[Mit dem Wohnmobil] Ostern 2015 - Von Graz zum Lago di Bolsena (Reisebericht)

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Ulrike M.
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[Mit dem Wohnmobil] Ostern 2015 - Von Graz zum Lago di Bolsena (Reisebericht)

Beitrag von Ulrike M. » Mo 6. Apr 2020, 20:31

Ostern 2015 – Piemont oder was?

Soll man überhaupt einen Reisebericht schreiben, wenn man gar nie dort angekommen ist, was geplant war? Ich will es versuchen.

Am Freitag vor dem Palmsonntag geht es los. Mir ist es gelungen, Unterrichtsstunden zu verschieben, wodurch wir schon am frühen Mittag aufbrechen können. Auf der Autobahn geht es nach Kärnten, der Schnee liegt teilweise neben der Fahrbahn,der Mittagsstopp bei Rosenberger in Völkermarkt ist ein wenig enttäuschend (Auswahl recht klein geworden, Preise unverändert hoch). Kurz vor der Grenze verlassen wir die Autobahn, um dann in Italien durch das Kanaltal auf der kaum befahrenen Staatsstraße unterwegs zu sein. Die Autobahn führt hier hauptsächlich „unter Tag“, von der großartigen Gebirgslandschaft ist nichts zu sehen, da fahren wir viel lieber auf der Staatsstraße bis Gemona, von da geht es dann über San Daniele und Spilimbergo nach Valvasone zum Stellplatz. Groß ist die Freude, dass „unser Platz“, der ganz außen, wo man aus der Dinette freie Sicht hat, frei ist.

Kaum stehen wir, werden wir von einem Wohnmobilisten begrüßt. Es ist Herbert aus einem anderen Forum! So klein ist die Welt! Nach ein paar Worten packen Roland und ich unsere Kameras, um endlich einmal das kleine Städtchen zu begutachten. Bisher passte dafür immer etwas nicht: Einmal war es schon dunkel, einmal waren wir todmüde, einmal regnete es in Strömen. Doch heute ist es perfekt, der Regen der vergangenen Tage ist Geschichte, die milde Spätnachmittagssonne lacht vom Himmel.

Hier ein paar Eindrücke von diesem friulanischen Städtchen:

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Stellplatz:
I-33098 Valvasone (Via Pasolini N 45°59'52" E 12°52'9", 8 Plätze, ganzjährig, V+E, Strom, alles gratis)

Nach einem entspannten Abend im WoMo und einer ruhigen Nacht erwache ich, ohne die nahen Kirchenglocken gehört zu haben. Und da ist auch schon mein Wunsch in Erfüllung gegangen, den ich für diesen Tag, meinen Geburtstag, hatte: Ich hatte mir gewünscht am Geburtstag im WoMo irgendwo auf einem Stellplatz munter zu werden.
Nach einem geruhsamen Frühstück starten wir, nicht ohne vorher die piekfeine Ver- und Entsorgungsstation benutzt zu haben. Dann fahren wir auf der Staatsstraße Richtung Pordenone weiter, entdecken am Straßenmarkt einen Supermarkt und decken uns mit den in Italien zum Überleben wichtigen Dingen ein: Grissini, Martini, Wein…
Wer in diesem Gebiet auf der Staatsstraße fährt, muss Zeit haben und eine verbaute Landschaft mögen. Man fährt fast ausschließlich durch städtisches Gebiet oder Gewerbegebiete, durchfährt einen Kreisverkehr nach dem anderen oder wartet an Ampeln. Endlich wird die Landschaft freier, wir erreichen die Piave und finden dort auch gleich ein schönes Plätzchen für die Mittagsrast.
Eigentlich wollten wir ja heute bis Mantua fahren, doch Venedig ist so nahe, was wäre mit dem Campingplatz in Fusina bei Mestre? Dort könnten wir die vorbeiziehenden Ozeanriesen bestaunen und hinüberschauen nach Venedig? Gesagt – getan! Das Navi bekommt die Daten gefüttert und wir zotteln weiter abseits der Autobahn nach Fusina.

Campingplatz:
Camping Fusina (http://www.camping-fusina.com/de/camping.aspx)

Unser Stellplatz ist direkt am Wasser, wir genießen Nachmittag und Abend in der lauen Sonne:

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Der Palmsonntag ist gekommen, wir ziehen nach den obligaten Morgenverrichtungen weiter. Heute wollen wir aber wirklich nach Mantua. Das erreichen wir auf der Staatsstraße bei prächtigem Wetter und herrlicher Fernsicht.

Ziel ist der Stellplatz Sparafucile in Mantua:
I-46100 Manova (Via Legnago, N 45°10‘02“ E 10°47‘51“, V+E, Strom, Dusche, WC, EUR 15.-)

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Nach einer kurzen Stärkung bummeln Roland und ich über die Brücke hinüber in die Stadt:

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Müde kommen wir zurück. Es ist sehr warm geworden, der Himmel ist bedeckt – ob sich da ein Gewitter zusammenbraut?

Die Nacht ist ruhig, wir stehen ganz hinten und hören von der nahen Straße fast nichts. Morgens scheint wieder die Sonne vom blitzblanken Himmel. Und wenn es ganz leise ist, höre ich das Meer rufen: „Komm, komm!“ Hm, Piemont liegt aber nicht am Meer. Was tun? Sollen wir dem Ruf des Meeres folgen oder bei unseren Plänen bleiben? Das Meer siegt.

Zuerst muss im nahen Einkaufszentrum noch gebunkert werden. Ich kann nicht widerstehen und schaffe (endlich) eine italienische Espressomaschine an, eine, die man einfach auf den Herd stellt, eine, für die man keinen Strom und keine Kapseln braucht. Dann fahren wir auf der Staatsstraße nach Süden und bei Modena auf die Autobahn. Den Apennin überqueren wir auf der Autobahn, es ist recht angenehm, einmal ohne Kreisverkehre unterwegs sein zu können, auch die Straßenqualität ist unvergleichlich besser. Bis La Spezia wollen wir, in Portovenere soll es einen schönen Stellplatz geben.
Bis La Spezia kommen wir gut vorwärts, in der Stadt ist der übliche „Italienwahnsinn“, der irgendwie sogar Spaß macht, dann geht es auf einer schmalen Straße hinaus nach an die Landzunge, an deren Ende Portovenere sitzt. Wunderbare Ausblicke auf die Bucht entlohnen die Kurverei, winzige Parkplätze an Häusern lassen staunen, mit welchem Geschick da selbst die kleinsten PKW hineinmanövriert werden müssen. Und dann erreichen wir den Stellplatz, der etwa 1 km vor der Stadt liegt und er enttäuscht uns ein wenig. Nirgendwo hat man Aussicht auf das Meer, da hohe Büsche jedweden Durchblick verwehren. Um hier zu bleiben, ist es noch zu früh. Was tun? Wir beschließen weiterzufahren auf den CP in Pisa, dort gibt es wenigstens eine gute Pizza.

Campingplatz: Camping Torre pendente (http://www.campingtorrependente.it/de/)

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Am nächsten Morgen geht es zuerst einmal hinaus nach Marina di Pisa, von dort dann das Meer entlang bis Livorno und dann weiter nach Süden.
Der Himmel ist wieder blitzblau, relativ hohe Wellen brechen sich am Ufer und produzieren eine so feine Gischt, dass das zeitweilig wie Nebel aussieht. Welch toller Anblick!

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Irgendwo treibt es uns dann auf die Schnellstraße. Wir beschließen auf den uns bekannten Stellplatz bei Piombino zu fahren und hier ein wenig zu bleiben – doch leider ist dort noch alles fest verschlossen. Schade! Was tun? Na, dann fahren wir einmal in Richtung Lago di Bolsena, in Saturnia bleiben wir dann auf einem der Stellplätze. Unterwegs genießen wir die tolle Fernsicht über den Hügeln der Toscana. Und auch der Stellplatz bei Saturnia liegt eingebettet in diese liebliche Hügellandschaft und bietet schöne Ausblicke:

Stellplatz:
I-58020 Saturnia (L’Alveare del Pinzi , N 42°39‘21“ E 11°30‘13“, viele Plätze, nur teilweise gerade, Shuttlebus zur Therme, ganzjährig, V+E, Strom, Duschen, WC)

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Am nächsten Morgen strahlt wieder die Sonne vom Himmel, unser Ziel ist der Lago di Bolsena, hier wollen wir zwei Nächte bleiben. Auf dem Weg dahin bleibt uns erst einmal die Spucke weg, als wir plötzlich diesen tollen Ausblick haben:

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Es handelt sich hier um die auf und in Tuff gebaute Stadt Pitigliano.

Gegen Mittag erreichen wir Bolsena, hier wird einmal ordentlich eingekauft, dann wollen wir zum Stellplatz Guadetta, doch hier scheint Siesta zu sein, das Tor ist fest verschlossen, obwohl drinnen einige WoMos stehen. Na, dann wollen wir einmal weitersehen, vielleicht hat eine andere Mutter auch ein schönes Kind. Und wirklich: Gleich der nächste Platz, ein Agroturismo, erweist sich als kleiner Glücksgriff für unsere Zwecke, denn wir wollen bis zum übernächsten Tag einfach nur Ruhe haben und genießen – und das gelingt hie perfekt. Der Platz ist noch kaum belegt, liegt völlig im Grünen, zum 100 m entfernten Meer, der durch die Bäume glitzert, kommt man über eine platzeigene Wiese, die von Wassergerinnen umsäumt ist, in denen sich Frösche tummeln.

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Stellplatz:
I-01023 Bolsena (Campeggio Argriturismo Le Calle, N 42°37‘44“ E 11°59‘52“, 15 Plätze, V+E, Strom, WC, Dusche)

Am Karfreitag brechen wir auf. Zuerst wollen wir nochmals beim nahen coop das einkaufen, was wir wohl bis zu unserer Heimkehr benötigen könnten, dann lassen wir uns vom Navi durch Bolsena Richtung Orvieto führen und genießen nochmals die schönen Ausblicke auf den See. Hierher wll ich wieder kommen!
Auch Orvieto lässt sich auf dieser Strecke trefflich fotografieren, besichtigen wollen wir das Städtchen ein andermal.

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Dann geht es weiter durch die umbrischen Berge Richtung Nordosten, der Apennin zeigt sich von seiner schönsten Seite, ob das in der Ferne der Gran Sasso ist? Bei Gubbio geht es dann auf die „andere Seite“ Richtung Adria, wir bleiben aber zuvor am Furlo-Pass in Acqualagna auf dem Stellplatz Le Querce. Am Eingang drückt uns der Stellplatzchef einen Prospekt der Region in deutscher Sprache in die Hand: Der Pass war in der Geschichte oftmals heiß umkämpft, das Kirchlein, an dem wir gerade vorbeigefahren sind, scheint ein Kleinod zu sein und daneben gibt es Ausgrabungen einer Straße aus alter Zeit:

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Stellplatz:
I-61041 Acqualagna (Le Querce, viele Plätze, V+E, Strom, WC, Dusche, http://www.parcodelfurlo.it/)

In der Nacht beginnt es erstmals seit langer Zeit zu regnen. Der Karsamstagvormittag ist trocken, aber die Wolken hängen tief. Wir fahren auf der Staatsstraße, aber dennoch auf schnellstem Weg, zum Campingplatz in San Marino.

Campingplatz: http://www.centrovacanzesanmarino.com/DE/index.html
Kaum angekommen beginnt es zu schütten. Der Regen prasselt so laut aufs Dach, dass man nicht einmal die aus Rom zurückgekehrten Kirchenglocken hören kann. Wir lassen uns dennoch die Osterjause gut schmecken.

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Nach einem verregneten Ostersonntag auf dem Campingplatz fahren wir am Ostermontag bei sehr viel Ausflugsverkehr über Venedig wieder nach Valvasone, genießen dort wieder Ruhe und Frieden und fahren am Dienstag über Slowenien wieder zurück in die Heimat.



Auch wenn wir nicht im Piemont waren, es war wunderschön!



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Re: [Mit dem Wohnmobil] Ostern 2015 - Von Graz zum Lago di Bolsena (Reisebericht)

Beitrag von nonconnue » Mi 8. Apr 2020, 07:49

Grazie e bravissimo per la storia e le belle fotografie



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