Kanaren-Anreise - Teil 1 - via Bretagne.....

Lira
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Re: Kanaren-Anreise - Teil 1 - via Bretagne.....

Beitrag von Lira » Fr 22. Nov 2019, 19:10

39- Austernzucht in Terenez.JPG
40- Hier werden sie aufbereitet.JPG

Einmal vor vielen Jahren hatte ich eine Auster in Händen – die wurde von einem Herrn mit einem Kettenhandschuh und einem speziellen Messer geöffnet, das Tier bewegte sich, der Muskel, an dem es an der harten Schale angemacht ist, wurde durchtrennt, mir das gereicht, Zitronensaft draufgeträufelt, das Tier zuckte – und ich sollte das dann alles schlürfen. Das konnte ich nicht. Es war damals ein kleiner Eklat. Ich Banause. Wenigstens hatte ich das Glas Champagner getrunken. Austern zu essen ist für mich seither keine Option. Ich esse einfach keine lebenden Tiere. Gestorbene nur wenig.

41- Schlafplatz an der Hafenmauer in Terenez.JPG
  Dienstag, 19. November 2019 Terenez – wir hatten eine wunderbar ruhige Nacht. Die Flut war wohl wieder, während wir schiefen, obwohl ich öfter in der Nacht aufgewacht war, hatte ich die Flut aber nicht bemerkt. Was am Kästchen rüttelte, war der starke Wind. Allein die Seeluft, das Möwengeschrei, allein das alles – hat meine Freundin, die jeden Morgen bis mindestens 8h schläft, beglückt.
  Gestern sind wir durch Plougasnou gefahren und es fiel auf, dass dies ein richtig richtig schöner gemütlicher Ort ist, wenngleich auch nicht an der Küste liegend – und die Kommune auch das Gebiet von Terenez umfasst. Und dass heute Markt hier ist. Das Wetter ist – kalt, nicht einladend, die Wanderung, die wir bis Morlaix bzw bis zum Mündungsgebiet da runter machen wollten, macht uns nicht so an – also – lass uns doch nach Plougasnou auf den Markt fahren. Gute Idee. Parkplatz schnell gefunden – rein ins Vergnügen.

42- Markt im netten Plougasnou.JPG
43- Der heilige Sebastian in der Kathedrale - um Foltermethoden waren die Menschen noch nie verlegen.JPG
Nett. Nett. Nett. Viele Fischerstände, die das Meereszeugs feil bieten, Gemüsestände, an einem Textilstand erstehe ich einen Pullover, ein Pülloverchen, mit Kunst drauf – dann noch ins Café und dann weiter.    
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Re: Kanaren-Anreise - Teil 1 - via Bretagne.....

Beitrag von Lira » Fr 22. Nov 2019, 19:17

Irgendwie müssen wir auch noch gute 300km bis übermorgen schaffen, weil die Freundin heimfliegen muss. Wir fahren nach Duarnenez, die Sardinen-Stadt. Dort lernen wir, dass die Sardinenschwärme, die abgefischt und angelandet werden, in den Fabriken sofort verarbeitet und eingedost werden.
44- Douarnenez - hier kann man Austern einsammeln.JPG
 

Douarnenez ist keine Perle, aber angesichts der Tatsache, dass in diesem Ort knapp 16.000Einwohner, viele davon beschäftigt damit, die Sardinen zu köpfen, die Gedärme mit dem Messerchen rauszuziehen und zur Weiterbearbeitung weiter zu geben - - - ist das schon essentiell, vor allem wenn man zu Fuß unterwegs ist – in den Wohnsiedlungen, in denen wohl viele der in der Fischfabrik tätigen Menschen wohnen. Wir sind ehrfürchtig. Tod vieler Fische und eintöniges Leben vieler Menschen. Die ansonsten wohl keine Alternative hätten.
45- Douarnenez.JPG
46- Passerelle aus dem späten 19. Jahrhundert.JPG
47- Hafenszene Douarnenez.JPG
48- Ensemble in Douarnenez.JPG
 

Tief bewegt und still fahren wir weiter gen Osten, jede hängt ihren Gedanken nach. Als wir nach Concarneau auf den dortigen SP am Bahnhof kommen – wende ich direkt – hier bleibe ich nicht. Ist ja auch kein Platz. Schausteller, die am großen Platz eine Art Kirchweih aufgebaut haben, lagern hier mit Wohnwagen und Lkws. Verkehrschaos, Baustellen, genau das, was ich alles so liebe. Wir stauen uns durch die Stadt und ich will nur noch raus, raus. Freundin meint, hier und da auf dem Parkplatz könnte man evtl ein Plätzlein finden, aber das behagt mir nicht. Wir müssen außerhalb kommen, ich fahre einfach westlich raus. Finden supertoll neben einer eingetopften Palme einen Parkplatz direkt am Meer. Samt Meeresrauschen – heeeeerlich. Nacht unter Palmen am Meeresstrand – besser geht’s doch nicht. Wir sind hungrig und gehen in die Stadt, außerdem brauch ich nach dem Lavieren des Kästchens durch teilweise superenge Gassen und dem allem – wie ich meine – einen Schnaps. Brauch ich selten, war aber da so, war wirklich grenzwertig, wo wir überall durchgefahren waren. 

Wir kommen zur Vauban-Festung – und gehen hinein. Das ist ja eine richtige Stadt!! Dort gibt es ganz ganz viele Läden und Lokale, im Sommer mag hier der Bär steppen – heute aber nicht. Alles geschlossen. Eindrucksvoll trotzdem. Ein Lokal hat geöffnet, wo wir einen Pastis – endlich – genießen können. Dann gehen wir weiter – wir haben Hunger – die Restaurants sind noch nicht offen oder sowieso zu – die Creperien unpersönlich und auch zu wenig frequentiert – bis wir zum Rendezvous kommen – nomen est omen – hier bleiben wir – und trinken Wein und essen „Tapas“ - und lernen die Sardinenbüchsen kennen. Genau DIESE Sardinenbüchsen, von denen diese Orte leben – und – ich muss, wenn ich wieder in Deutschland bin nachsehen, was es da so gibt – die doch eigentlich bei uns verpönt sind. Aber DIESE Büchse ist der Hammer. Sich vorgestellt, dass jedes (arme) Tier einzeln von Frauenhänden vom Kopf getrennt und die Innereien ausgelöst werden, in die Büchse geschlichtet und mit Marinade übergossen, dann sterilisiert und erhitzt – und dann verzehrt. Hat nix, aber GAR NIX mit den billigen Büchsen aus den 70ern die in den Kühlschränken unserer Eltern lagerten, zu tun. Wir fühlen, eine Kulturgeschichte gelernt zu haben – waren wir in Douarnenez nicht durch Wohnblocks gegangen, wo ich noch meinte, das könnten Werkswohnungen sein? Wo kommt man einem Produkt näher, als wenn man es vor Ort genießt, die Herstellungsverfahren liest – und da ist, wo diejenigen, die dieses Lebensmittel herstellen, auch wohnen – und man welche auch freundlichst gegrüßt hatte – die auch zurück gegrüßt hatten? Na, das hat doch was. Wir sehen Sardinendosen nun mit GANZ ANDEREN Augen – nämlich als hochwertiges Lebensmittel, in dem viel Handarbeit steckt und viele französische Frauen beschäftigt sind.

Chancerelle, die Firma aus Duarnenez hat eine Niederlassung in Marokko – da ist die Dose gleich um einen halben Euro billiger und sorgt wohl auch im fernen Agadir für gute Arbeitsplätze und die Fischschwärme werden vielleicht dort abgefangen und abgefischt. Auf jeden Fall müssen die am gleichen Tag verarbeitet werden, sonst sind sie kaputt, deshalb auch die Arbeitszeiten in den Fabriken von 6-21h. Wieder was gelernt. Wir philosophieren noch über Fischschwärme als solches, ist da jedes einzelne Tier ein Individuum oder ist es der Schwarm der funktioniert? Wir finden keine Antwort...... War ein interessanter Tag!!   
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Re: Kanaren-Anreise - Teil 1 - via Bretagne.....

Beitrag von Lira » Fr 22. Nov 2019, 19:21

49- Schlafplatz gefunden in Concarneau - nachts absolut ruhig.JPG
50- Eingang in die alte Stadt, geplant von Vauban.JPG
51- Schöner Blühstreifen in der Festung.JPG
52- alles in der Festung.JPG
53- Blick von der Festung raus in die Stadt.JPG

Concarneau hatte uns begeistert!!!!!!! 
 
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Re: Kanaren-Anreise - Teil 1 - via Bretagne.....

Beitrag von Lira » Fr 22. Nov 2019, 19:30

54- Da drüben ist die Fisch-Versteigerungshalle.jpg

Mittwoch, 20. November 2019 …. der letzte gemeinsame ganze Tag! Der Wettergott meint wieder, er müsse Wolken über Wolken über den Atlantik nach Concarneau schaufeln – und wir gehen gut eingemummelt von unserem Palmenparkplatz aus nochmal in die Stadt, um in die Markthalle zu gehen. Diese ist zu dieser Jahreszeit eher ernüchternd. Sind nur einige Beschicker da, fast keine Kundenfrequenz, die anderen Läden sind mit blauen Planen zugehangen. Wird im Sommer wohl mehr sein – aber Markthalle ist wohl doch ein Touri-Magnet, der nicht geht, wenn die Touris nicht da sind. Verständlich. Noch einen Tee/Kaffee in einer Bar in der Nähe, zurückgetrabt zum Kästchen.
Fahren weiter.
55- Kurios - Baguette Automat.JPG

Freundin war noch nie in so einer Salz-Geschichte mit den Salz-Becken – also fahren wir so, dass wir am Salz-Haus bei Guerande vorbeikommen, wo das Fleur de Sel herkommt. Sind wir nicht gut? Von den Muscheln zu den Austern zu den Sardinen und zum Salz, passt alles bestens thematisch zusammen. Dazwischen rosane Steine und graue Granithäuser. Ha, alles abgedeckt!Ein Bus steht am Parkplatz, der Busfahrer gelangweilt ihn bewachend, während die Insassen offenbar mehrerlei Herkünften hinter einem Führer herstapfen und durch die Becken geführt werden. Später in Saint Nazaire werden wir ein großes Kreuzfahrtschiff am Hafen ausmachen können und schieben diesem den Busausflug zu. Eine Führung wollen wir nicht machen, wir sehen uns bissi um und Freundin kauft im Laden noch a Packerl Salz ein, ich hab noch just aus diesem Geschäft ein angefangenes Kilo meiner Bretagnetour von 2014 daheim – und im Streuer im Wohnmobil, bin also nicht bedürftig.

56- Salzbecken bei Guerande, im Winter natürlich nicht in Betrieb.JPG
57- Auch hier wird sommers Fleur de Sel gewonnen.JPG
 Also war das für die Freundin auch bissi lehrreich, na geht doch. Dann fahren wir weiter bis Nantes zum Flugplatz, um uns die Gegebenheiten vor Ort anzusehen Morgen früh spätestens um 9h muss die Freundin hier sein, wir sollten also nicht zu weit weg übernachten. Das Meer ist rund 40km entfernt – und wenn wir nördlich an der Loire stehen wollen, müssen wir eine sehr beeindruckende Brücke über den Fluss drüber, wo es uns beiden bissi die Sprache verschlug. Bilder gibt’s keine, der geneigte Leser möge Autobahnbrücke Loire Nantes gurgeln, ich mag solche Bauwerke nach dem Einsturz der Genua-Brücke nur bedingt und möchte morgen früh im Berufsverkehr mich da nicht drüberstauen.

  Der Flugplatz Nantes-Atlantique ist erwartungsgmäß übersichtlich, man kann mit Kästchen auch seitlich halten und muss gar nicht in die Spur, wo ein Ticket gezogen werden muss. Passt. So machen wirs. Aber wo schlafen? Unseren letzten gemeinsamen Abend?

 Wir finden einen schönen Parkplatz in einem Ort, der scheinbar eine Art Schulzentrum darstellt, nur 7km vom Flugplatz weg – mit schönen Wohngegenden (wo in den Vorgärten auch Wohnmobile wohnen) - und einer von außen etwas seltsam aussehenden „Pizzeria“ - aber als wir die betreten, tue ich kund, hier würden wir mit Sicherheit ein kulinarisches Highlight erleben. Gesagt, getan. Nicht mal 8€ eine ganze Flasche Montepulciano Abruzzo aus Giulianova – Pizze kosten ab 10€ aufwärts sind hauchdünn, und suuuuuuuuuuuperlecker. Seeeeeelten so eine schöne gute Pizza Napolitain gegessen mit Anchovis, die nicht nur einfach nur geköpft und versalzen, sondern richtig gschmackig sind, auch die Kapern und Oliven drauf. Ein GE-DICHT !!!!So ein schöner und kulinarisch abgerundeter Abschluss unser beider Tour, herrlich. Die eineinhalb km bis zu unserem Kästchen laufen wir beschwingt und fröhlich – was für eine schöne Woche hatten wir doch zusammen.  
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Re: Kanaren-Anreise - Teil 1 - via Bretagne.....

Beitrag von Biggi & Reinhard » Fr 22. Nov 2019, 20:32

Hallo Isa ,
Danke fürs Mitnehmen und den schönen Bilder :dau3

Da kommen die  Erinnerungen von den Anfangszeiten  mit dem Womo ;)



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Re: Kanaren-Anreise - Teil 1 - via Bretagne.....

Beitrag von Lira » Sa 23. Nov 2019, 11:03

Donnerstag, 21. November – wäre der Geburtstag meiner 1983 verstorbenen Mutter...unvergessen! 

Wir stehen genau in der Einflugschneise, beinahe könnte man mit dem Piloten des jeweils landenden Fahrzeugs Augenkontakt haben – aber auch das hört in der Nacht auf und wir schlafen einfach gut – bis um 7.20h der Wecker klingelt und wir erstmals in der Dunkelheit aufstehen, denn hell wird es erst jenseits der 8h......Als wir um halb neun loskommen, startet der Kinder-Bringdienst in die Schulen ringsrum und wir sollten zusehen, dass wir unseren Parkplatz räumen, machen wir. Ein Gerangel! Schulbus hier und da – Autos hier und da – beinahe Stress – und das wegen der lächerlichen nicht mal 10km bis zum Flieger. Freundin steigt aus – melde Dich, wenn Du durch alles durch bist und Dein Gepäck durch gebracht hast, sie fliegt nur mit Handgepäck und so ganz sicher sind wir uns nicht, dass das alles so funktioniert – aber es scheint zu klappen. Hatte seitlich halten können und nach einer halben Stunde – ich hatte Küchendienst, hab das Geschirr gespült und mich sonst bissi belustigt – kommt ok, ich bin durch – guten Flug – der Regen prasselt – ich fahre heute so weit südlich, bis der Regen aufhört. Mautfrei sogar! 

Es werden über 500km. Freundin fehlt mir als Beifahrer, als Gesprächspartner, als jemand, der mir noch eine Wasserflasche holt, als – halt mal an, ich muss Pipi – nein, das alles ist nicht da, ich halte nicht an – fahre weiter, einfach weiter, immer weiter. Gibts doch nicht, der Drecksregen hört einfach nicht auf, wenn der nur einmal so bei mir daheim wäre – wäre ja super. Aber hier? Mag ich ihn nicht.  Aber – die größte Düne Europas sollte ich schon mal anschauen und wasweissich. Also runter von der Straße und dort hin. Dune de Pyla – gibt’s einen Parkplatz, an dem offenbar strengstens verboten ist, mit dem Wohnmobil dort zu übernachten. Verständlich. Massenveranstaltung. 1 Mio. Touristen trampelt pro Jahr auf dem Sandhaufen herum, das muss man sich mal vorstellen. Heuer bin ich eine davon. Ich mühe mich hinauf, das ist schon nicht so ohne. Zum Glück hab ich meine alten Winterstiefelchen mit Teddyfutter an, die bis zu den Waden gehen – so kommt kein Sand in die Schuhe, gut.
58- Sanddüne bei Pyla.JPG
59- Nochmal Düne.JPG


Aber – als ich endlich oben bin und dort beginne, umeinanderzuwandern, kommt ein riesiger Wind auf – Sandsturm – bääääääääähhhhhhhhh – da mag man die Kamera nicht mehr aufmachen, sonst kann sie putt werden, auch das Mobiltelefon nicht – und dann auch noch Starkregen von oben. Gehts noch?

60- Sandsturm und Starkregen auf der Düne.jpg
Wenn ich jetzt noch jünger wäre und wie früher Kontaktlinsen tragen würde, wäre ich verloren gewesen. Mit mir waren noch genau 2 Leute auf der Düne, die in die andere Richtung gelaufen waren. So bin ich nur leicht kurzsichtig und finde hinunter, was auch einigermaßen anstrengend ist. Und wo völlig woanders rauskomme als da, wo ich rauf bin. Naja, mit bissi Gehen im Regen – komme ich schon wieder zum Kästchen, das geduldig wartet – und mich nochmal geduldig zu einem schönen SP an einem See fährt, wo ich in himmlischer Ruhe stehen und übernachten und essen (endlich!!! am Morgen konnte ich nur ein Naturjoghurt...) und Wein trinken kann....... leben wie Gott in Frankreich eben – oder?SP offiziell zu 4,50€ Gastes, Hydrobase de Biscarosse.... 
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Re: Kanaren-Anreise - Teil 1 - via Bretagne.....

Beitrag von nonconnue » Sa 23. Nov 2019, 13:02

Einfach verrückt ....dort wo man vor 10 Jahren noch problemlos übernachten durfte , geht heute gar nichts mehr.....
Vielleicht auch eine Mahnung an die Hersteller der Wohnmobile den Traum von der grossen Freiheit weiter zu predigen...
Toller Reisebericht , auch mal Dinge kritisch hinterfragend aber auch mit vielen schönen Lustbildern versehen 
Bravo Isa und danke dafür , dass Du mir die Zeit in Indien spannender gestaltest ....



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Re: Kanaren-Anreise - Teil 1 - via Bretagne.....

Beitrag von Lira » So 24. Nov 2019, 14:03

61- Hydrobase de Biscarosse - Wasserlandeplatz.JPG
62- SP Gastes.JPG
Freitag, 22.11.2019  


Ich trödle rum, will vor Abfahrt mein Buch fertig lesen, das Wetter ist auch nicht berauschend, ein Spaziergang ein gutes Stück um den See lockt nicht, mit 4° ist es auch ziemlich kalt. Sehr halbherzig entschließe ich mich gegen Mittag, zumindest das Seebad Biarritz anzuschauen, bevor ich Frankreich verlasse und schon La Rochelle und Bordeaux ausgelassen hatte – wegen Regen. Veranstalte noch VE, leer und voll zu haben ist immer gut.

Aber auch Biarritz reizt im Regen nicht. Ich parke auf dem SP in Bidart ein, bis Biarritz rein wären es 2km Fußmarsch, sowas schaff ich, aber im Regen? Bei den Gebühren von 12€ ist die Strombenutzung dabei, also hänge ich zur Abwechslung Kästchen mal an den Strom und lade von Zahnbürste bis Kamera alles an der vorhandenen Elektrizität auf, ohne auf meinen 1000W-Sinus-Wandler an Bord zurückgreifen zu müssen, auch gut.
Dann vertrödle ich den Tag weiter..... unterwegs hatte ich auch eingekauft, so dass ich auf Schnecke machen kann und nicht außer Haus gehe. Ich hab ja auch was zum Lernen dabei, also kann ich mich schon beschäftigen und die Körperpflege geht mit dem „richtigen“ Föhn anstatt dem 600-W-Dings auch besser....  


Samstag, 23.11.2019

  Voller Tatendrang erwache ich am Morgen, während der Nacht wurde Kästchen von heftigsten Windböen geschüttelt, das Meer hört man bis hierher, obwohl es doch so 200m Luftlinie entfernt ist, der Atlantik tost. Dem Tatendrang folgt wieder Trödelei, was tun? Biarritz auslassen, San Sebastian auslassen, schauen, dass man in den sonnigen Süden kommt. Aber Fahren – bei diesen Windböen? Ist auch kein Spass, wirklich nicht. Ich kämpfe mich zu Fuß vor zum Meer, es ist schon schwierig, die Kamera zu halten, um ein Bild zu machen bei dem Sturm, der zunimmt mit jedem Schritt, dem man sich dem Meer nähert.....
65- Tosender Atlantik.JPG
66- Eine Herausforderung, überhaupt ein Bild machen zu können.JPG
67- Sturmgepeitscht.JPG

Aaaaaaaber – es hilft ja nicht. Es muss weitergefahren werden. Also packe ich mehr oder weniger halbherzig zusammen, beauftrage die Navigatöse, dass sie mich bitte mautfrei und auf Landstraßen nach Kastilien bringen solle – vielleicht, wenn mir was Schönes ins Auge sticht, unterbreche oder beende ich die Fahrt. So machen wir es dann auch....
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Re: Kanaren-Anreise - Teil 1 - via Bretagne.....

Beitrag von Lira » So 24. Nov 2019, 14:11

So machen wir es dann auch. Ich höre Hörbuch, da sind 3 Stunden Fahrt ratzifatzi rum und das Hörbuch ist noch immer nicht fertig – und auch einigermaßen spannend – zumindest für mich – wo es wieder die heimatliche Geschichte betrifft.....

63- Wusste gar nicht dass solche Verbünde in der EU erlaubt sind.JPG
64- Nochmal ein Dreiergespann.JPG
 Ich lasse das Baskenland hinter mir, wo ich mich mühe, allein die Ortsschilder lesen zu können, was ist das denn für eine Sprache?! Die Grenze zwischen F und E ist nicht richtig auszumachen, es ist halt Baskenland – da muss ich sagen – ist die Grenze zwischen F und E in Katalonien leichter erkennbar. Obwohl diese wie jene ja autonome Regionen im jeweiligen Land sind und grenzüberschreitend zusammengehören.

Allerdings bin ich froh, dass ich in diesem Jahr nicht via Katalonien nach Spanien eingereist bin, sondern im Norden. Das was man vor 10, 12 Tagen so sehen konnte, was auf der AP7 so los war – war – wie letztes Jahr die Gelbwesten in Frankreich – eher Krieg denn Protest. Übrigens war diesmal zweimal je ein großer Kreisel gesperrt und von Gelbwesten blockiert, die irgendwelche Flugblätter mit finsterer Miene verteilt haben, ich hab keins genommen, bin Ausländer, war nach Blick auf das Kennzeichen völlig in Ordnung und hat einen Anflug von Lächeln gezaubert. Naja, Deutsche sind um diese Jahreszeit in der Bretagne und in Aquitanien die Ausnahme, ich hatte während der gesamten Bretagne nicht ein deutsches Fahrzeug gesehen, am vorletzten Tag im Kreisel ein Kästchen, das wars. Die brennenden Kreisel letztes Jahr in Südfrankreich saßen mir noch im Nacken und die Bilder der Autobahn vor wenigen Tagen, wo auch Feuer brannten – oha – das brauch ich auch nicht.
 Dann biege ich ab ins Landesinnere, die Sturm – bis Orkanböen werden weniger, ich kann wieder bissi schneller als 60 oder 70km/h fahren, geht gut. Die ersten Schneeberge tauchen auf – Ausläufer der Pyrenäen – bitte lasst mich da nicht hin müssen!! (Obwohl ich Kästchen vor Abreise erst noch neue Winterstiefelchen gegönnt hatte) Nein, der Krug geht an mir vorüber – ich staune über diese Landschaften, die sich mir darbieten, kann aber wegen Böen die Hände nicht vom Lenkrad nehmen und fotografieren, obwohl es -zig Motive gäbe – und ich Depp hab die Dashcam daheim vergessen, Künstlerpech. Naja. So wird alles in die lebendige Festplatte gebrannt. Im Spätherbst 2014 bin ich das erste Mal für mehrere Wochen im Winter nach Spanien gefahren – und habe nicht nur die Küstenabschnitte, sondern auch sagen wir mal bis ein Drittel von unten hoch die Iberische Halbinsel bereist und habe Landschaften von sagenhafter Schönheit und einen Abwechslungsreichtum sondersgleichen angetroffen und bestaunt und bewandert und auch beradelt und mich daran erfreut. Spanien und Portugal sind nicht nur Strand und Meer und Sonne, sondern herausfordernde Landschaften, durch tolle Straßenbauprojekte bestens erschlossen, bereit für alles, was der aktive Mensch zu tun bereit ist. Ich bin in jedem Jahr wieder begeistert von diesem Reichtum an Abwechslung der Gegenden und der Möglichkeiten, sich aktiv darin zu bewegen. Herrlich. Nur – bisssssssiiiii zu kalt ist es mir grad. Thermometer ging von heute morgen an der Küste bei 11° auf hier in Burgos, Kastilien, auf 7° runter, zum Vergleich – verrückte Welt - daheim hatten wir heute 15°..... ohne Worte.
  Nun aber fahre ich auf Burgos zu und reibe mir die Augen – mitten in der Landschaft eine Stadt mit halbhohen Hochhäusern en masse, erbaut wohl irgendwann zwischen den 1970ern und 2000ern, so sieht das zumindest aus. DAS Etappenziel der Jakobspilger – so ein Moloch? Ähem. Die Navigatöse leitet mich zu dem offiziellen SP, asphaltierter Parkplatz neben einem Einkaufszentrum, Wohnblocks drumrum, lieblos, charakterlos, ca 8 Wohnmobile E + F da, naja. Auf der Wanderapp finde ich einen anderen Parkplatz oben beim Castello und fahre hinauf. Herrlich, genau nach meinem Gusto, etwas versteckt im Wald. Ich gehe zum Castello (von dem man außer paar Mauern außenrum nicht viel sehen kann, aber einen Ausblick über die Stadt hat) und von da aus runter in die Stadt. Man konnte schon ausmachen, dass diese wunderbare gotischeKathedrale und die Gebäude drumrum irgendwie umzingelt sind von relativ neuen Bauten, irgendwie so mittens drin. Wenn man sich dem ganzen nähert, offenbart sich dann schon ein größerer Platz vor der Kathedrale usw. Dann hat die ganze Szenerie schon was, nämlich Flair und Charakter und Würde, natürlich. Alles sauber und ordentlich, auf dem Platz vor der Kathedrale sehe ich sie wieder – diese vorgebauten Fensterfronten, die mich vor 2 Jahren in A Coruna so fasziniert hatten. Dort sind sie beinahe kilometerlang, hier nur mal wenige, dann 100 Meter, aber klasse. Ist das scheinbar der Baustil, der auf der nördlichen iberischen Halbinsel gepflegt wird. Sehr schön! Ich bin begeistert und beschwingt.
68- Übersicht Burgos.JPG
69- Platz vor der Kathedrale.JPG
70- Kathedrale.JPG
         
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Beitrag von Lira » So 24. Nov 2019, 14:14

72- die schönen vorgesetzten Fensterfronten.JPG
73- Floristenausstellung.JPG
74- weiter Floristenausstellung.JPG
75- Iglesia San Esteban.JPG
 Nachdem ich mein Eisfach leer essen muss, kehre ich nicht ein, sondern gehe die Treppen wieder hoch zum Castello und auf der anderen Seite wieder auf meinen lauschigen Waldparkplatz und bereite mir ein köstliches, von daheim mitgebrachtes Abendessen zu.
76- Kastilien.JPG
Noch während des Essens – es stand ein GB-Kästchen verborgen in der Nähe, sonst nix – kommen Autos angefahren, Jugendliche quillen heraus, Musik wird aufgedreht, Dosen ausgetrunken, geschrien, gelacht, getan. Aha. Ein Halbstarken-Treffpunkt ist das hier. Das ist ja blöd. Nix wie weg. Also fahr ich wieder runter auf den Asphaltplatz. Dort sind zwischenzeitlich noch paar weitere Fahrzeuge angekommen, macht nix, ich parke ein, alles hell erleuchtet. Morgen ist ein anderer Tag, den werde ich zügig beginnen......  
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