Die Kiste war schon ab Werk an allen Ecken und Kanten undicht. Woher ich das weiß, obwohl ich das Auto gebraucht gekauft habe? Unter der serienmäßigen Dachreling fehlte auf beiden Seiten 20 cm Dichtmasse, so dass jahrelang das gesamte Wasser vom Dach unter der Reling hindurch in die Seitenwände gelaufen ist. Am Übergang vom Dach zur hinteren Seitenwand das gleiche Spiel, ebenso vorn beim Übergang zur Frontmaske. Das führte dazu, dass sich im Laufe der Zeit sämtliche Latten in Dach und Wänden vollständig in Torf verwandelt hatten. Der gesamte Aufbau war dadurch so labil geworden, dass ich keine andere Wahl hatte, als innen alle Möbel, Schränke und Wände zu entfernen und die Kiste bis auf die Außenhaut nackig zu machen. Danach habe ich alle Hölzer ersetzt und das Ganze mit neuem Pappelsperrholz verkleidet und mit Glasfasertapete verziert.
Das Schloss der Fahrertür löste sich irgendwann in seine Einzelteile auf, was dazu führte, dass die Tür bei Tempo 90 auf der Autobahn plötzlich aufsprang. Mit einem Gurt "gesichert" ging die Fahrt dann weiter.
Später, auf der Messe in Düsseldorf, fragte ich am Stand von Arca nach einem neuen Schloss. Antwort des Verkäufers: "Ich bin seit 8 Jahren dabei, aber ihr Fahrzeug kenne ich nicht mal. Die Firma hat inzwischen mehrmals den Besitzer gewechselt, am besten fragen sie mal direkt im Werk nach". Hab ich natürlich getan, Antwort: "Für ihr Fahrzeug haben wir leider keinerlei Ersatzteile mehr. Mit freundlichen Grüßen..." Also habe ich die Tür dauerhaft stillgelegt, sprich: Mit einem Gurt von innen an der B-Säule verankert.
Diese Tür hatte sich nach einigen Jahren so verzogen, dass sie in der Mitte am Türrahmen anlag und man oben und unten jeweils die Hand durchstecken konnte. An eine Fahrt im Regen war so nicht zu denken, weil das Wasser überall eindrang. Wegen einer neuen Tür habe ich bei Arca gar nicht erst nachgefragt, siehe oben. Nach Rücksprache mit dem örtlichen TÜV habe ich die Tür dann rundrum, innen wie außen, mit Sikaflex mit der Karosserie verklebt. Da es das Modell als Neufahrzeug auch ohne Fahrertür gab, war das für den TÜV kein großes Problem.
Der gesamte Aufbau war so "passgenau" gefertigt, dass man vom Fußraum in den Motorraum sehen konnte. Auch hier half eine Tube Sikaflex, diesmal in Verbindung mit einem Aluminiumblech.
Die Elektronik (einen Elektroblock wie die heutigen Modelle hatte unserer noch nicht) hat ständig rumgesponnen. Mal gingen hier ein paar Lichter an, mal sprang dort plötzlich eine Anzeige von "Max" auf "Min", in Sachen Elektrik war bei uns immer was los. Dank eines mitgelieferten Schaltplans konnte ich aber die meisten Fehler selbst beheben. Die Platine als Ersatzteil besorgen? Guter Witz!
Das Fahrzeug war so schlecht isoliert, dass bei Minustemperaturen nicht nur der Rahmen der Aufbautür innen (!) einen Eispanzer hatte, sondern auch (trotz Heizung und Gebläse auf Vollgas) das gesamte Fahrerhaus einem Iglu glich. Daran änderte auch die Iso-Außenmatte nichts, unter 5 Grad minus war jedes Zelt gemütlicher als unser Arca. Das Teil bestand praktisch ausschließlich aus Kältebrücken.
Unnötig zu erwähnen, dass die Abwassertanks unisoliert unter dem Auto angebracht waren und sich die Ablass-Schieber im Winter nur unter Zuhilfenahme eines Heißluftgeläses öffnen ließen.
Mein damaliges Fazit: Nie wieder einen Arca! Ich hab 3 Kreuze gemacht, als ich das Ding wieder los war.
Wie gesagt, unserer war schon recht alt. Das wird bei den neuen Arcas wohl nicht ganz so schlimm sein, auch die Italiener sind ja lernfähig. Aber schon wegen der nicht gesicherten Ersatzteilversorgung bei den Exoten (zu denen Arca sicher zählt, wie du schon selbst sagst), würde ich mir den Kauf eines solchen Mobils sehr gut überlegen.Statistik: Verfasst von pamakihu — Do 28. Nov 2013, 00:30
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