[Mit dem Wohnmobil] Einmal um den Stiefel - April 2017 (Reisebericht)

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Ulrike M.
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[Mit dem Wohnmobil] Einmal um den Stiefel - April 2017 (Reisebericht)

Beitrag von Ulrike M. » Mo 6. Apr 2020, 20:25

Einmal um den Stiefel - April 2017


Nach einem anstrengenden Jahr 2016 mit wenig Urlaub und einem nicht minder anstrengendem Jahresbeginn 2017 zeichnete sich ein Urlaub um Ostern wie Licht am Horizont ab. Als dann Papas Internist im März das OK für das Wegfahren gegeben hatte und noch einige Termine abzuarbeiten waren,starteten wir am Freitag vor dem Palmsonntag zu unserer Aprilausfahrt 2017.
Im Vorfeld hatte sich Süditalien als Reiseziel herauskristallisiert. In Apulien waren wir vor drei Jahren gewesen. Da ich damals noch arbeitete,fiel der Urlaub damals recht kurz aus. Diesmal wollten wir uns mehr Zeit lassen und eventuell Versäumtes nachholen.
Da um diese Zeit noch viele Camping- und Stellplätze – vor allem im Süden - geschlossen haben, arbeitete ich die Route etwas genauer aus, um dannin der Realität doch wieder dies und das zu ändern.

Und nun geht es los!

Freitag, 7. April 2017 (Freitag vor dem Palmsonntag)

Das Wohnmobil steht gepackt vor dem Haus und scharrt ungeduldig, wir haben aber noch einige Dinge zu erledigen und kommen so erst um 11 Uhr weg.
Aber auch der erste Tag ist ein Urlaubstag, da ist Eile nicht nötig.
Auf der Autobahn fahren wir von Graz nach Kärnten und bis zur Staatsgrenze bei Arnoldstein. Unterwegs machen wir kurze Mittagsrast im Wohnmobil.

Dann geht es auf dem Bundesstraßengrenzübergang nach Tarvisio/Tarvis, wo wir auch gleich bei Eurospar unser „Italien-Notfallspaket“ erstehen.
Was ist in diesem Paket drinnen, fragt sich wohl der geneigte Leser. Nun, man braucht einen Aperitif (Martini), denn der Appetit könnte vielleicht einmal schlecht sein. Dann gibt es diese gegrillten und dann in Öl eingelegten Zwiebelchen – Gemüse soll ja gesund sein. Grissini braucht man auch manchmal, wenn einen der Hunger übermannt. Ein zwei Pakete Nudeln, die es bei uns nicht gibt, kommen auch noch in den
Einkaufswagen. Eine oder zwei Flaschen Wein aus dem Friaul dürfen auch nicht fehlen. Nur so kann ein Italienurlaub richtig beginnen.

Das Notfallpaket ist nun an Bord, wir fahren auf der Staatsstraße Richtung Süden. Hier geht die Autobahn hauptsächlich durch Tunnels, in denen man von der schönen Landschaft so gar nichts sieht. Deshalb bevorzugen wir die Staatsstraße, auf der man wegen des sehr schwachen Verkehrsaufkommens ach gut vorankommt. Bei Gemona biegen wir dann ab Richtung San Daniele und Spilimbergo. Unser Etappenziel ist Valvasone, ein kleines Städtchen zwischen Udine und Pordenone. In Valvasone gibt es einen schönen Stellplatz für acht Wohnmobile an einem großen Park (N 45°59‘53“ E 12°51‘38“). Zu unserem Erstaunen sind wir zunächst die einzigen, die sich dort einfinden. So können wir unser Lieblingsplätzchen dort auswählen. Während des Abends gesellen sich noch drei weitere Wohnmobile zu uns. Um 22 Uhr läuten noch die Kirchenglocken und dann herrscht tiefer Friede.

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Stellplatz am Abend (frei aus der Hand fotografiert, daher etwas unscharf)

Samstag, 8. April 2017 (Samstag vor dem Palmsonntag)

Der Tag beginnt so, wie der Vortag geendet hat – mit Glockengeläute um 7 Uhr. Ich bin gleich munter, meine beiden Männer überhören das Gebimmel und schlafen noch ein wenig, während ich die Stille genieße. Dann geht es auf zu Morgentoilette, Frühstück, Ver- und Entsorgung und dann ab nach dem Süden!
In einem Mix aus Staatsstraße und Autobahn fahren wir nach Mestre und dann weiter an Chioggia vorbei Richtung Ravenna. An der Abbazia di Pomposa, der Abtei von Pomposa, die direkt an der Straße in einem schönen Park liegt, machen wir Mittagspause, dann besichtigen Roland und ich die schöne romanische Anlage (N 44°50‘00“ E 12°10‘40“).

Die ehemalige Benediktinerabtei liegt im Po-Delta und erlebt um das Jahr 1000 n.Chr. eine Hochblüte, die aber endete, als bei einem verheerenden Hochwasser der Po über seine Ufer trat und das Land verwüstete. Hier lebte auch einige Zeit Guido von Arezzo, der die moderne Notenschrift entwickelte, was mich als Musikerin nicht gleichgültig lässt. Der Eintritt in die wirklich sehenswerte Abtei kostet EUR 5.- und ist wirklich jeden Cent wert. Zudem waren wir allein in den Gebäuden und konnte so auch eine wunderbare Stille erleben.

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Nebengebäude mit kleinem Kreuzgang

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Blick vom Kreuzgang auf die Kirche

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Innenhof

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Refektorium

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Refektorium

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Schlafsaal der Mönche, heute Museum

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Eingang zur Kirche

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Innennraum der Kirche

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Innenraum der Kirche

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Detail: Der Teufel lässt sich die Menschen schmecken

Beeindruckt verlassen wir die Abtei und fahren nun Richtung Ravenna. Die Straße ist hier in einem erbärmlichen Zustand, das Wohnmobil wird heftig geschüttelt. Etwas entnervt vom Gepolter beschließen wir nun, die Autobahn Richtung Rimini zu nehmen – der Zubringer zur Autobahn ist in einem noch elendigeren Zustand. Dann genießen wir die fast ebene Autobahn (Die Brückenstöße schlagen immer heftig durch, auch an brandneuen Strecken. Warum machen das die Italiener nicht besser?), zahlen in Rimini EUR 2,60 und fahren hinauf nach San Marino.

Der oberste Stellplatz in San Marino gefällt uns überhaupt nicht: Kuschelparken ist angesagt, dabei extrem schief in zwei Richtungen, laut. Der Vorteil hier wäre die nahe Lage zur Stadt, alle Negativa überwiegen jedoch für uns. Der zweite Stellplatz gefällt uns wieder nicht: Er liegt laut direkt unterhalb der vierspurigen Straße mit enorm viel Verkehr, das Umfeld selbst wirkt trist. Vorteil wäre hier ebenso nur die gute Erreichbarkeit der Stadt über die nahe Seilbahn.
Also fahren wir nun doch wieder auf den Campingplatz. Der liegt etwas abseits, aber schön im Grünen (N 43°57‘33“ E 12°27‘40“). Von dort kann man mit dem Bus nach San Marino fahren. Ja, man kann, aber nur an Werktagen, am Sonntag unterhält der Campingplatz nur einen eigenen Shuttledienst, wo man genau angeben muss, wann man fahren will und wann man wieder abgeholt werden soll. Vor allem der zweite Punkt gefällt uns nicht, also verschieben wir die Besichtigung von San Marino (Stadt) abermals. Auf dem Campingplatz verbringen wir noch einen angenehmen Abend. Detail am Rande: Die Straße Rimini – San Marino, an der auch der zweite Stellplatz liegt, ist vom Campingplatz etwa 500 m (Luftlinie) entfernt. Der Straßenlärm betrug selbst hier noch um Mitternacht 40 dB.

Sonntag, 9. April 2017 (Palmsonntag)

Die Nacht war angenehm, wir fahren – entgegen der ursprünglichen Reiseplanung – doch heute weiter. Wir wollen die direkte Straße von San Marino nach Cattolica nehmen. Zunächst geht es noch ein wenig bergan in Richtung San Marino, als es plötzlich einen kurzen Stopp gibt: eine Palmprozession kreuzt unseren Weg.

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Dann fahren wir über eine Landstraße bergab. Lästig ist ein schlecht abgesichertes Radrennen, das in unserer Gegenrichtung abgehalten wird. Die Radfahrer stürzen sich talwärts, überholen dabei ihre Konkurrenten in Innenkurven und achten überhaupt nicht auf den Verkehr. Wir sind froh, als sich unsere Wege von denen des Radrennens trennen. Ab Cattolica geht es die Staatsstraße entlang nach Süden. Hier möchten wir im Sommer nicht einmal einen Aufenthalt geschenkt bekommen: Eisenbahnlinie, Staatsstraße und Autobahn laufen hier dicht beisammen, die Hotels stehen manchmal davor, manchmal zwischen den Verkehrswegen. Das Meer ist zwar in Sichtweite, aber nur wenige Unterführungen für Fußgänger führen auch dahin. Ob Loriot hier die Inspiration für sei Werk „Urlaubsparadies“ bekommen hat? Uns scheint es so zu sein.

Bald erreichen wir den Stellplatz in Loreto (N 43°26‘30“ E 13°36‘54“).

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Stellplatz in Loreto

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Blick vom Stellplatz auf die Adria

Es ist Mittagszeit, die Rezeption ist nicht besetzt, der Platz fast leer und so besetzen wir einen schönen Stellplatz direkt am Rand mit herrlichem Ausblick auf das Meer. Ein kurzer kalter Imbiss, dann eine kleine Siesta und dann kommt auch schon jemand von der Rezeption und wir können uns anmelden. Anschließend besichtigen Roland und ich das Kirchenareal.

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Eingang zum Kirchenvorplatz

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Platz vor der Kirche

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Innenraum der Kirche

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Marias Haus in der Kirche


Wir haben genug gesehen, leider keine Einkaufsmöglichkeit für den nächsten Tag, auch keine Pizzeria, wo wir abends schnell eine Pizza holen könnten und so bummeln wir wieder zum Wohnmobil und lassen es uns gut gehen.

Montag, 10. April 2017

Um 7 Uhr werde ich vom Glockenspiel der nahen Basilika geweckt, doch was spielt das? Das ist doch das Weihnachtslied „O, du fröhliche“! Nein, Weihnachten ist doch noch nicht, aber halt, die Melodie ist doch von einem sizilianischen Marienlied geklaut. Den ganzen Tag spukt mir noch die Melodie im Kopf herum und das im April!

Nach Frühstück, Ver- und Entsorgung (liegt etwas eng und ist bei Vollbelegung schwer anfahrbar) und Bezahlung (Nacht inklusive V+E: EUR 15.-) fahren wir weiter entlang der Küstenstraße, wieder denke ich an Loriot. In Civitanova Marche füllen wir unsere Vorräte bei einem Einkaufszentrum (N 43°17‘44“ E 13°42‘32“) wieder gut auf. Lieber kaufen wir ja in der Regel in kleineren regionalen Läden ein, doch da ist es in der Regel auch sehr schwierig mit dem Parken. Positiv fällt uns aber auch bei den riesigen Lebensmittelläden auf, dass sehr starke regionale Schwerpunkte gesetzt werden. Hier in Civitanova Marche bekommen wir ein sogar recht gutes dunkles Brot das auch nach drei Tagen noch genießbar ist. Dieses Brot sehen wir dann nie wieder, dafür gibt es ganz andere Gemüsesorten. Auch unsere geliebten eingelegten Zwiebelchen haben wir nur im Friaul bekommen, sonst nirgendwo.

Nun fahren wir aber auf die Autobahn und wollen „Kilometer machen“. Links das Meer, in der Mitte eine grüne, frühlingshaft blühende Landschaft, rechts die mit Schnee bedeckten Berge des Gran Sasso und der Maiella – einfach herrlich!

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Maiella von der Autobahn aus

Nachmittags erreichen wir das Gebiet um den Gargano, den „Sporn“ Italiens. Hier verlassen wir die Autobahn und fahren nach Osten. Peschici soll unser heutiges Tagesziel sein. Die Straße dahin ist teilweise gut, dann wieder grottenschlecht, rechts und links der Straße imponiert immer wieder der bis zu 3 m hohe Riesenfenchel.
Dann geht es kurz vor Peschici ab zum Stellplatz. Eine Straße, die hauptsächlich aus Löchern besteht, führt über etwa 1 km in eine schöne Bucht, da wollen wir heute direkt am Meer stehen und das Wasser sehen, hören und riechen. Nach 1 km Schaukelei versperrt uns eine über die Straße gespannte Kette die Weiterfahrt. Der Stellplatz ist – entgegen aller Informationen im Internet – geschlossen! Eine Frau ist da auf dem Gelände zu sehen, ich gehe hin und frage. „Wir machen erst im Mai auf“, ist ihre Aussage, aber ich könnte ruhig die Kette öffnen, um auf dem Gelände wenden zu können. Dann holpern wir eben den Kilometer wieder zurück. Warum können die nicht draußen auf der Staatsstraße auf ihren Werbetafeln die einfache Information aufbringen, dass erst ab Mai geöffnet ist?

Weiter geht es nach Peschici. Auch dort sind an der Straße zwei Stellplätze ausgeschildert. Die Zufahrtsstraße ist gerade ein Auto breit, ein Stellplatz ist noch geschlossen, der zweite ist für uns wegen der vielen eng gesetzten Bäume ungeeignet und gefällt uns zudem nicht. Wenigstens können wir dort aber wenden. Dann fahren wir den Stellplatz Dattolo an, auch der ist entgegen anderer Meldungen im Internet geschlossen. Ein weiterer Stellplatz liegt an der viel befahrenen Straße und kommt für uns daher nicht in Frage. Kurzerhand beschließen wir, auf den Campingplatz Centro Vacanze San Nicola fahren (N 41°56‘35“ E 16°01’48,5“). Der ist geöffnet, die erste Reihe ist reserviert, alles andere ist bis auf ein paar wenige Fahrzeuge frei und wir finden ein schönes Plätzchen mit Meerblick. Dass der Platz zwar geöffnet ist und auch der volle Preis verlangt wird, ist die eine Seite, die andere ist, dass die Sanitäranlagen überhaupt nicht geputzt sind und noch überall der Malerdreck von den erfolgten Renovierungsarbeiten liegt. Auch die Außenbecken für Geschirr sind völlig verschmutzt, hier vor allem durch Laub.

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Abends am Campingplatz

Dienstag, 11. April 2017

Nach dem Frühstück wird entsorgt, das Wasserfassen lassen wir lieber sein, denn der fix montierte Schlauch liegt im Schmutz am Boden und das Abschrauben des Schlauches (um dann den eigenen anzustecken) funktioniert ist. Irgendwie passt das alles zum Gesamtbild. Dann bezahle ich die Nacht (EUR 32.-), Kreditkarte geht nur in der Hochsaison…

Bei herrlichem Wetter geht es nun wieder weiter. Wir umfahren die Gargano-Halbinsel, mit teils wunderbaren Ausblicken. Fotostopps sind nicht möglich, dafür ist die Straße zu schmal und es gibt keine Parkplätze. Dann erreichen wir Vieste, da müssen wir bei einem irren Menschenauflauf durch, die Fahrzeuge sind teilweise quer in die Straße hinein geparkt oder stehen gar in zweiter Spur. Ein Polizist versucht Ordnung in das Chaos zu bringen und trillert aus Leibeskräften auf seinem Pfeifchen – vergebens. Irgendwie kommen wir aber doch ans andere Ende des Ortes, hier ist uns einfach zu viel Wirbel, so toll der Strand auch ist und so nett die Altstadt sein mag. Wenn es schon jetzt vor Ostern hier so zugeht, wie mag das wohl in der Hochsaison sein? Nicht auszudenken!

Weiter geht es, bald auch durch einige Tunnels, wir erreichen Manfredonia, umfahren Foggia und fahren nach Troia. Das ist ein kleines Städtchen auf einem Hügel, das wir beim letzten Besuch vor drei Jahren nicht besichtigt hatten, weil es in Strömen goss. Heute hängt nur ein Gewitter in der Luft. Wir warten auf dem einfachen Stellplatz am Ortsrand (N 41°21‘42“ E 15°18‘22“) ein wenig ab, ehe wir dann am Nachmittag die angeblich sehenswerte romanische Kathedrale besichtigen wollen. Wir glauben in diesem Moment, sie vor uns zu haben, doch offensichtlich haben wir eine andere (versperrte) Kirche gefunden, wie ich später zu Hause erkennen muss.

Dann spazieren wir durch das Städtchen: Hier putzt eine alte Frau auf den Stufen vor ihrem Haus sitzend Gemüse, da mustert uns ein alter Mann von oben bis unten, Einheimische bummeln über die Hauptstraße. Wir entdecken eine Pasticceria (Konditorei) und schaffen mit Mühe, daran vorbeizugehen, entdecken einen Panificio (Bäcker) und brauchen im Moment leider überhaupt nichts. Sicher gäbe es noch einige andere interessante Läden, aber wir wollen wieder zum Wohnmobil, weil die Regenwolken schon tief hängen. Bald beginnt es auch wirklich ordentlich zu regnen.

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Kirche in Troia

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Hauptstraße in Troia

Der Stellplatz ist ein einfacher asphaltierter Platz mit Baumbewuchs am Rand, Strom, Ver- und Entsorgung sind vorhanden – und das alles zum Nulltarif!

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Stellplatz in Troia

Mittwoch, 12. April 2017, bis Sonntag, 16.4.2017 (Ostersonntag)

Am Mittwochmorgen fahren wir nach Zapponeta ans Meer. Zuvor kaufen wir in Foggia in einem Einkaufszentrum (N 41°26‘50“ E 15°32‘39“) noch „groß“ ein, da wir nicht wissen, wie es mit der Lebensmittelversorgung in Zapponeta aussieht.

In Zapponeta fahren wir auf den Stellplatz „Zapponeta Beach“ (N 41°27‘25“ E 15°57‘39“), der direkt am Strand liegt und nur für nicht allzu große Fahrzeuge geeignet ist. Unser WoMo liegt mit knapp 8 m Länge und 3,5 m Höhe da schon recht hart an der Grenze. Der Platz hat viel Baumbestand, die Bäumchen sind relativ eng gesetzt und haben niedrige Äste. Hat man aber erst einmal ein Plätzchen, dann ist es dort recht schön.
Unser Stellplatz liegt für uns ideal am Rand des Platzes und wir können trotz der vorgelagerten Düne aus dem Dinettenfenster das Meer sehen und hören.

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Unser Plätzchen

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Mimosen

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Mittagsblumen

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Strand vor dem Stellplatz

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Strand vor dem Stellplatz

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Bär Oskar und Roland - zwei Genießer

Hier bleiben wir also fünf Nächte und genießen das süße Nichtstun. Roland und ich entdecken auf einem kurzen Streifzug durch einen kleinen Teil des Städtchens gleich zwei Gemüsehändler, die von ihren Fahrzeugen aus das Gemüse feilbieten, zwei Bäckereien, ein Wurstgeschäft, zwei Lebensmittelgeschäfte, sicher gibt es auch irgendwo Fleisch zu kaufen, danach haben wir aber nicht gesucht. Beim Bäcker holen wir einmal Foccaccia, einmal trockenes Hefegebäck mit getrocknetem Zwiebel und Backwaren aus Mürbteig, die mit Pudding und Marmelade gefüllt und mit Orangenaroma verfeinert sind. Der Gemüsehändler verkauft uns wunderbare Orangen, Zucchini, vollreife Erdbeeren und Cime de rapa. Auf letzteres werde ich später noch zurückkommen.

Es ist inklusive Sonntag recht warm, einige Leute gehen schon ins Wasser. Erst am Montag wird es deutlich kühler.

Der „Padrone“, der Platzbesitzer, bietet uns einen Liter seines Hausweines (vino nero) um EUR 2,50 an. Dieses Angebot nehmen wir gerne an und der Wein mundet den beiden Männern ganz ausgezeichnet. Nachdem ich am Montag die Platzgebühr für die fünf Nächte bezahlt (EUR 16.- für Stellplatz inkl. 2 Personen, EUR.- 3 für Strom, EUR 2.- für die dritte Person, Duschen würde EUR 1.- kosten) und einigen Smalltalk mit dem Padrone getätigt habe, fragt er mich, ob wir nicht noch gerne einen Fünfliterkanister des Weines um EUR 12.- haben wollen. Natürlich schlage ich wieder zu.
Montag, 17.4.2017 (Ostermontag)

Wir brechen auf, fahren die Küste entlang bis Barletta, um dort zu tanken. Die Tankstelle ist sonn- und feiertags nicht besetzt, nimmt unsere Kreditkarte nicht, also müssen wir den Automaten mit EUR 50.- in bar füttern. Da ist der Tank leider nicht voll, aber wir haben keine passenden kleineren Scheine und Retourgeld gibt es nicht.
Dann geht es weiter Richtung Castel del Monte, das man schon aus der Ferne sieht. Als wir zuletzt hier waren, hatte es in Strömen geregnet. Und heute? Heute haben sich dort Menschenmassen eingefunden, Trauben von Menschen erklimmen den Hügel, die Parkplätze sind voll, die Polizei sperrt ab. Nein, danke, das brauchen wir nicht. Da müssen wir ein andermal hin.

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Castel del Monte bei der Anfahrt

Weiter geht es „über Land“ nach Matera, das für seine Höhlenwohnungen bekannt ist. Auch hier bietet sich dasselbe Bild wie beim Castel del Monte.
Ist’s nur der Ostermontag oder findet da eine größere Veranstaltung statt? Wir kennen die Antwort nicht und fahren weiter, da Umkehren ohnedies erst nach vielen Kilometern möglich gewesen wäre.

Unser nächstes Ziel ist der Hera-Tempel von Metapont am Ionischen Meer (N 40°24‘52“ E 16°49‘02“). Hier lebte auch der berühmte Mathematiker und Philosoph Pythagoras, dessen Namen wir alle in unserer Schulzeit gehört haben. Beim Tempel sind kaum andere Besucher, zeitweise können wir die Säulen sogar ohne Menschen genießen.

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Und nun? Es ist noch früh, der von mir gewählte Stellplatz liegt an der Bahnlinie – wir fahren weiter. Da gibt es doch einen Campingplatz, der einmal auch wegen der Überwinterer im Fernsehen war und der ganz gut im Internet aussieht: der Campingplatz Onda azzurra bei Sibari. Der Platz ist bald erreicht, die Schranke ist verschlossen, an der Rezeption hängt die Mitteilung, dass diese am Nachmittag des 17.4.2017, also heute, nicht besetzt ist. So kommt man also nicht auf den Platz…
Der Nachbarplatz Camping Thurium ist offen (N 39°41‘29“ E 16°31‘20“), ein riesiges Gelände, besetzt mit nicht einmal zehn Campingfahrzeugen. Alles ist noch eingewintert, teilweise noch nicht geputzt. Wir finden einen schönen Stellplatz direkt am Strand.

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Dienstag, 18.4.2017

In der Rezeption bezahle ich nur EUR 13.- und EUR 1.- Steuer. Das Ablassen des Grauwassers funktioniert nicht, weil man dazu auf ein erhöhtes Betonpodest fahren müsste, was aber wegen mangelnder Bodenfreiheit nicht recht geht. Wer hat sich wohl solch einen Blödsinn ausgedacht?
Wir kaufen wieder „groß“ beim nahen Supermarkt ein (N 39°40‘27“ E 16°30‘25“). Dann geht es weiter: Entgegen meiner ursprünglichen Planung haben wir beschlossen, den italienischen „Stiefel“ ganz zu umrunden.
Wir fahren die Küste entlang, haben wunderschöne Ausblicke, Orangenbäume säumen den Weg, zum Teil gibt es tolle Felslandschaften aus erodiertem Sandstein, der rund und kaum bewachsen ist. Dazu leuchtet das Meer grünblau.
Offene Campingplätze gibt es hier um diese Zeit nicht, auch nur wenige Stellplätze. Der erste Stellplatz scheint für uns nicht anfahrbar zu sein, der zweite in Canalello (N 38°0‘56“ E 16°8‘5“) existiert, allerdings ist die Straße unter der Eisenbahnlinie in einem desaströsen Zustand, so dass wir kurz überlegen müssen, ob wir da überhaupt durchfahren können. Der Stellplatz liegt wunderbar am Meer, die Bahn (ohnedies nur ein „Bähnchen“) fährt nachts nicht. Einen Wasserhahn haben wir gefunden, allerdings keine Entsorgungsstelle, wie sie im Stellplatzführer gelistet ist.

Wir genießen hier eine gute Nacht.

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Stellplatz

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Ionisches Meer

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Alles blüht

Mittwoch, 19.4.2017, und Donnerstag, 20.4.2017

Am nächsten Morgen hat es schon mehr als 20 °C, als wir aufstehen. Es scheint fast ein wenig föhnig zu sein. Nach dem Frühstück geht es die Küste entlang weiter, die an der Straße ausgeschilderte Entsorgungsstelle haben wir nicht gefunden. Immer wieder faszinieren auf der rechten Seite tolle Felsformationen:

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Dann erreichen wir Reggio di Calabria, wir erahnen den Etna im Dunst und dann fahren wir auf die Autobahn und Richtung Norden. Die Autobahn führt hier durch Tunnels und über kühne Brückenkonstruktionen hoch oben den Berg entlang. Wollen wir bis zum nächsten Stellplatz in Diamante durchfahren oder noch auf der Autobahn eine kurze Mittagsrast halten? Wir wollen durchfahren, gegen 15 Uhr sollten wir beim Stellplatz sein. Doch kurz vor dem Stellplatz ist einmal Endstation: Das Navi leitet uns auf eine Straße, die unter zwei Brücken durchführt. Die erste Unterführung geht für uns mit 3,5 m gerade noch, die zweite ist mit 3,20 m definitiv zu niedrig! Also muss Roland irgendwie umdrehen. Ich suche inzwischen einen anderen Stellplatz aus dem Führer, etwas weiter nördlich. Der gefällt uns nicht, weil er fast direkt neben der Staatsstraße liegt, aber im Vorbeifahren habe ich eine Straße gesehen, die offensichtlich zum ersten gewünschten Stellplatz in Diamante führen könnte. Das tut sie auch! Und endlich sind wir da, entsorgen gleich einmal unser Grauwasser und den Inhalt der Kassette und stellen uns dann auf einen Platz in der ersten Reihe. Inzwischen ist 15 Uhr deutlich vorbei, der Magen knurrt, dem wird gleich abgeholfen. Und dann beschließen wir, hier doch gleich zwei Nächte zu bleiben.

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Unser Stellplatz

Das Meer ist laut und „wellt“ gewaltig herein. Es ist deutlich lauter als die Eisenbahn, die hier auch deutlich hörbar ist. Ob sie auch nachts fährt, können wir nicht mit Sicherheit sagen, weil wir zu gut geschlafen haben.

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Blick zum Ortszentrum

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Inselchen vor dem Stellplatz

Nachmittags kommt ein Gemüsehändler, bei dem wir uns gleich einmal ordentlich eindecken. Die Erdbeeren schmecken köstlich und sind riesig, das sieht man selten:

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Der Rest des Tages wird – wie der nächste auch – mit süßem Nichtstun verbracht. Außerdem machen wir unser Cime di rapa.

Cime di rapa wird im deutschen mit „Stängelkohl“ bezeichnet. Cime di rapa wird in Süditalien als Herbst-, Winter- und Frühlingsgemüse gegessen. So sieht das Ding aus, wenn es blüht:

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Die ungeöffneten Blütenknospen erinnern im Aussehen ein wenig an Broccoli. Man kann die ganze Pflanze essen, die blühenden Teile sollte man weggeben, ebenso verholzte Stängel. Angeblich schmeckt Cime di rapa etwas bitter, was wir nicht feststellen konnten. Ebenso finden wir den geschmacklichen Vergleich mit Broccoli nicht passend, weil Broccoli nach unserem Empfinden fast geschmacklos ist, während Cime di rapa deutlich wie Kohl (in Deutschland Wirsing) schmeckt.

Es gibt unzählige Rezepte. Wir haben eins süditalienisches Rezept leicht variiert, indem wir den gewaschenen und geschnittenen Cime di rapa ein wenig in Salzwasser gedünstet haben. Gegenüber dem Originalrezept haben wir Chili weggelassen (scharf vertrage ich nicht), mit Rindsuppe aufgegossen und dafür mit ein wenig Rahm (Panna) verfeinert haben. Das Ganze haben wir dann mit bissfest gekochten Orecchiette (Nudeln in „Öhrchenform“) vermischt und mit Parmesan bestreut.

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Uns hat es gut geschmeckt, bei uns könnte man das auch mit gewöhnlichem Kohl (Wirsing) machen.

Freitag, 21.4.2017, und Samstag, 22.4.2017

Heute ist das Meer ganz ruhig, als wäre es ein wenig traurig, dass wir wegfahren. Doch wir müssen weiter. Zuerst geht es durch einige gesichtslose Badeorte, dann entlang einer Steilküste mit spektakulären Ausblicken.

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In manchen Orten gibt es recht enge Fahrbahnen. In Acquafreddo musste sogar ein durch Ampeln geregeltes Einbahnsystem etabliert werden:

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Rastplätze gibt es auch hier kaum, eher Ausweichen, die sich für einen kurzen Fotostopp eignen. So muss unsere Mittagsjause auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums, in dem wir zuvor unsere Vorräte aufgestockt haben, eingenommen werden (N 40° 04‘26“ E 15°36‘31“). Dann geht es weiter nach Pestum (dt. Paestum), wo wir auf dem Stellplatz der Fattoria del Casaro, die Büffelmozzarella herstellt, für zwei Nächte Halt machen (N 40°24‘55“ E 15° 0‘18“).

Hier steht man wunderschön in einem Olivenhain, es gibt Ver- und Entsorgung und Stromanschlüsse, in der Fattoria kann man deren Produkte einkaufen und auch gegen Voranmeldung essen. Die Nacht kostet bei unserem Aufenthalt (Nebensaison) EUR 10.-

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Am zweiten Tag unseres Aufenthalts besuchen wir die griechischen Tempel von Pestum und die römischen Ausgrabungen auf demselben Gelände, außerdem das Museum (Eintritt für alles EUR 10.- pro Person). Die Kirche aus dem 5. Jahrhundert war leider durch eine Hochzeit „besetzt“ und konnte daher von uns nicht besichtigt werden.

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Ein Tempel

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Und noch ein Tempel

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Straße zwischen den Tempeln und der römischen Stadt

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Schon wieder ein Tempel

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Doppelstöckige Säulen

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Versammlungsort der Römer

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Noch einmal einer der Tempel

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Versammlungsort der Griechen

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Amphitheater

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Amphitheater

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Das große Forum

Uns haben die riesigen Tempel sehr imponiert, so etwas haben wir noch nie gesehen. Müde schleppen wir uns nach drei Stunden auf dem Ausgrabungsgelände zum Wohnmobil zurück und genießen den Rest des Tages.

Sonntag, 23.4.2017

Heute haben wir nur eine kleine Strecke vor uns, wir wollen nach Pompei (Pompeji). Außerdem suchen wir schon seit Tagen einen Bankomaten, weil unser Bargeld langsam zur Neige geht. Seit Tagen ist es uns nämlich nicht mehr möglich gewesen, mit der Kreditkarte (mit PIN) zu tanken.
Bankomaten hätte ich oft gesehen, aber da war Anhalten nicht möglich. Doch heute haben wir Glück, in Battipaglia werden unsere Konten erleichtert. Noch dazu gibt es daneben eine Pasticceria mit einigen Köstlichkeiten zum Mitnehmen…

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Der Vesuv grüßt!

Bald kommt der Vesuv ins Blickfeld, bald fahren wir von der Autobahn ab und stehen auch gleich schon mitten in Menschenmassen vor dem Eingang zu den Ausgrabungen von Pompei. Im Schritttempo geht es nun in Richtung Campingplatz Zeus. Und dann sind wir vor der Zufahrt, wo Helfer PKW abweisen und uns deuten, wir sollen weiterfahren. Dann stehen wir vor der Schranke und dann meint ein Helfer, wir müssten hier mindestens eine Stunde warten, weil drinnen alles verparkt wäre. Und wirklich: Man sieht hier auf dem Campinggelände nur geparkte PKW! Spätestens jetzt reicht es mir, nichts wie weg! Der Helfer schlägt zuerst die Hände über dem Kopf zusammen, lotst dann Roland im Rückwärtsgang hinaus, wobei PKW immer wieder in jede noch so kleine frei werdende Lücke drängen. Endlich sind wir draußen. Schade, doch so vergeht jede Lust an der Besichtigung. Sehenswürdigkeiten sind in Italien mit Wochenenden und Feiertagen nicht kompatibel!

Irgendwie kommen wir hinaus, dann sehen wir den Hinweis zu einem Einkaufszentrum – das wäre inzwischen ja auch nicht so schlecht. Super, hier ist alles frei, es sind sogar Parkplätze für Wohnmobile und Gespanne ausgeschildert. Dorthin fahren wir. Es gibt drei Plätze, zwei davon sind mit Wohnmobilen besetzt, auf dem dritten steht ein PKW! Noch dazu ist der Platz in einer Sackgasse, also muss hier jeder wenden. Toll muss das sein, vor allem für Gespannfahrer! Wir stellen uns dann quer in die Parklücke und ragen so ca. 1 m in die hier breite Fahrbahn. Da wird eine gute Idee (eigene Plätze für Campingfahrzeuge) durch die schlechte Ausführung (Sackgasse) ins Gegenteil verkehrt.

Wir kaufen ein, dann geht es auf die Autobahn und Richtung Neapel, das wir auf der Umfahrungsautobahn Richtung Pozzuoli durchqueren. Trotz des Sonntags ist viel Verkehr, dann gibt es kurze Rast an einer kleinen Raststätte und weiter geht es Richtung Cuma, wo es in der Nähe einen Stellplatz geben soll, der uns allerdings nicht gefällt. Da es noch früh ist fahren wir weiter nordwärts, doch wir werden nicht fündig. Wir geraten bei Formia in einen ziemlich langen lokalen Stau und hoffen auf einen der Stellplätze bei Gaeta, die im Stellplatzführer angegeben sind. Alle erweisen sich als enge Flächen an der lauten Staatsstraße. Ein Stellplatz ist im Binnenland gelistet, den wollen wir uns ansehen. Über eine Nebenstraße geht es von Sperlonga mit sensationellen Ausblicken nach Itri und von dort wieder Richtung Formia – der bei einem Einkaufszentrum angeführte Stellplatz existiert jedoch nicht.
Nun ist es jedoch schon recht spät geworden und wir beschließen uns nach einem Campingplatz an der Küste umzusehen. Wir werden auch fündig und verbringen eine absolut ruhige Nacht auf dem Campingplatz Gianola bei Formia (N 41°15‘23“ E 13°40‘20“). Und wieder einmal sind wir froh, dass wir keine Sanitäranlagen verwenden müssen, dass wir alles an Bord haben…

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Montag, 24.4.2017

Wieder geht es durch den Stau von Formia, diesmal denken wir daran, ein Foto von Gaeta zu machen – in der Abendsonne hätte das viel besser ausgesehen:

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Wir fahren nordwärts, immer an der Küste oder zumindest in Küstennähe. Bei Sabaudia geht es einige Kilometer auf einer Düne entlang, dann verträgt es uns wieder ein wenig ins Landesinnere. Bei einem Panificio erstehen wir wirklich gutes Brot und einen saftigen, schlichten Kuchen für das Frühstück.

Dann nähern wir uns dem Großraum Rom, der Verkehr wird merkbar dichter, ein Stück geht es auf der Tangenziale Richtung Flughafen Fiumicino und dann wieder nach Norden. In Ladispoli finden wir einen offenen Stellplatz (N 41°57‘34“ E 12°3‘11“). Er ist zwar nicht besonders schön, aber für eine Nacht ist er zweckmäßig.

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Dienstag 25.4.2017 bis Freitag 28.4.2017

Nun wollen wir relativ flott uns in die Heimat begeben. Mit Zwischenübernachtungen auf dem Campingplatz Torre pendente in Pisa, dem Stellplatz Sparafucile in Manova (Mantua) und dem Stellplatz in Valvasone geht es teils über Autobahnen, teils auf Landstraßen auf der Strecke La Spezia – Parma – Mantova – Mestre – Udine bei zunehmend schlechter werdendem Wetter wieder zurück nach Graz.

Fazit:

Italien um diese Jahreszeit ist sehr schön und sehr angenehm als Reiseziel. Sieht man von Ostern und von einigen Hotspots ab, so halten sich die Menschenmassen durchaus in angenehmen Grenzen. Die Suche nach geeigneten Stell- und Campingplätzen ist teilweise mühsam, weil die Angaben in den verschiedenen Führern und auch im Internet nicht immer der Realität entsprechen.

Für das Tanken sollte man unbedingt ausreichend Bargeld mit sich führen, da das Tanken mit Kredit- und Bankomatkarten oftmals nur mit italienischen Karten möglich ist.

Wir haben uns auch in Süditalien durchaus sicher gefühlt. Die Menschen waren freundlich und hilfsbereit. Je weiter man sich von touristischen Trampelpfaden entfernt, desto seltener trifft man jedoch auf Menschen mit Fremdsprachenkenntnissen. Doch gerade die Italiener versuchen immer einen zu verstehen und zu helfen. Selbst kleine Brocken Italienisch reichen schon aus (ich habe die Sprache nie in der Schule oder in Kursen gelernt, kann mich aber verständigen, weil ich Latein und Französisch gelernt habe, auf Italienisch zählen kann und mir ein paar Verbformen angeeignet habe und zur Not auch im "Opernitalienisch" Anleihen nehme…)

Wenn man die Möglichkeit hat, sollte man in kleineren Läden einkaufen. Aber auch Supermärkte bieten viel mehr regionale Produkte, als dies hier bei uns in Österreich der Fall ist.

Abgesehen davon, dass wir die Hitze nicht mögen, würden wir im Hochsommer an vielen Stellen keinesfalls sein wollen, weil sie uns zu touristisch und damit zu überlaufen wären. Aber auch um diese Jahreszeit sollte man die Osterfeiertage für Besichtigungen ausklammern. Pompei wird für uns das nächste Mal ebenfalls keinesfalls am Wochenende angefahren, den Camping- oder Stellplatz müssen wir uns auch noch gut überlegen.

Gesamtstrecke: 4000 km



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