Die Zeitumstellung ständig macht einen irgendwie ganz kirre, Bordzeit ist eine andere wie Island-Zeit, nämlich Färöer-Zeit und diese ist eine Stunde hinter der Mitteleuropäischen Sommerzeit zurück. Island-Zeit muss dann nochmal eine Stunde zurückgestellt werden. Die Kabinen müssen mindestens 2 Stunden vor Ankunft geräumt werden, um halb zehn (Bordzeit) kommen wir an, was in Island in Wirklichkeit aber erst halb neun ist und in Deutschland halb elf. Heieiei. Ich bin aber schon seit fünf Uhr auf – war das jetzt Bordzeit oder Deutschland-Zeit oder wie oder was …..... naja, es wird sich schon finden, ist ja auch egal, es wird ja sowieso nicht dunkel.
46- Rückwärts auf die Fähre aufgefahren - gleich als Erster runter.jpg
Ich fahre als allererstes Fahrzeug von der Fähre, ein grausames metallisches Geräusch ist zu hören – es ist mal wieder meine so verhasste elektrische Trittstufe, die so tief angebracht ist, dass sie oft aufsitzt bei meinem relativ langen Radstand. Naja. Fahrzeuge nehmen in Island Schaden, hat es geheissen, wird wohl so sein. Ein Zolbeamter nimmt mich in Empfang, gibt mir einen grünen Aufkleber, auf dem das Ankunftsdatum ausgestanzt ist, das muss man ins Fenster hängen. Und fragt beiläufig, ob ich was zu verzollen hätte. Natürlich. Also fahre ich zum Zollhäuschen und verzolle in umständlichem Procedere 10 Liter Wein. Knapp 10000 isländische Kronen kostet der Spass, werden wohl so um die 60€ sein, naja, das kennt man schon von Norwegen. Ich hätte mich nicht getraut, die Frage nach dem zu Verzollenden zu verneinen, hätte man mich in die Halle gewunken und auspacken lassen, hätte ich ein fettes Zollvergehen an der Backe und meinen Wein los - und eine satte Strafe zu bezahlen gehabt. Nicht ärgern, alles gut. Mein Wein wird mir hier besonders gut schmecken. Das ist in diesen Ländern halt so, das weiss man und dafür liebt man sie......
Ein Stück weiter warte ich auf Irene, dann fahren wir zu zweit die Strecke nach Egilsstadir, wo die allermeisten hinfahren, dort treffen wir auf alle anderen Wohnmobile, die auf der Fähre waren.
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Alle kaufen hier erstmal ein. Der eine Geldautomat spinnt total, die wenigsten kriegen da Bares raus, bei mir bildet er sich ein, ich hätte die falsche Pin eingegeben, hab ich aber nicht, bei Irene meint er, der Betrag, den sie abheben möchte, sei ungültig,dabei hatte sie eine der vorgegebenen Betragstasten gedrückt. Und noch ein paar solcher Gegebenheiten mehr können wir beobachten. Macht nichts, hier bezahlt man sowieso jeden Kaugummi mit Kreditkarte, also fahren wir nach einiger Zeit weiter. Erst mal ein Stück zurück und dann ein ganz langes Tal entlang. Wir holen Horst ein, der wohl schon eher losgefahren war, die Fahrt geht auf guter Straße sehr schön voran, bis die erste Piste kommt, die aber, weils geradeaus geht, noch keine großen Herausforderungen an Mensch und Maschine stellt.
49- Endlich Sonne.jpg
Später dann geht’s bergauf, da wird die Piste lehmiger, kurvenreicher, aber es macht Spass, auf der leeren Strecke bergauf zu brettern. Irene tut ihr Fahrzeug leid, mir meins ja nicht so, sie will auch nicht auf einem Wanderparkplatz anhalten, auf dem auch Horst schon Stellung bezogen hat, sondern fährt weiter zum Campingplatz, wo wir sie später wiedertreffen werden, zusammen mit dem Rest der Truppe.
50- Großartige Landschaft.jpg