sogar die SPD links genug dafür) immer schon als Verräter und Umstürzler betrachtet. Schon Adenauer hat in der Spiegel-Affaire einen "Abgrund an Landesverrat" vermutet.
Trotzdem fände ich es natürlich auch nicht richtig, wenn sich solche Vereine wie der oben erwähnte bewusst mit tatsächlichen Verfassungsfeinden gemein machen würden. Fragt sich nur, ob genau das nicht ausgerechnet der Verfassungsschutz in viel höherem Maße getan hat, nur am anderen Ende des politischen Spektrums ...
Allerdings die Sache mit dem Atomausstieg ist noch nicht ausgestanden. Da ist Skepsis angebracht. Und dann ist ja da immer noch die Sache mit der Endlagersuche. Dass Gorleben eine rein politische Wahl war und nicht wirklich sachlich begründet, wird heute ja kaum noch bestritten, und so lange sich beispielsweise eine bayerische Staatsregierung hinstellt und sagt ohne weitere Forschung: Bei uns gibt's kein Endlager, basta!, so lange sind Proteste gegen Gorleben gerechtfertigt. Natürlich hat man das Problem, dass man halt erst mal irgend wo hin muss mit dem Dreck. Allerdings könnte das längst klarer sein, wenn sich genau die, die seit Fukushima plötzlich den Ausstieg wollen, nicht über Jahrzehnte geweigert hätten, eine sachlich korrekte und faire Standortsuche auch nur in Erwägung zu ziehen. Übrigens ist der jetzige Atomausstieg fast identisch mit dem von Rot-Grün damals begonnenen, die Laufzeiten decken sich annähernd, nur ist inzwischen halt viel Zeit vergangen, deshalb ist es jetzt kurzfristiger, als es damals war.
Dein Link ist übrigens allem Anschein nach ganz daneben: Der Verein, um den es in dem Artikel geht, ist gemeinnützig, das heißt, er darf keine Gewinne erwirtschaften und die Vereinsmitglieder agieren ehrenamtlich, sprich: ohne Bezahlung. Wie man davon "gut leben" soll, musst Du mir mal erklären. Im Übrigen ging es in dem Fall nicht um Zuschüsse, sondern um einen Preis.
Und der Vorbehalt, dass durch die darin angedeutete Verknüpfung des Preises mit einer speziellen Verpflichtungserklärung fragwürdig ist, ist nicht von der Hand zu weisen. Gegen solche Verpflichtungserklärungen sind viele Leute allergisch, aus gutem Grund. Und dass das gesamte linke Spektrum bei den Konservativen unter dem Generalverdacht der Verfassungsfeindlichkeit steht, hat in Deutschland lange Tradition. Da wurden die Linken (früher war sogar die SPD links genug dafür) immer schon als Verräter und Umstürzler betrachtet. Schon Adenauer hat in der Spiegel-Affaire einen "Abgrund an Landesverrat" vermutet.
Trotzdem fände ich es natürlich auch nicht richtig, wenn sich solche Vereine wie der oben erwähnte bewusst mit tatsächlichen Verfassungsfeinden gemein machen würden. Fragt sich nur, ob genau das nicht ausgerechnet der Verfassungsschutz in viel höherem Maße getan hat, nur am anderen Ende des politischen Spektrums ...