Sonntag, 18. Oktober 2009
Regen prasselt auf das Dach. Beim gemeinsamen Frühstück beschliessen wir, die Bergtour sein zu lassen und wieder runter zu fahren. Wir machen noch die Tanks leer (Wasser ist ja leider abgestellt) und kurven hinunter. Dazwischen kommt die Sonne raus und lässt das Land leuchten. Nach ein paar Bildern, die ich quasi wieder „mit der linken Hand“ aus dem Autofenster raus geschossen hatte, ist Schluß. Der Fotoakku hat sich verabschiedet. Wie schade!
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So schön stellt sich meine Lieblingsinsel wieder dar! Im September sahen wir hauptsächlich verbranntes Land, gelbe Hügel – und jetzt – nach 4 Wochen Regen und schlechtem Wetter der Erfolg und das Zeichen, wie gut dieses Wetter der Natur getan hat. Kein Wunder, heuer hatte man im Sommer drei Monate keinen Regen gesehen, erst um den 20.9. haben erste, dann aber teils sehr schwere Regenfälle eingesetzt. Ich hatte am 22.9. die Insel verlassen und am 24.9. gingen bei Budoni und San Teodoro an der Ostküste schlimme Unwetter nieder, die sogar Brücken weggerissen hatten und es gab 3 Tote.
Wir folgen den Navis und durchfahren Tempio Pausania auf für Wohnmobile abenteuerlicher Fährte, doch alles geht gut, wir sitzen nirgendwo auf und schrammen nirgendwo an. Wieder zeigt sich, dass gesuinder Menschenverstand eigentlich die bessere Wahl als elektronisches Gerümpel wäre, die Strecke, die wir normalerweise ohne Navi genommen hätten, wäre wohl 50 m weiter, aber ungleich entspannter gewesen …
Hinter Markus fahre ich her in Richtung Westen durch teilweise blühendes Land, bei der Kirche Saccargia Trinita halten wir an, Markus möchte sie sich ansehen, wenn er schon so dicht dran vorbeifährt. Ich war erst im September drin, macht aber nichts, ich geb ihm noch ein paar erschöpfende Erklärungen über diese romanische Kirche mit den sehr gut erhaltenen Fresken aus dem 12. Jahrhundert, die ziemlich die einzigen dieses Alters auf der gesamten Insel darstellen.
Meine Batterieanzeige tat wieder „Alarm“ kund und so machen wir noch schnell den Batteriekasten auf. Markus untersucht die Sicherungen, kann aber keinen Fehler entdecken und steckt sie wieder rein. Alles wieder zugemacht und Achselzucken. Was kann es denn sein, dass mein Ladegerät nicht richtig arbeitet? Doch das gesamte Gerät im Eimer? Ich drück nochmal auf die Anzeige – siehe da – 12,5!! Super – es war scheinbar nur, dass sich eine Sicherung ein wenig gelöst hatte und somit einen Wackler produzierte. Kleine Ursache und grosse Wirkung, wie so oft im Leben.
Weiter geht die Fahrt durch das Gebiet der Tafelberge an Sassari vorbei und nach Alghero. Eine Runde durch den Campingplatz und schon stehen wir aufgereiht direkt am patschenden Meer von türkiser Farbe am Strand, der nun durch grosse Steine befestigt ist. Ihn hatte es im letzten Winter ein ganzes Stück weggespült, nachdem sogar ein Tornado über das Gebiet gegangen war. Überhaupt war der vergangene Winter auf der gesamten Insel der schlechteste seit Menschengedenken und hatte ziemliche Schäden angerichtet.
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Uns jedenfalls lacht die Sonne an und ratzifatzi sind Tisch und Stühle aufgebaut, ein Bier eingeschenkt, Kartoffeln gekocht und ein kleines Mittagessen gegen 13 Uhr aufgefahren. Immer wieder ziehen zwar teils auch dunkle Wolken durch, die aber nichts anstellen. So steht einem faulen Sonntagnachmittag mit Meeresrauschen nichts im Wege.
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Morgen wird es ernst, wir werden den Platz um 8 Uhr mit den Fahrrädern verlassen um in die ca. 3 km entfernte Sprachenschule zu radeln ...
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