Re: Keine Helmpflicht (Einschränkung der Freiheit)
Verfasst: Mo 12. Mär 2012, 06:47
Klaus, der Hintergrund Deiner Haltung ist natürlich löblich und keiner spricht Dir ab, dass mehr Sicherheit besser ist, als weniger.
Logisch, dass wenn ich morgen mit dem Rad im Wald verunfalle und mir ohne Helm eine schwere Kopfverletzung zuziehe, ich mir denke "sch.... warum habe ich den blöden Helm nicht aufgehabt". Das steht außer Frage.
Aber weißt Du, wenn ich in einem sinkenden Schiff sitze, würde ich auch denken "Warum bin ich nicht geflogen".
Was ich meine ist: Ich finde einfach, dass man es auch übertreiben kann.
Wir Deutschen (genauso wie mittlerweile die Italiener - leider), sind absolut Regel und Paragraphen süchtig. Im Falle eines Falles geht es den Meisten weniger um das bedauernswerte Ergebnis, als um die Frage wer schuld war und welche Gesetze übertreten wurden.
Im Grunde haben wir soviele Gesetze, Hürden und Kontrollmechanismen über die man stolpert, dass Du wahrscheinlich schon die ersten Ordnungswidrigkeiten begehst, wenn Du das Haus verlässt um etwas Gartenarbeit zu verrichten.
Das Ergebnis dieser Tatsache läßt sich leicht, immer und überall beobachten:
NIEMAND IST MEHR WILLES VERANTWORTUNG, WENIGSTENS FÜR SICH SELBST, ZU ÜBERNEHMEN.
Sobald etwas passiert wird gesagt: "Hätte man ja auch drauf hinweisen können" oder "Wußt ich nicht - da steht gar kein Schild" .... .
Sämtliches Risikobewußtsein wird ausgeschaltet und die Leute verlassen sich ständig darauf, dass immer über all jemand über sie wacht, sich was dabei gedacht hat oder die Verantwortung für ihr Handeln übernimmt.
Bei einem Parkunfall wird heute erstmal drüber nachgedacht, warum der Parkassistent nicht gepiept hat - haben die Leute keine Augen mehr im Kopf??? Nein, nur benutzen sie sie nicht mehr.
Ich denke, bei Umständen, die nur uns selbst betreffen, sollten wir uns auch selber Gedanken darüber machen (dürfen). Das gehört auch zu einem gewissen Lernprozess.Außerdem gibt es einfach auch Situationen die absolut tragisch enden, aber wo man, wenn man es menschlich und logisch betrachtet, als denkender Mensch, nur zu dem Schluß kommen kann, dass es eben absolut blöd gelaufen ist und einer oder alle beide Beteiligten einfach im falschen Moment am falschen Ort waren.
Man kann bspw nicht immer überall so fahren, dass man sich immer sicher sein kann, ein zwischen den Autos hervorschießendes Kind oder Tier nicht zu überfahren. Man kann sich bemühen, aber es wird nicht überall immer reichen.
IMMER dem Autofahrer oder IMMER dem Radfahrer oder oder oder die Schuld via Gesetz zuzuschieben, ist unrealistisch, hilft dem Verletzten nicht und macht dem vielleicht verzweifelten anderen unfallbeteiligten das Leben oftmals ungerechtfertigterweise schwer.
Wir sind nunmal Menschen - Individuen. Wir sind individuell verschieden. Mit unterschiedlichen Neigungen, Vorlieben und auch unterschiedlichem Risikobewußtsein.
Ob das Leben noch lebenswert ist, wenn ALLES in unserem Leben von ein paar Leuten geregelt wird und wir unsere ohnehin verkümmerten Instinkte gänzlich ausschalten, wage ich, zumindest für mich, zu bezweifeln. So ein überregeltes Leben ist nicht lebenswert.
Und jedesmals mit den Belastungen der Allgemeinheit, wegen hoher Aufwendungen der Versicherer oder deren Rückversicherer zu kommen, finde ich langwweilig.
Das ist, wie dieser klägliche Versuch die Spritpreise ausschließlich den Mineralölkonzernen zuzuschieben.
Letztlich geht mit steigendem Regelwerk auch die Zahl der Risikosportarten und Risikofreizeitbeschäftigungen in die Höhe. Warum nur? Und : soll man die auch verbieten - wegen der entstehenden Belastungen für die Gesellschaft?
Wo das mit dem fehlenden Instinkt und Risikobewußtsein hinführt, habe ich in meinem vorhergehenden Posting , in puncto aufgemaltem Fahrradvorfahrstweg, schon beschrieben.
Als ich nicht nur für mich , sondern eben auch für mein Kind verantwortlich war, MUSSTE dieses natürlich IMMEr einen Helm tragen, genauso wie wir viele Dinge gemacht habe und er viele Dinge machen mußten, weil sie zur ANERZIEHUNG eben dieses Risikobewußtseins notwendig waren.
Heute ist er fast volljährig und muß selber seine Erfahrungen machen, mir Glauben schenken oder das selber entscheiden. Ich würde ihn heute nicht mehr dazu verpflichten einen Fahrradhelm zu tragen. Und genauso ist es eben bei anderen auch - wir sind auch volljährig . Wir verpflichten unseren volljährigen Sohn/Tochter nicht mehr einen Helm zu tragen, weil wir meinen, er/sie sie alt genug, aber wir tragen ihn weil wir uns mit 43 Jahren von dritten verpflichten lassen???
Nö - bin dagegen.
Ich möchte jedenfalls nicht mehr erleben müssen, dass alles in meinem Leben geregelt und ich immer, überall bevormundet werde.
Ich trage gerne etwas Risiko mit mir herum.
Und sowas ändert sich auch - im Wald und im Gelände trage ich auf dem MTB mittlerweile einen Helm - beim Snowboarden auch.
Vielleicht trage ich den Helm auch irgendwann mit dem Rad auf der Straße - wenn es mir sinnvoll erscheint oder ich der Meinung bin dass die wahrscheinlichkeit, mein Hirn auf der Straße zu verteilen, für mein Verständnis zu hoch ist - aber es würde mich unsagbar nerven, wenn ich das jetzt tun müßte und dann auch nur deshalb, weil es sich ein paar Politiker, die mit Sicherheit seit ihrer Schulzeit nicht mehr auf dem Rad saßen, halt gerne so hätten.
Die Frage, die andere hier stellten, wie das denn beim Joggen, schwimmen etc dann geregelt werden sollte, muß man sich dann zudem gefallen lassen.
Wenn der Helm Pflicht wird, klemme ich mir ALLE nicht rein sportlichen Fahrten mit dem Fahrrad und fahre mit dem Auto. Mir ist das Helmgefummel, dessen Unterbringung und das ständige durch die Haare gewurschtel, bloß weil ich im Ort 10 Läden aufsuche und in der Folge, 20mal den Helm in die Hand nehmen muß, zu nervig - dann ziehe ich lieber gleich den Motorradhelem auf und ab oder fahre , wie schon gesagt, lieber mit dem Auto.
irgendwann muß man es einfach mal gut sein lassen und das fängt meiner Meinung nach da an, wo jeder nur seine Gesundheit aufs Spiel setzt.
Mir geht es nicht nur um den Helm an sich. Für mich hat das, in diesem Zusammenhang angeführte "Freiheitsargument" weniger was mit der Belüftung der Birne, als mit dem Freiheitsgfeühl nicht überreglementiert zu werden zu tun.
Logisch, dass wenn ich morgen mit dem Rad im Wald verunfalle und mir ohne Helm eine schwere Kopfverletzung zuziehe, ich mir denke "sch.... warum habe ich den blöden Helm nicht aufgehabt". Das steht außer Frage.
Aber weißt Du, wenn ich in einem sinkenden Schiff sitze, würde ich auch denken "Warum bin ich nicht geflogen".
Was ich meine ist: Ich finde einfach, dass man es auch übertreiben kann.
Wir Deutschen (genauso wie mittlerweile die Italiener - leider), sind absolut Regel und Paragraphen süchtig. Im Falle eines Falles geht es den Meisten weniger um das bedauernswerte Ergebnis, als um die Frage wer schuld war und welche Gesetze übertreten wurden.
Im Grunde haben wir soviele Gesetze, Hürden und Kontrollmechanismen über die man stolpert, dass Du wahrscheinlich schon die ersten Ordnungswidrigkeiten begehst, wenn Du das Haus verlässt um etwas Gartenarbeit zu verrichten.
Das Ergebnis dieser Tatsache läßt sich leicht, immer und überall beobachten:
NIEMAND IST MEHR WILLES VERANTWORTUNG, WENIGSTENS FÜR SICH SELBST, ZU ÜBERNEHMEN.
Sobald etwas passiert wird gesagt: "Hätte man ja auch drauf hinweisen können" oder "Wußt ich nicht - da steht gar kein Schild" .... .
Sämtliches Risikobewußtsein wird ausgeschaltet und die Leute verlassen sich ständig darauf, dass immer über all jemand über sie wacht, sich was dabei gedacht hat oder die Verantwortung für ihr Handeln übernimmt.
Bei einem Parkunfall wird heute erstmal drüber nachgedacht, warum der Parkassistent nicht gepiept hat - haben die Leute keine Augen mehr im Kopf??? Nein, nur benutzen sie sie nicht mehr.
Ich denke, bei Umständen, die nur uns selbst betreffen, sollten wir uns auch selber Gedanken darüber machen (dürfen). Das gehört auch zu einem gewissen Lernprozess.Außerdem gibt es einfach auch Situationen die absolut tragisch enden, aber wo man, wenn man es menschlich und logisch betrachtet, als denkender Mensch, nur zu dem Schluß kommen kann, dass es eben absolut blöd gelaufen ist und einer oder alle beide Beteiligten einfach im falschen Moment am falschen Ort waren.
Man kann bspw nicht immer überall so fahren, dass man sich immer sicher sein kann, ein zwischen den Autos hervorschießendes Kind oder Tier nicht zu überfahren. Man kann sich bemühen, aber es wird nicht überall immer reichen.
IMMER dem Autofahrer oder IMMER dem Radfahrer oder oder oder die Schuld via Gesetz zuzuschieben, ist unrealistisch, hilft dem Verletzten nicht und macht dem vielleicht verzweifelten anderen unfallbeteiligten das Leben oftmals ungerechtfertigterweise schwer.
Wir sind nunmal Menschen - Individuen. Wir sind individuell verschieden. Mit unterschiedlichen Neigungen, Vorlieben und auch unterschiedlichem Risikobewußtsein.
Ob das Leben noch lebenswert ist, wenn ALLES in unserem Leben von ein paar Leuten geregelt wird und wir unsere ohnehin verkümmerten Instinkte gänzlich ausschalten, wage ich, zumindest für mich, zu bezweifeln. So ein überregeltes Leben ist nicht lebenswert.
Und jedesmals mit den Belastungen der Allgemeinheit, wegen hoher Aufwendungen der Versicherer oder deren Rückversicherer zu kommen, finde ich langwweilig.
Das ist, wie dieser klägliche Versuch die Spritpreise ausschließlich den Mineralölkonzernen zuzuschieben.
Letztlich geht mit steigendem Regelwerk auch die Zahl der Risikosportarten und Risikofreizeitbeschäftigungen in die Höhe. Warum nur? Und : soll man die auch verbieten - wegen der entstehenden Belastungen für die Gesellschaft?
Wo das mit dem fehlenden Instinkt und Risikobewußtsein hinführt, habe ich in meinem vorhergehenden Posting , in puncto aufgemaltem Fahrradvorfahrstweg, schon beschrieben.
Als ich nicht nur für mich , sondern eben auch für mein Kind verantwortlich war, MUSSTE dieses natürlich IMMEr einen Helm tragen, genauso wie wir viele Dinge gemacht habe und er viele Dinge machen mußten, weil sie zur ANERZIEHUNG eben dieses Risikobewußtseins notwendig waren.
Heute ist er fast volljährig und muß selber seine Erfahrungen machen, mir Glauben schenken oder das selber entscheiden. Ich würde ihn heute nicht mehr dazu verpflichten einen Fahrradhelm zu tragen. Und genauso ist es eben bei anderen auch - wir sind auch volljährig . Wir verpflichten unseren volljährigen Sohn/Tochter nicht mehr einen Helm zu tragen, weil wir meinen, er/sie sie alt genug, aber wir tragen ihn weil wir uns mit 43 Jahren von dritten verpflichten lassen???
Nö - bin dagegen.
Ich möchte jedenfalls nicht mehr erleben müssen, dass alles in meinem Leben geregelt und ich immer, überall bevormundet werde.
Ich trage gerne etwas Risiko mit mir herum.
Und sowas ändert sich auch - im Wald und im Gelände trage ich auf dem MTB mittlerweile einen Helm - beim Snowboarden auch.
Vielleicht trage ich den Helm auch irgendwann mit dem Rad auf der Straße - wenn es mir sinnvoll erscheint oder ich der Meinung bin dass die wahrscheinlichkeit, mein Hirn auf der Straße zu verteilen, für mein Verständnis zu hoch ist - aber es würde mich unsagbar nerven, wenn ich das jetzt tun müßte und dann auch nur deshalb, weil es sich ein paar Politiker, die mit Sicherheit seit ihrer Schulzeit nicht mehr auf dem Rad saßen, halt gerne so hätten.
Die Frage, die andere hier stellten, wie das denn beim Joggen, schwimmen etc dann geregelt werden sollte, muß man sich dann zudem gefallen lassen.
Wenn der Helm Pflicht wird, klemme ich mir ALLE nicht rein sportlichen Fahrten mit dem Fahrrad und fahre mit dem Auto. Mir ist das Helmgefummel, dessen Unterbringung und das ständige durch die Haare gewurschtel, bloß weil ich im Ort 10 Läden aufsuche und in der Folge, 20mal den Helm in die Hand nehmen muß, zu nervig - dann ziehe ich lieber gleich den Motorradhelem auf und ab oder fahre , wie schon gesagt, lieber mit dem Auto.
irgendwann muß man es einfach mal gut sein lassen und das fängt meiner Meinung nach da an, wo jeder nur seine Gesundheit aufs Spiel setzt.
Mir geht es nicht nur um den Helm an sich. Für mich hat das, in diesem Zusammenhang angeführte "Freiheitsargument" weniger was mit der Belüftung der Birne, als mit dem Freiheitsgfeühl nicht überreglementiert zu werden zu tun.