Freies stehen vs Wildcamping

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Re: Freies stehen vs Wildcamping

Beitrag von Hobby-600 » Fr 22. Mai 2020, 11:15

Ulrike M. hat geschrieben:
Fr 22. Mai 2020, 10:03
In Skandinavien gilt das Jedermannsrecht eigentlich auch nicht für motorisierte Fahrzeuge.


Nicht nur eigentlich. Alle Skandinavischen Länder legen ihr allemansrätten etwas unterschiedlich aus. Eines haben aber alle gemeinsam: es gilt NICHT für motorisierte Fahrzeuge. Punkt. 



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Re: Freies stehen vs Wildcamping

Beitrag von Hobby-600 » Fr 22. Mai 2020, 11:25

jion hat geschrieben:
Fr 22. Mai 2020, 10:33
Ich frage mich nur, ich lese ja immer wieder von Wohnmobilfahrern, dass sie sich große "Kraftwerke" in den Wohnmobilen einbauen, um autark und frei zu stehen. Dann meint man sicherlich damit nur, dass man nicht an die Stromsäule muss, oder? Ich bin immer davon ausgegangen, dass sie in Abenteuerromantik irgendwo frei an einem See oder Fluss campieren, und auf keinen Landstrom angewiesen sind.

Ich denke hier liegt ein Interpretationsmissverständnis vor. Natürlich brauchen Overlander ausreichend Kapazitäten (Strom, Wasser, Toi) um Autark zu sein/zu stehen. 
Das kann an einem See oder Fluss sein, abseits der Infrastruktur. Bei dem vorgenannten Beispiel (Allemansrätten) darfst du vorhandene Wege ja befahren (soweit nicht untersagt). Du darfst sie aber nicht mit dem KFZ verlassen. Einen Wanderparkplatz, eine Badestelle direkt am Weg aber zu Übernachten nutzen. Auch Tagelang.



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Re: Freies stehen vs Wildcamping

Beitrag von RainerBork » Fr 22. Mai 2020, 12:53

Wir gehören zu diesen Autarkiefreunden.
Wir stehen gerne, auch mal mehrere Tage, auf Plätzen die keinen offiziellen SP-Charakter haben.
Für mich ist in diesem Zusammenhang wichtig zu erwähnen, dass wir noch nie einen Krumel Abfall hinterlassen haben. Und das haben wir schon ganz anders erlebt.
Wir haben in unserem ganzen Womoleben erst einmal einen Platzverweis bekommen. Das war 1981 in Yugoslawien.
Wenn wir uns einen ruhigen Platz suchen, ziehen wir es vor alleine zu stehen. Ein einzelnes Womo wird eigentlich immer toleriert.
Natürlich erleben wir immer wieder mal, dass uns ein vorbeifahrendes Womo sieht und sich dann auch niederläßt. Haben wir eigentlich nicht so gerne, verbieten kann ich es aber nicht.
Wie gesagt, das Wichtigste ist, den Platz ordentlich zu verlassen. Habe mich auch schon des Öfteren nach Abfällen gebückt, die definitiv nicht von uns waren.
Mit etwas Fingerspitzengefühl sollte es eigentlich immer klappen einen Übernachtungsplatz zu finden.
Wer aber meint in N oder S sich auf das Jedermannsrecht berufen zu können, der liegt absolut falsch.
Aber gerade diese beiden Länder haben wir als sehr tolerant kennengelernt. Dort haben wir immer eine hübsche Ecke gefunden und auch bei Nachfragen wegen Übernachtung immer eine Erlaubnis bekommen.
Eine nette Geschichte zum Schluss:
In Schweden unterwegs, wurde es Zeit einen Nachtplatz zu suchen. Auf dem Navi sah ich ein Gewässer, das wir ansteuerten. Dort angekommen, sahen wir ein Wohnhaus, wir waren also auf Privatgrund. Als ich wenden wollte, kam ein älterer Herr an das Womo. Ich sagte gleich, dass ich es als Privatgrund erkannt habe und wir wieder wegfahren.
Sein Gesicht wirkte plötzlich enttäuscht und er sagte:
"Warum? Hier ist doch genug Platz. Ihr könnt hier oder da vorne stehen. Da vorne haben wir einen Bootssteg, den ihr auch nutzen könnt, wenn ihr baden wollt."
Darauf antwortete ich, dass wir noch eine Flasche ungarischen Schnaps an Bord haben und ihn mit seiner Frau heute Abend zu einem Umtrunk einladen.
Wir hatten dann einen ganz tollen Abend bei und mit Einheimischen verbracht.

Gruß Rainer



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Re: Freies stehen vs Wildcamping

Beitrag von GO207 » Fr 22. Mai 2020, 15:46

Hallo Jion,
du beschreibst den Idealzustand, den es vor vielen Jahren mal gab.
Campingplätze oder die damals noch wenig vorhandenen Stellplätze fuhr man nur
an, um zu entsorgen und Wasser zu bunkern. Die damaligen Fahrzeuge waren
im Schnitt auch mit weniger Wasser- und Stromkapazitäten ausgestattet.
Mit heutigen Fahrzeugen könnte man sicherlilch eine Woche völlig autark stehen,
jedoch sind die Gelegenheiten im In- und Ausland wegen der Masse der Wohnmobile
stark eingeschränkt.
So sich die Gelegenheit allerdings ergibt, stehe ich auf meinen Rundreisen auch
frei (Wildcamping?) Die von Uli angesprochenen Parkplätze vor Bergbahnen
eignen sich besonders aber auch große Parkplätze vor Stränden.
Aber auch bei einem Restaurant fragen, ob man nach dem Essen auf dem Parkplatz übernachten
dürfte, bietet sich auch heute noch an.
Selbstverständlich wird der Platz so verlassen oder gar sauberer, wie er vor der Anreise war.
Gruß
Horst



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Re: Freies stehen vs Wildcamping

Beitrag von jion » Fr 22. Mai 2020, 16:32

Die Frage bleibt ja dennoch. Auf einem Privatgrundstück wo z.b.auch der Parkplatz eines Restaurants gehören kann, ist das ja auch OK, aber auf einem öffentlichen Gelände, Parkplatz oder ähnliches, ist es dann doch eigentlich illegal, oder?



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Re: Freies stehen vs Wildcamping

Beitrag von RainerBork » Fr 22. Mai 2020, 16:38

So lange dort nicht ganz konkret das Parken von Womos verboten ist (z.B. durch Beschiderung), sehe ich kein illegales Verhalten.
Gruß Rainer



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Re: Freies stehen vs Wildcamping

Beitrag von GO207 » Fr 22. Mai 2020, 17:07

N e i n,  es ist nicht illegal, wenn die bereits beschriebenen
Maßnahmen bzw. Ge- und Verbote eingehalten werden.
Horst



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Re: Freies stehen vs Wildcamping

Beitrag von KudlWackerl » Fr 22. Mai 2020, 19:26

In dem vom TE verlinkten Artikel steht folgendes:

Zudem gibt es einige Ausnahmegebiete in Deutschland, in denen wildes Zelten erlaubt ist. Dazu gehören zum Beispiel der Pfälzer Wald oder der Hunsrück, der bayerische Spessart sowie der Nationalpark Sächsische Schweiz. Auch in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein oder im Schwarzwald dürfen Besucher eine Nacht in der freien Natur zelten.

Das ist absolut falsch!

Der Pfälzerwald ist ein Biosphärenreservat, dort ist Campen außerhalb Sonderflächen verboten!

Details siehe hier: http://landesrecht.rlp.de/jportal/porta ... VRP2007pP7



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Re: Freies stehen vs Wildcamping

Beitrag von Mobi-Driver » Sa 23. Mai 2020, 07:30

schienbein hat geschrieben:
Fr 22. Mai 2020, 09:51
Mobi-Driver hat geschrieben:
Fr 22. Mai 2020, 08:54
........ Heute darf man eine Nacht im Wohnmobil übernachten um die Fahrtüchtigkeit wieder herzustellen .
Natürlich nicht in wilder Natur, sondern auf entsprechen Parkplätzen / Parkflächen auf Seitenstreifen .

Unsere Nachbarländer Schweden & Norwegen handhaben es anders . Dort gibt es das sogenannte Jedermannsrecht .
Das ist auch für uns ein Grund dafür, warum wir diese Länder immer wieder gerne bereisen .
Moin Mobi-Driver ... ja klar, das mit dem "Übernachten zur Wiedererlangung der Fahrtüchtigkeit" ist uns "Alten Hasen" schon bekannt. ;)

Aber wie ist das mit dem Jedermannsrecht in Schweden und Norwegen ???

Laßt es euch gut geh'n. :D

Moin moin Schienbein ,

das genannte Jedermannrecht bedeutet in Schweden oder Norwegen nicht, das man mit dem Wohnmobil
in die freie Natur, also abseits der Wege / Strassen fahren darf . Das ist wohl logisch .
Aber dieses Recht betrifft auch Wohnmobile . Motorisierte Fahzeuge dürfen dort auf unkultiviertem Land
am Strassenrand geparkt werden, wenn dadurch der Verkehr weder behindert wird bzw. keine Schäden an
der Natur angerichtet werden .



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Re: Freies stehen vs Wildcamping

Beitrag von Mobi-Driver » Sa 23. Mai 2020, 07:44

jion hat geschrieben:
Fr 22. Mai 2020, 10:33
Ich frage mich nur, ich lese ja immer wieder von Wohnmobilfahrern, dass sie sich große "Kraftwerke" in den Wohnmobilen einbauen, um autark und frei zu stehen. Dann meint man sicherlich damit nur, dass man nicht an die Stromsäule muss, oder? Ich bin immer davon ausgegangen, dass sie in Abenteuerromantik irgendwo frei an einem See oder Fluss campieren, und auf keinen Landstrom angewiesen sind.
Moin moin Wolfgang ,

unter autark verstehe ich nicht nur, das man ausreichend Energie im Wohnmobil vorhanden hat .
Für mich gehört auch dazu, das genügend Frischwasser an Bord ist, ausreichend grosser Abwassertank
vorhanden ist, ausreichende Kapazität für die Fäkalienaufnahme vorhanden ist . Erst dann betrachte ich
ein Wohnmobil als autark .
Unser Womo hat grosse Solarzellen auf dem Dach, sehr grosse Batteriekapazität, 3 grosse WC-Cassetten,
sehr grossen Frischwassertank und einen genauso grossen Abwassertank . Zusätzlich haben wir noch 
einen 4-Takt Honda-Stromgenerator immer dabei . 
Aufgrund dieser Ausstattung können wir bis zu 7 Tage autark irgendwo stehen .

Ich finde es nicht ok wenn jemand sagt das sein Wohnmobil autark ist und im nächsten Moment wird die
WC-Cassette in der Natur entleert und das Abwasser heimlich abgelassen . Und soetwas haben wir schon
oftmals erlebt . Oder jemand stellt einen sogenannten "holländischen Eimer" (Eimer mit kleinem Loch am Boden)
unter sein Wohnmobil und lässt gaaaanz langsam seinen Abwassertank entleeren ...
 



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