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Re: Geld für Opel?
Verfasst: Do 20. Nov 2008, 12:45
von garibaldi
Achim hat geschrieben:
Hmmm... Warum muss jeder Hersteller einen spritfressenden SUV auf den Markt bringen? Weil er auch ein Stück von dem Kuchen abhaben möchte. Der Markt fordert diese Karren. Wahrscheinlich ist es cooler, damit zum Briefkasten zu fahren.
Hat Opel eigentlich auch einen SUV im Programm?
Da frage ich mich dann aber schon, wie "der Markt" dazu kommt, sowas zu fordern. Wenn die Industrie so einen Schrott gar nicht erst ins Sortiment nimmt, fordert es auch keiner. Es sind doch die Hersteller, die mit ihren gspinnerten Ideen erst Begehrlichkeiten wecken und dann diesen Krempel mit Abermillionen-Werbeetats auf dem Markt pushen. Aber man kann auch Produkte pushen, die intelligent sind, man muss nur wollen! Und man muss natürlich auch kapieren, was notwendig und sinnvoll ist, aber da haben Marketingleute und Produktentwickler offensichtlich so ihre Probleme.
Wenn dann gleichzeitig die gesamte Wirtschaftselite ganz im Stile des Absolutismus agiert, muss man sich nicht wundern, wenn es irgendwann gewaltig kracht. Bekanntlich ist der auf Adel und Kirche basierte Absolutismus in der Französischen Revolution ziemlich unappetitlich untergegangen. Dem Konzerne-basierten internationalen Absolutismus, den wir zur Zeit erleben, wird es nicht besser ergehen. Es sei denn, die Politik kriegt doch noch die Kurve und nimmt diese ganze abgehobene Bande gehörig an die Kandare. In Bezug auf so runtergewirtschaftete Unternehmen wie jetzt Opel müsste das heißen: Verstaatlichen, und zwar ohne dass irgendwer dafür auch nur irgend einen Euro kriegt. Dann den Laden wieder auf Vordermann bringen (die Belegschaften schaffen das bestimmt, wenn man sie lässt) und die Gewinne in Form von Anteilscheinen an die Belegschaft verteilen. So käme das Kapital endlich wieder dahin, wo es hingehört. Und die durchgeknallten "Eliten" sollen gefälligst bleiben, wo der Pfeffer wächst.
Re: Geld für Opel?
Verfasst: Do 20. Nov 2008, 12:51
von garibaldi
Andy hat geschrieben:Cruiser hat geschrieben: Meiner Meinung nach sollte der Staat die Milliarden nehmen um, zusammen mit den freiwerdenden Opelmitarbeitern, ein innovatives Auto zu bauen, klein, wendig, mit Lithiumbatterien, zuhause an der Steckdose aufladbar, mit einer Reichweite von 200-300 Km, abgasfrei. Die Pläne für solche Fahrzeuge liegen längst bei den Autoherstellern in der Schublade.........wenn da nur nicht die Mineralöllobby wäre....................
Ich gebe Dir ja so recht.
Bei den Autobauern und anderen Firmen und Personen liegen noch mehr kreative Ideen rum - Die Ölmultis werden es schon zu verhindern wissen, das diese umgesetzt bzw. erst gar nicht publik gemacht werden.

Elektroautos in diesem Stil gibt es ja eigentlich längst, nur verkaufen wollen die Hersteller sie nicht. Oder es geht wie mit dem Elektro-Porsche, der die Firma Porsche einfach nicht interessiert, obwohl er schon fährt - von einem privaten "Spinner" gebaut. Wieviel % der Autoindustrie gehören eigentlich der Mineralölindustrie und umgekehrt?
Ich will hier mal lieber nicht bezeichnen, was in den Vorstandsetagen der internationalen Wirtschaft so rumsitzt ...
Re: Geld für Opel?
Verfasst: Do 20. Nov 2008, 13:09
von wienix
schon richti, glaub ich auch, aber irgendwie meine ich, dass keiner etwas kauft, was er gar nicht haben will !!! also wer so ein 4 meter langes ding in schwarz mit 180 ps links und 180 rechts kauft, wer sich für jede bewegung im fahrzeug nen elektromotor ordert, ja ich meine dass der das dann so haben will, oder ? er könnte ja auch andernfalls einen wagen mit "bloß" 80 ps kaufen, oder 70, oder 60 (wie ich z.b.) fahren ...
ich hab da ausnahmsweise mal schwein gehabt mit meiner eigenen person

, denn "vorsprung durch technik" oder "freude am fahren" hab ich im pkw nieeeeee empfinden können. pkw-fahren (egal welches ziel) fanden wir immer nur ätzend

... schwein gehabt, preiswertes gefühl

Re: Geld für Opel?
Verfasst: Do 20. Nov 2008, 13:35
von Cruiser
wienix hat geschrieben:schon richti, glaub ich auch, aber irgendwie meine ich, dass keiner etwas kauft, was er gar nicht haben will !!! also wer so ein 4 meter langes ding in schwarz mit 180 ps links und 180 rechts kauft, wer sich für jede bewegung im fahrzeug nen elektromotor ordert, ja ich meine dass der das dann so haben will, oder ? er könnte ja auch andernfalls einen wagen mit "bloß" 80 ps kaufen, oder 70, oder 60 (wie ich z.b.) fahren ...
ich hab da ausnahmsweise mal schwein gehabt mit meiner eigenen person

, denn "vorsprung durch technik" oder "freude am fahren" hab ich im pkw nieeeeee empfinden können. pkw-fahren (egal welches ziel) fanden wir immer nur ätzend

... schwein gehabt, preiswertes gefühl

ich fürchte, es geht hier (bei den Käufern solcher Vehikel) nicht darum, was man wirklich braucht und haben will, sondern eher darum, das die ANDEREN sehen, was ich mir leisten kann. Und so lange solche Leute, solche Autos kaufen, werden auch keine anderen entwickelt. Wo für denn auch?
Re: Geld für Opel?
Verfasst: Do 20. Nov 2008, 13:50
von womonauten
Stichwort SUV
Ich bin beruflich ab und zu in den USA und habe seit 2001 verfolgt, wie die Markenpolitik dort ablief: "bigger is better". Verbrauch ? Kein Problem. Hier in Europa haben die SUV (Nachahmer) wenigstens einen Dieselmotor (schlimm genug), aber in den USA? Nicht in einem PKW (oder SUV). Der SUV Markt ist extrem gut glaufen - und keiner dort hat geglaubt, es würde sich was ändern.
Ab 2004 gab es erste Anzeichen eines Umdenkens. Die Ölpreise zogen schon ein wenig an. Die Autohäuser haben angefangen, große Zugeständnisse (zumeist im Kreditgeschäft) zu machen, um die Fahrzeuge zu verkaufen. Der "Preiskampf" in den USA spitzte sich immer weiter zu, d.h. man musste die Fahrzeuge schon deutlich günstiger anbieten, weil der Markt bzw. Kunde diese nicht mehr so sehr haben wollte. Umdenken in der Modellpolitik bei GM und Ford und Chrysler? Nee, keine Spur - immer weiter so.....
Was gestern die Verantwortlichen der "großen Drei" vor dem amerikanischen Kongress vortragen ist eine absolute Frechheit. Das Versagen des Managements durch die Finanzkrise zu verschleiern wirft ein sehr schlechtes Bild. Die sozialen Errungenschaften der Arbeiter (Krankenversicherung und Rentenzahlungen) werden als "Klotz am Bein" noch hinterhergeworfen. Schlimm und verlogen! Und diese "Entscheidungsträger" werden niemals unter Geldmangel leiden müssen. Sehr ungerecht! Da wird man schnell zum "Robin Hood"!
Was kümmert uns die USA

Nun, im Fall Opel kann man erkennen, dass uns die Situation dort dann hier sehr stark betrifft. Ich wiederhole mich gerne: 8 Jahre Bush haben uns sehr weit zurückgeworfen, ob 4 Jahre Obama das wieder gut machen kann, ist zweifelhaft (aber wenigstens ein Schritt in die richtige Richtung). Ich fürchte, das sich das alles noch sehr zuspitzt, bevor die neue regierung handlungsfähig ist. Ich hoffe sehr ich habe unrecht, aber GM wird vermutlich Insolvenz nach USA Recht vor Weihnachten anmelden (§11, glaube ich) - und dann steht bei OPEL alles auf der Kippe
Wer hätte gedacht, das der Spruch "Anarchie ist Machbar, Herr Nachbar" auf die Finanz- und Wirtschaftswelt zutrifft.....
Nachdenklicher Gruß
David
Re: Geld für Opel?
Verfasst: Do 20. Nov 2008, 14:00
von BossCatOne
Hab eben im Radio einen Bericht über die Manager von GM gehört. Allerdings habe ich nicht alles genau mitbekommen.
Auf jeden Fall sind dort im Kreise der Manager zwei Fragen gestellt wurden.
1. Frage: Wer ist bereit statt mit dem Jet mit dem Linienflugzeug zum Meeting zu erscheinen?
Keiner hat sich gemeldet!
2. Frage: wer ist bereit seinen Jet zu verkaufen und weitere Flüge nur noch mit dem Linienflugzeug zu fliegen?
Auch da hat sich niemand gemeldet!
Die Manager sind nicht bereit mal auf Privilegien zu verzichten und der Kleine Mann muss es wieder austragen.
Re: Geld für Opel?
Verfasst: Do 20. Nov 2008, 14:25
von rittersmann
Ein Sonnengott soll sich in ein popeliges Flugzeug setzen?
In dem gestern verlinkten FAZ Artikel stand:
die Bezüge der Chefs der Autokonzerne seien „ziemlich üppig“. Er verwies darauf, dass Mulally (Ford Chef)im vergangenen Jahr 28 Millionen Dollar erhalten habe.
Einfach nur pervers, oder?
Re: Geld für Opel?
Verfasst: Do 20. Nov 2008, 14:54
von Cruiser
rittersmann hat geschrieben:Ein Sonnengott soll sich in ein popeliges Flugzeug setzen?
In dem gestern verlinkten FAZ Artikel stand:
die Bezüge der Chefs der Autokonzerne seien „ziemlich üppig“. Er verwies darauf, dass Mulally (Ford Chef)im vergangenen Jahr 28 Millionen Dollar erhalten habe.
Einfach nur pervers, oder?
Ich hab ja weiter oben schon geschrieben: Das Geld liegt auf den Konten der Opel- Bosse und Aktionäre, sollen die doch einspringen. Aber nicht nur nur mit ihrer Kohle. Gleichzeitig möchte ich diese Typen, für 10€ die Std. in Nachtschicht, am Fließband sehen, um IHREN Karren aus dem Dreck zu ziehen.
Re: Geld für Opel?
Verfasst: Do 20. Nov 2008, 15:04
von garibaldi
Cruiser hat geschrieben:
ich fürchte, es geht hier (bei den Käufern solcher Vehikel) nicht darum, was man wirklich braucht und haben will, sondern eher darum, das die ANDEREN sehen, was ich mir leisten kann. Und so lange solche Leute, solche Autos kaufen, werden auch keine anderen entwickelt. Wo für denn auch?
Da magst Du einerseits recht haben, andererseits ist doch immer nur das chic, was als chic vermittelt wird. Die Hersteller geben doch Millionen und Abermillionen für Werbung, Product Placement und so weiter aus nur zu dem Zweck, genau das als chic gelten zu lassen, was sie verkaufen wollen. Und das funktioniert ja auch, man sieht es ja. Warum also gibt man die Millionen nicht dafür aus, ein vernünftigtes, zeitgemäßes Fahrzeug chic zu machen? Ich bin sicher, das ginge genauso gut. Wenn es Otto Möchtegern und Adi Prahlhans für chic halten, auf ner Kloschüssel mit 4 Rädern rumzufahren, kaufen sie die auch. Man muss es ihnen nur eintrichtern.
Re: Geld für Opel?
Verfasst: Do 20. Nov 2008, 15:17
von Achim
womonauten hat geschrieben:GM wird vermutlich Insolvenz nach USA Recht vor Weihnachten anmelden (§11, glaube ich) - und dann steht bei OPEL alles auf der Kippe
Dürfen Unternehmen, die
Chapter 11 anmelden, nicht weiter arbeiten?