Peloponnes Mai 2015

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Robbie-tobbie
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Peloponnes Mai 2015

Beitrag von Robbie-tobbie » Mo 3. Aug 2015, 15:40

Sorry, hatte ja schon seit längerer Zeit das Versprechen offen, unseren diesjährigen Griechenland-Reisebericht zu veröffentlichen. Leider hat das Verfassen desselben mehr Zeit in Anspruch genommen als gedacht... und ist immer noch nicht ganz fertig ;-)
Aber damit Ihr schon mal was zum Lesen habt, hier der erste von vier Teilen! Viel Spaß :-)


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Peloponnes Mai 2015

Urlaub. Definiere: Entspannung, Erholung, richtig gutes Wetter. Nette Menschen kennen lernen, aber auch Einsamkeit suchen und finden. Schöne Landschaft, tolle Strände, Meer, schöne Städte. Freiheit mit dem Wohnmobil genießen. Ein wenig Kultur darf auch sein. Gutes Essen sowieso. Das ist zumindest unsere Definition für einen gelungenen Urlaub. Da diese Zeit sehr kostbar und rar ist, will gut überlegt sein, wo man sie verbringt. Unsere diesjährige Wahl ist auf ein Ziel gefallen, das leider zur Zeit von den Medien und vielen Menschen in Deutschland verunkt wird: Griechenland. Wir wollten auf die Peloponnes. Was haben wir uns vor unserer Reise alles anhören müssen: seid Ihr denn verrückt, habt Ihr keine Angst, wieso fahrt Ihr in ein Land, das der EU so schadet... Okay, dies soll ein Reisebericht sein, und von daher will ich keine politischen Diskussionen lostreten. Nur so viel sei gesagt: ja, wir hatten Angst. Und zwar vor der Herzlichkeit der Menschen, die uns fast erdrückt hatte. Ja, wir sind sogar "beworfen" worden: mit Geschenken. Von Menschen, die mit Sicherheit sehr viel bescheidener leben als wir.
Wir hoffen, dass dieser Reisebericht nur ansatzweise die ausschließlich positiven Eindrücke und wahrhaft nur poetisch zu beschreibenden Gefühle ausdrückt, die uns diese Reise in das traumhafte Griechenland vermittelt hat. Hier machen die Götter Urlaub, und wir durften es ihnen nachahmen!

Ihr mögt diese Poesie entschuldigen, aber das Land der Philosophen hinterlässt halt seine Spuren ;-)

Also, los geht´s, wer jetzt noch mag: begleitet uns in 3,5 Wochen wunderschönen Urlaub.


Mittwoch, den 29.4.2015

Vor der Reise musste natürlich geklärt werden, wie wir an unser eigentliches Ziel kommen. Da wir auf den Landweg diesmal keine Lust hatten, blieb also nur noch die Fähre ab Italien. Es sollte auf jeden Fall eine Überfahrt mit Camping an Bord sein. Für eine Online-Buchung direkt über das Portal von Anek/Superfast hatten wir zu lange gezögert: zu unseren Terminen waren bereits Anfang Februar keine Plätze mehr frei. Dank dem von vielen empfohlenen Reisebüro "Linos Travel" konnten wir aber doch noch Plätze ergattern - zwar nicht exakt zu unseren Wunschterminen, aber doch nahe dran. So mussten wir uns dann kurzfristig noch den 30. April frei nehmen, das ging zum Glück bei uns beiden - die Fähre hin ging am Freitag, den 1. Mai um 16:30, zurück am Donnerstag, den 21. Mai. Hin von Ancona nach Igoumenitsa (warum nicht direkt Patras erkläre ich später), zurück ab Patras nach Ancona.
Als Berufstätige mussten wir am Starttag leider beide noch bis 16:00 arbeiten. Da wir aber im Vorfeld schon gut vorbereitet waren und alles gepackt hatten, schafften wir es doch tatsächlich, um 18:10 den Zündschlüssel des WoMos zu drehen: ab dem Moment waren wir im Urlaub. Ein Grinsen machte sich auf unseren Gesichtern breit, der ganze Stress des Alltagslebens fiel im nu von uns ab.
Erstaunlicher Weise hatten wir auf der A3 an Köln vorbei gar keinen Stau - ein vollkommen überirdisches Phänomen, welches sich auf unserer gesamten Reise fortsetzen sollte.
Die Hinreise war standard-mäßig über die Schweiz geplant, durch den St. Gotthard-Tunnel (oder bei Stau vor demselben über den Pass). Bedingt durch die Entkopplung des Euro an den Franken und den aktuell schlechten Wechselkurs sollte die Vignette für die Schweiz (bis 3,5t) 40€ kosten - und an der Tankstelle wurden zusätzlich 4€ "Bearbeitungsgebühr" für die Erstehung derselben fällig! Also, das sind ja Sitten. Demnächst muss ich für ein Eis auch noch Bearbeitungsgebühr bezahlen... Egal, wir hatten keine Lust auf Diskussionen, ist ja schließlich Urlaub.
Da wir eigentlich reichlich Zeit für die Hinfahrt hatten, war der Plan folgender: es gab keinen. Mit Fahrerwechseln, Vorfreude und reichlich Gesprächen verging die Zeit wie im Flug, erst kurz vor dem Gotthard-Tunnel setzte ein wenig Müdigkeit ein. Also beschlossen wir, ein paar Stunden zu schlafen und fuhren einfach eine Raststätte an. Die dort ausgewiesenen Schilder, die besagten, Übernachtungen auf der Raststätte würden 15€ pro WoMo kosten, ließen die Müdigkeit schnell verfliegen - für einen ruhigen Stellplatz wären wir durchaus bereit, einen Obulus zu entrichten, aber für eine Raststätte, an der die Fahrzeuge in unmittelbarer Nähe vorbei donnern, womöglich noch direkt neben einem Kühllaster stehend - nein danke! Also ging es noch weiter. Ja, wenn´s so gut läuft, dann nehmen wir noch den Tunnel mit ;-) der Pass war zu diesem Zeitpunkt tatsächlich noch gesperrt, also Alternative: keine!
Nach dem Tunnel, in dem der vor uns fahrende PKW ein  "dezent" merkwürdiges Fahrverhalten an den Tag bzw. die Nacht legte (abrupte Geschwindigkeitswechsel von 40 bis 80km/h, etliche Schlenker über die Mittellinie), war dann doch die Energie aufgebraucht. Also fuhren wir die für Übernachtungen kostenlose(!) Raststätte "San Gottardo Sud" an. Da wir beide relativ unempfindlich gegenüber Geräuschen im Schlaf sind und die Müdigkeit mittlerweile einen Punkt erreicht hatte, in dem wir beide eine Weiterfahrt als Verstoß gegen die Genfer und andere Konventionen einordneten, war uns diese Wahl vollkommen recht. Wir verbrachten trotz der Autobahnnähe und einer angrenzenden Zugstrecke eine durchaus erholsame Nacht.


Donnerstag, den 30.4.2015

Das erste Mal aufwachen im WoMo: erstmal orientieren, irgendwas ist anders als im Alltag. Und es ist schööööön! Da meine Holde noch den Schlaf des (der?) Gerechten schlief, machte ich mich dran, ihr Lebenselixier herzustellen. Herrlich, das erste Mal wieder Wasser im Flötenkessel kochen und frischen Kaffee aufbrühen. Aber selbst das dezente Gepfeife des Kessels erzeugte keine Regung bei meiner besseren Hälfte. Sogar der Duft vom frischen Kaffee, der sonst Wunder wirkt, blieb bar von jeder Reaktion. Jetzt half nur noch der "brutalste" aller Tricks: den dampfenden Pott direkt vor ihre Nase halten, auch auf die Gefahr hin, dass eine plötzliche Bewegung unser Bett verziert hätte. Und siehe da: ES LEBT! Wie einen Esel mit einer Möhre vor der Nase konnte ich sie aus dem Bett locken. Nach fast intra-venöser Verabreichung des Gebräus waren die Lebensgeister wieder geweckt.
Nach erledigter Morgentoilette und dem Abwasch ging es dann flott weiter in Richtung Italien. Die Grenze passierten wir ohne Kontrolle, die Weiterfahrt verlief wenig spektakulär. Lediglich der Autobahnring um Mailand erfordert dank der hektischen Fahrweise einiger Einheimischer etwas Konzentration. Woran ich mich nicht so richtig erinnern kann: war da schon immer 90km/h angesagt? Und was ich mich auch noch frage: warum hält sich so gut wie keiner dran???
Ach ja, das vergaß ich noch zu erwähnen: bis auf ein paar Regentropfen unterwegs war das Wetter bisher eigentlich ganz okay, südlich des Gotthard-Tunnels war es dann richtig schön und wurde zunehmend in Richtung Süden noch wärmer.
Gegen frühen Nachmittag waren wir bereits kurz vor Ancona. Da wir mehrfach gelesen hatten, dass Ancona selber nicht besonders viel zu bieten hat, entschieden wir uns (auf den Spuren von Meusel), den neuen Stellplatz in Corinaldo auszuprobieren. Die GPS-Daten hatten wir im Vorfeld notiert, also ließen wir uns vom Navi leiten. In Corinaldo angekommen standen wir erstmal ratlos auf einem Parkplatz vor einer Art Sporthalle - das sah aber gar nicht so nach den Bildern aus, die wir vom Stellplatz gesehen hatten. Also erstmal umschauen, und siehe da: direkt unterhalb des Parkplatzes war, durch Bäume von dort aus nicht sichtbar, der neue Stellplatz angelegt. Wirklich richtig nett gemacht und schön gelegen! Und tatsächlich: mit V/E und Strom - und kostenlos. Leider geben das die Bilder nicht so her, sieht eher nach Parkplatz-Atmosphäre aus.

Stellplatz Corinaldo
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Nachdem wir ja nun reichlich gesessen hatten, ging es dann zu einem kleinen "Walk-off" in das wirklich sehenswerte Corinaldo. Nachfolgend ein paar Impressionen.

Blick von Corinaldo ins Tal - fast schon Toscana-like
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Stadttor
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Gemütliche Gassen
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Abends bekamen wir dann noch Besuch von einem Hund, der offenbar irgendwo ins Dorf gehörte - er hatte ein Halsband und eine Hundemarke. Meine kluge Frau hatte bereits im Vorfeld Hundefutter und Leckerlies eingekauft, da wir uns noch zu gut an die vielen freilaufenden Hunde in Griechenland erinnern konnten. Nachdem sich Hundi also bei uns ein paar Leckerlies abgeholt hatte, trollte er sich zufrieden. Es sollte nicht der letzte Hund in unserem Urlaub gewesen sein...


Freitag, 1. Mai 2015

Wunderbar ausgeschlafen nach einer sehr ruhigen Nacht wurde dann nach dem morgendlichen Kaffee die Dusche in unserem neuen WoMo strapaziert - wir sind nach wie vor super zufrieden, das Raumbad macht richtig Spaß. Genau wie das restliche WoMo auch :-)
Die Ruhe auf dem Platz war jedoch plötzlich vorbei, als mehrere italienische Familien mit PKWs auf dem Stellplatz eintrafen, weil sie diesen als Grillplatz auserkoren hatten. Nun ja, da wir eh nur noch ver- und entsorgen und uns dann in Richtung Fährhafen aufmachen wollten, war uns das eigentlich egal. Aufmerksame Eltern erklärten den Kindern auch sofort, dass die Gießkanne, mit der ich unser Wasser auffüllte, kein Spielzeug zum pritscheln ist.
Dank präziser GPS-Daten des Hafenbüros war das Auffinden desselben kein Problem. Dort angekommen holten wir die bei Anek/Superfast hinterlegten Fährtickets für uns ab und checkten ein. Ursprünglich hätten wir ja um 13:30 mit der "Superfast XI" fahren sollen, jedoch wurden wir telefonisch ein paar Tage vor unserer Abreise davon unterrichtet, dass wir auf die "Olympic Champion" von Anek um 16:30 umgebucht wurden. War uns egal, wichtig war uns nur "echtes" Camping an Bord.

Warten auf das Einschiffen. Unsere Nachbarn verdrückten derweil schon mal paar Dosen Bier...
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Kurz danach ging es auch schon ans Einschiffen. Wir bekamen zwar keinen Platz direkt an einer Außenluke und mussten uns mit der zweiten Reihe zufrieden geben, jedoch waren die Einweiser erstaunlich entspannt. Und wir hatten noch etwas Platz, damit wir Tisch und Stühle neben dem WoMo aufstellen konnten, von dieser Stelle aus sogar mit ein bisschen Meerblick. Strom wurde uns auch sofort angeschlossen.

Unser Plätzchen an Bord, leider etwas verwackelt
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JA, wir haben Camping an Bord :-)
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Der ganz große Haken war dann leider ein Laster mit brummendem Kühlaggregat - genau hinter unserem WoMo! Und das Teil war nicht nur richtig laut, sondern lief bis auf eine kurze Unterbrechung von max. 10 Minuten die ganze Zeit durch...
Aber auch damit konnten wir uns irgendwie arrangieren. Eine Kombination aus anfänglich noch lauterer Musik aus dem Radio, hinterher Ohropax, mit etwas Wein "betäuben" (in dem Wort steckt ja sogar "taub" drin *g*) - umstehende müssen gedacht haben, wir sind schwerhörig, weil wir uns fortan schon fast anschreien mussten. Und schließlich übermannte uns die Müdigkeit. Der Schlaf war dann sogar einigermaßen erklecklich.


Samstag, 2. Mai 2015

Gegen sechs Uhr morgens wurde ich dann wach, das Brummen des Lasters war mittlerweile fast schon - dank selektiver Wahrnehmung? Ich weiß es nicht - vom Gehirn ausgeblendet worden. Oder waren wir doch schon leicht taub?
Da wir dummerweise keinen Wasserkocher mit hatten und wir den Gasbetrieb auf der Fähre, der bekannter maßen ja verboten ist, pflichtbewusst auch nicht verwendeten, gab´s erstmal keinen Kaffee. Das wollten wir dann nach dem Verlassen der Fähre sofort nachholen.
Diese legte dann gegen 8:30 griechischer Zeit in Igoumenitsa an. Ja genau, die Uhren mussten noch alle umgestellt werden. Also hier ein kurzer Uhren-Exkurs: Wie viele von den Dingern man so mitschleppt - jeder eine Armbanduhr, dann je eine im Handy, eine im Fahrzeug-Cockpit, eine im Thermometer, nur das Navi war so clever, sich von alleine anzupassen. Eigentlich totaler Blödsinn, wofür braucht man im Urlaub denn eine Uhr? Doch eigentlich nur, um hinterher rechtzeitig die Fähre zu erwischen. Aber da wollten wir an dieser Stelle erstmal gar nicht dran denken... Mit meiner Armbanduhr hatte ich dann noch Spässle. Da ich Uhren mit Atomzeit-Empfänger bevorzuge, muss ich die ja im Normalfall nie selber stellen. Hier war das nun notwendig. Was ich jedoch niemals gedacht hätte: das blöde Ding hat irgendwie dann doch das Signal erhalten (ich glaube, der Langewellensender steht in Frankfurt-Mainflingen!) und stellte sich störrisch wieder auf die MEZ um. Irgendein kluger Mann hat mal gesagt, moderne Technik sei nur dort sinnvoll, wo man sie nicht bemerkt.
Tja, die Frage, die sich der geneigte Leser jetzt vielleicht stellt: wieso landen die in Igoumenitsa, wenn sie auf die Peloponnes wollen? Wer unseren letzten Griechenland-Bericht gelesen hat (Auf dem Landweg nach Griechenland 2013), wird jetzt schon so eine Ahnung haben. Wir wollten nochmal meinen ehemaligen Arbeitskollegen Evangelos, der mit seiner Frau Renate halbjährig in einem kleinen Bergdorf nahe der albanischen Grenze lebt, besuchen.
Aber zuerst mal war ja Kaffee angesagt. Nachdem wir relativ schnell die Fähre verlassen konnten, fuhren wir ein kleines Stück die Küstenstraße in Richtung Süden. Dort befindet sich, direkt über dem Meer gelegen, ein schöner Picknick-Platz, den wir ansteuerten. Der Platz bietet auch einen Blick auf den Hafen, unsere Fähre hatte schon abgelegt und fuhr weiter nach Patras.

Unser Dampfer dampft nach Patras ab
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Schönes Plätzchen
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Während des allmorgendlichen Kaffee-Zeremoniells kam ich dann mit einem älteren Griechen, der hervorragend englisch beherrschte, ins Gespräch. Dieser parkte mit seinem Auto im Schatten unter den Bäumen und machte dort so eine Art Siesta mit seiner Frau. Wie sich herausstellte, war diese Schwedin. Der Grieche (an dessen Namen ich mich leider nicht erinnern kann) war auch nur zum Urlaub dort und lebte mit seiner Frau in Schweden. Wusste ich doch, dass mir das Kennzeichen vom Auto irgendwie nicht griechisch vorkam! Der gute Mann war dann auch sehr mitteilsam, wir konnten nicht weiter fahren, bis er mir seine gesamte Lebensgeschichte erzählt hatte, die ich Euch hier nur kurz zusammen fassen möchte - Fuhrunternehmer in Rente, evtl. wollten sie sich ein Haus in Griechenland kaufen, ihr kompletter Wohnwagen wurde während des Urlaubs samt Inhalt gestohlen, ... Dann bekamen wir noch eine ausführliche touristische Einweisung in das Land, gefolgt von politisch-philosophischen Ratschlägen, ein kleiner Exkurs in die Marktwirtschaft musste auch noch sein. Nun hätten wir in der Zeit locker jeder 5 Liter Kaffee trinken können, aber man ist ja nicht unhöflich. Zum Glück kam dann ein erlösender Anruf auf dem Handy von Evangelos, der sich nach dem Stand unserer Reise erkundigen wollte. Diese Gelegenheit nutzten wir dann, um uns höflich zu verabschieden, man erwartete uns ja. Und selbst der Abschied dauerte noch länger als zu Hause vor der Abfahrt von den ganzen Verwandten und Freunden.
Evangelos hatte uns - typisch griechisch gastfreundlich - darauf hingewiesen, UNBEDINGT nicht irgendwo vorher Essen zu gehen. Also nahmen wir die etwa 120 Kilometer von Igoumenitsa nach Ano Parakalamos unter die Räder und beherzigten selbstverständlich den Rat des gesprächigen Griechen, die Autobahn zu nehmen und nicht die "old national road". Auf dieser Autobahn konnte dann der Multijet-150-Motor zeigen, was in ihm steckt - starke Steigungen und ebenso starkes Gefälle wechseln sich ab. An der Mautstelle angekommen erklärten Schilder, welche Klasse wie viel kostet. PKWs und WoMos bis 2,7m Höhe 2,40€, unser WoMo mit 2,91m würde demnach in Klasse 2 fallen, also 6€. Als ich am Mauthäuschen stand, dirigierte mich die junge Dame, neben deren Fenster ich hielt, dann erstmal immer weiter nach vorne - warum, war mir erstmal nicht klar, da ich nun hätte aussteigen müssen, um die Zeche zu begleichen. Die Erklärung dafür gab ein Blick nach hinten. Dort war eine Art Messlatte angebracht, die die junge Dame hektisch so lange hin und her drehte, bis unser WoMo um 21 Zentimeter auf 2,7m Höhe geschrumpft war. "Äh, two fourty, please" grinste sie mich an. Also sowas hab ich ja noch nie erlebt. Ich meine, klar freute es mich, dass ich weniger als die Hälfte bezahlen musste - aber wenn die Griechen das immer so handhaben? Böse Zungen wurden jetzt sagen: kein Wunder, dass der Staat pleitegeht.
Nach dem Ende der spiegelglatten Autobahn ging´s dann über eine übel holprige Piste weiter, den Weg in´s Dorf Ano Parakalamos hätten wir diesmal sogar ohne Navi gefunden. Zu gut ist uns die Strecke von September 2013 in Erinnerung geblieben...
Dort angekommen, parkten wir unser WoMo erstmal am Rand des Multi-Funktions-Dorf-Platzes und gingen die paar Meter zu Fuß zu Evangelos´ Haus. Dabei machten wir dann direkt mit den ersten Dorfhunden Bekanntschaft, die uns durch lautstarkes Bellen, aber vor Freude wedelnd ankündigten.

Mein Freund Evangelos und ich
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Wir wurden wieder erschlagen von der Herzlichkeit, mit der wir empfangen wurden. Die Beiden ließen es sich nicht nehmen, uns ganz nach griechischer Manier abzufüttern: es gab frisch gegrilltes Lammfleisch, dazu bergeweise leckere Beilagen wie gebratene Paprika, Käse, Salat (mit frischem Anis gewürzt! Wusste gar nicht, dass ich sowas mag), gebratene Kartoffeln, und und und... Leider hab ich vor lauter Appetit ganz vergessen, ein Bild von der Festtafel zu machen, die sich unter den vielen Schüsseln und Tellern bog. Gespiesen wurde stilecht auf der Terrasse mit Blick auf das schöne Tal, wir hatten die Ehrenplätze. Abgerundet wurde das Ganze durch herrliche Gespräche, die natürlich schon einen teils sehr philosophischen Character hatten. Überhaupt war die Freude, unsere lieben Freunde in Griechenland zu treffen, mit einem Hauch Magie gesegnet.

Nachdem wir nun mehr als pappsatt waren, ließ es sich Evangelos nicht nehmen, uns das Dorf ausführlich zu zeigen. Also machten wir einen Spaziergang, bei dem wir unter Anderem die ehemalige Schule, die Kirche und andere Örtlichkeiten besuchten. Wir erfuhren auch etwas über die Geschichte - das Dorf hatte früher ca. 5000 (!) Einwohner, bei irgendwelchen Querelen kam es dann zu einer Spaltung. Nun sind noch ca. 50 Menschen übrig geblieben, die Ano Parakalamos bewohnen.

Abends wurde dann der offene Kamin angezündet, wir redeten und redeten und lachten natürlich auch sehr viel. Und: es gab klarer Weise noch Abendessen... ich glaube, an diesem Moment schon das Hüftgold wachsen gespürt zu haben.

gemütliches Kaminfeuer
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Ein "Selfie" mit Renate, Biggi, Evangelos und mir (von rechts nach links) in der gemütlichen Wohnküche
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Eine kleine Attraktion durften wir dann auch noch erleben: eine Nachtigall, die auch ihr zu Hause in Ano Parakalamos gefunden hat, begann ihre Liedchen zu trällern. Und jeden Morgen, wenn Evangelos´ Cousin Jorgos ihn besuchen kommt, pfeift dieser ein Liedchen. Und genau dieses Liedchen hat die Nachtigall übernommen, so dass Evangelos und Renate irgendwann überrascht dachten, Jorgos käme ein zweites Mal an diesem Tag zu ihnen ;-)

Herrlich ruhig haben wir auf dem Dorfplatz gestanden
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Die Nacht verbrachten wir dann sehr erholsam im WoMo, die Nachtigall sang uns in den Schlaf. Einfach traumhaft.


Sonntag, 3. Mai 2015

Wir erwachten herrlich ausgeruht. Nach der Morgentoilette waren wir dann - NATÜRLICH - bei unseren Freunden zum opulenten Frühstück eingeladen, welches sich auch gemütlich in die Länge zog. Urlaub ist doch was Feines :-)
Ich bekam auch noch eine Führung durch Evangelos und Renate liebevoll angelegten Gemüse - und Blumengarten, eine wahre Freude, sich das anzuschauen.
Aber irgendwann war dann auch der Moment des Aufbruchs gekommen. Wir verabschiedeten uns schweren Herzens von unseren Gastgebern, die wirklich keine Mühen gescheut hatten, uns den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Und damit wir auch ja nicht verhungern, gab´s dann noch ein dickes Kehrpaket mit auf die Reise - eingelegtes Gemüse, selbst gebackene Brötchen, Hörnchen, Kuchen, Lammfleisch für das Gefrierfach, und und und - gut, dass wir in unserem neuen WoMo einen großen Kühlschrank haben, der jedoch nach diesen Gaben an seine Belastungsgrenze kam :-)

Mit Evangelos´ Spazierstock auf der Bank, auf der die alten Männer des Dorfes immer beisammen sitzen - sehe doch authentisch griechisch aus, oder? ;-)
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Wir machten uns also auf den Weg, um die Peloponnes anzusteuern. Unser Navi hatte eine Fahrtstrecke von ca. 280km errechnet. Bis auf ein kleines Stück Autobahn erwies sich die "new national road" als eine üble Buckelpiste, die mit Schlaglöchern nicht geizte. Somit verringerte sich die ohnehin schon niedrige Durchschnittsgeschwindigkeit nochmal deutlich... aber egal, wir hatten ja Zeit! Die Griechen erwiesen sich übrigens als äußerst entspannte Autofahrer. Irgendwie wird in Griechenland grundsätzlich die Standspur mit genutzt, dies eigneten wir uns natürlich auch sofort an. Somit stellten wir mit unserem Geschleiche auch kein großes Verkehrs-Hindernis dar ;-)
Geschwindigkeitsbegrenzungen werden von den Griechen eher als Ratschlag empfunden, ebenso Überholverbote und durchgezogene Linien. Jedoch wird die Hupe ausschließlich zu Gruß-Zwecken genutzt, es wurde nie gedrängelt oder genötigt. Selbst wenn mal kein Platz zum Überholen war, fuhren die Einheimischen halt entspannt so lange hinter uns her, bis sich wieder eine Gelegenheit bot. Auch parken im Halteverbot, in zweiter oder sogar dritter Reihe, wird toleriert. Und wenn mal ein Auto eine Durchfahrt blockiert, wird auch in Seelenruhe gewartet. Der Grieche an sich fährt zwar gerne schnell, hat es aber nie eilig! Da geht´s immer ganz "siga, siga" zu.
Was auch auffiel, war eine so gut wie nicht vorhandene Polizei-Präsenz. Wie wir später von auf den Peloponnes lebenden Deutschen erfuhren, gibt es oft keinen Sprit für die Einsatzfahrzeuge...
Motorisierte Zweiradfahrer sind grundsätzlich ohne Helm unterwegs. Die in doch sehr großer Zahl vorhandenen Radarfallen ("Starenkästen") wurden zu unserer Verwunderung auch komplett ignoriert - wie wir dann jedoch feststellen durften, funktionieren sie in der Regel gar nicht.
Bei dem kleinen Stück Autobahn wurde dann doch tatsächlich die korrekte Maut abkassiert. Na sowas.
Wir passierten noch die Brücke von Antirrio nach Rio, die den Peloponnes mit dem Festland verbindet. Für dieses stolze Bauwerk, welches auf sandigem Meeresgrund in einem Erdbeben-gefährdeten Gebiet erbaut wurde, durften wir dann nochmal 12€ Maut löhnen. Die Fähren, die dort immer noch verkehren, sind mit ca. 9€ pro WoMo zwar etwas billiger, aber da wir eh schon lange genug unterwegs waren, wählten wir nicht dem Wasserweg.

Brückenüberfahrt auf die Peloponnes (entschuldigt bitte die Fliegenleichen an der Windschutzscheibe ;-) )
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Als erstes Ziel hatten wir uns den CP "Kato Alissos" (http://www.camping-kato-alissos.gr/Germ ... _index.htm) im gleichnamigen Ort ausgesucht - wir mussten dringend ver- und entsorgen. Der Platz selber ist zwar am Meer gelegen, jedoch gibt es keine Stellplätze mit direktem Blick aufs Meer. Zum Kiesstrand gelangt man über eine Treppe vom CP aus. Wir wurden sehr freundlich empfangen, die Übernachtung sollte incl. Strom 16€ kosten. Nachdem wir zu Fuß einen schönen Stellplatz auserkoren hatten, der für unser WoMo groß genug war, bezogen wir diesen und installierten uns.

Auf dem CP Kato Alissos
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Überall auf dem Platz Zitronenbäume mit großen, reifen Früchten
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Wir hatten es und gerade in den Stühlen vor dem WoMo bequem gemacht, kam ein freundlicher Herr in Motorradkleidung zu uns: "Grüß Gott, ich bin der Heinz aus Tirol. Würde es Euch stören, wenn ich mein Zelt auf dem Platz neben Euch aufbaue?" So viel Rücksichtnahme machte mich dann erstmal fast sprachlos, obwohl ich sonst eher nicht auf den Mund gefallen bin. Klar durfte Anton, äh Heinz aus Tirol sich neben uns ausbreiten. Und ein kaltes Bier für ihn gab´s auch noch obendrein, über das er sich sichtlich freute.
So kam man dann natürlich auch ins Gespräch, der gute Mann hatte mit seinem Motorrad bereits die Peloponnes bereist und war schon auf dem Rückweg. Gerade pensioniert hatte er diese Rundreise ohne seine daheim gebliebene Frau unternommen, die er aber sichtlich vermisste. Reiseerfahrungen wurden ausgetauscht, und auch hier driftete das Gespräch in philosophische Dimensionen aus. Nur den Sinn des Lebens hatten wir nicht erörtert. Und weil wir uns so nett unterhielten, luden wir ihn dann zu der frischen Spaghetti Bolognese ein, die wir für den Abend geplant hatten. Danach ließ es sich Heinz nicht nehmen, Biggi beim Entfernen der Fliegenreste an der WoMo-Front zu helfen: "Des is doch keine Arbeit für Frauen."

Heinz bei der Arbeit - danke Dir, ist sehr gut geworden :-)
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Da uns die Anreise doch noch etwas in den Knochen steckte, außerdem die Erholung so langsam einsetzte, wurden wir alle an diesem Abend nicht alt. Auch Heinz verschwand gegen 22:30 im Zelt.


Montag, 4. Mai 2015

Ich war gerade wach geworden, als Heinz sich schon verabschiedete und sich überschwänglich für den schönen Abend bedankte. Heinz, wir haben ihn ebenso genossen!

Gemütlich tranken wir Kaffee, ver- und entsorgten unser WoMo (Entsorgung mangels Bodeneinlass etwas mühevoll Eimerweise), die sanitären Anlagen ausgiebig genutzt hatten, machten wir uns langsam auf den Weg. Wir wollten die Westküste in Richtung Süden fahren. Ausgestatten hatten wir uns im Vorfeld mit reichlich Informationen aus dem Internet, einer Generalstabskarte von Griechenland (Freytag & Bernd), Marco-Polo-Reiseführer und Navi mit diversen POIs. Und im Vorfeld hatte ich natürlich den berühmt-berüchtigten "Schulz" für die Peloponnes erworben. Mit einem Mix aus diesen unterschiedlichen Informationsquellen fühlten wir uns ganz gut vorbereitet. Einen Plan, wann wir wo sein wollten, gab es auch diesmal nicht. Wir hatten uns daher relativ spontan dazu entschlossen, zuerst die Westküste zu bereisen.
Den ersten Halt machten wir dann am Strand von Kalogria. An dem Stellplatz aus dem "Schulz" (N38° 09'34,7" E 21° 22' 02.4") waren übergroße Tafeln aufgebaut: WoMos verboten, Wohnwagen verboten, Zelte verboten, alles verboten. Atmen war, glaube ich, noch erlaubt. Also trollten wir uns wieder.
Den offiziellen WoMo-Stellplatz, den wir kurz vorher auf dem Weg gesehen hatten, ließen wir links liegen, dort gefiel es uns nicht.
Auf dem etwas südlicher gelegenen Parkplatz waren ebenfalls reichlich große Tafeln aufgebaut, die mit diversen Piktogrammen und Worten in verschiedensten Sprachen Campingverbote anzeigten, welche von diversen WoMo-Besatzungen großzügig ignoriert wurden. Mit diesen kamen wir recht schnell ins Gespräch, sie würden schon unbehelligt dort mehrere Tage stehen. Aber so richtig wohl fühlten wir uns dort auch nicht, irgendwie war das eher Parkplatz-Atmosphäre. Und wenn das Bauchgefühl nicht stimmt, ist das nix für uns. Also ging´s weiter.
Den nächsten Tipp hatten wir von "Meusel" aus der "Mobilen Freiheit". Südlich von Killini am Strand von Kastro (N37.8892 E21.1117) rollten wir von der Straße hinunter zum Strand und fanden ein Paradies vor: direkt am Wasser auf einem kleinen Plateau standen unaufdringlich ca. 6-7 Wohnmobile, schön verteilt über die großzügige Fläche. Ein Traum. Also parkten wir direkt in erster Reihe unseren "Käptn" (ach so, so haben wir unser WoMo genannt).

Ein WoMo-Paradies!
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Von den allesamt sehr freundlichen WoMo-Besatzungen erfuhren wir auch, dass direkt hinter der angrenzenden Taverne ein Wasserhahn sowie eine Stranddusche vorhanden waren. Die Taverne hatte bisher leider nur am Wochenende geöffnet. Da wir aber noch genügend Vorräte an Bord hatten, war das für uns kein Problem. Herz, was willst Du mehr! Wir packten zwei Stühle aus und machten es uns in der Sonne bequem. Apropos Sonne: seit dem Erreichen der Peloponnes hatten wir ca. 25 Grad tagsüber. Nachts gingen die Temperaturen auf angenehme 18 Grad herunter, das garantierte erholsamen Schlaf. Perfektes Wetter also auch noch!
Gegen frühen Abend spazierte dann ein junger Mann an unserem WoMo vorbei, der auf dem Weg zu seinem "Feierabendbier" enttäuscht feststellte, dass die Taverne geschlossen hatte. Man ist ja kein Unmensch, also luden wir "Fips", wie er sich nannte, zu uns auf ein Bier ein. In der Unterhaltung, die sich dann recht schnell entwickelte, stellte sich heraus, dass Fips mit einem gleichgesinnten anderen jungen Mann und einer jungen Frau seit 2009 auf Achse war. Ehemalige Pferdetransporter und ähnliche Fahrzeuge waren zum Wohnmobilen ausgebaut worden, der Spritverbrauch dieser drei Gefährte betrug zusammen ca. 60l Diesel auf 100km. Das ist mal ne Ansage! Nix mit Euro 5 ;-)
Fips bestritt seinen Unterhalt mit einem ungewöhnlichen Beruf: er war Feuerkünstler. Wenig Körperbehaarung an den Armen verriet, dass das nicht immer gut geht ;-) Des Weiteren präsentierte die Truppe Straßenmusik, Akrobatik etc. Hier die Internet-Adresse der drei jungen Leute: http://www.circusbambule.com/freaks-on-the-road/

Zum Abendessen gab es hinterher, na ich sag mal Stifado - zu dem Zeitpunkt wussten wir zwar, dass es dieses Gericht gibt, aber nicht wie man es zubereitet. Also auf jeden Fall reichlich landestypisches Gemüse (Auberginen, Zucchini, Zwiebel, Knoblauch, Tomaten, ...) mit etwas Fleisch und Feta mit Olivenöl in der Pfanne zubereitet. Fortan hieß jedes Gericht, welches wir mit den Zutaten, die wir gerade da hatten, gekocht wurde, Stifado :-) Wie wir dann hinterher erfahren hatten, gibt es wohl auch zig verschiedene Arten, wie man ein Stifado zubereitet. Also haben wir gar nicht sooo schlecht gelegen mit der Bezeichnung. Das Abendessen nahmen wir dann im WoMo zu uns, da gegen Nachmittag ein unangenehmer Wind eingesetzt hatte, der zwar auch die Mücken vertrieb, uns aber auch in unsere Landyacht. Kurz vor der Dämmerung hörte der Wind dann aber wieder auf, so dass wir noch einen wunderschönen Sonnenuntergang draußen verbringen konnten.

Sonnenuntergang, rechts im Bild übt Fips für seine Feuershow
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Wir verbrachten eine herrlich ruhige Nacht mit Meeresrauschen.


Fortsetzung folgt...



janoschpaul
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Re: Peloponnes Mai 2015

Beitrag von janoschpaul » Mo 3. Aug 2015, 16:34

Hallo Robert,
wirklich toll geschrieben, sehr unterhaltsam zum Lesen. Wie schön, dass Du sogar poetisch wirst. Sehr schön ist auch Griechenland einmal wieder positiv wahr zu nehmen.
Euer letzter Platz im Bericht ist ja wirklich ein Träumle.
Ich freue mich schon auf Teil 2,3 und 4.



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Re: Peloponnes Mai 2015

Beitrag von Biggi & Reinhard » Mo 3. Aug 2015, 17:23

Danke für die schönen Bilder den Tollen Reisebericht und fürs mitnehmen :dau3 :dau3



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Re: Peloponnes Mai 2015

Beitrag von Urban » Mo 3. Aug 2015, 17:41

Schöner Bericht, bin gespannt auf die Fortsetzung

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Re: Peloponnes Mai 2015

Beitrag von laufbine » Di 4. Aug 2015, 14:58

Hallo Robert,

danke für den tollen Bericht. Ich bin auf Deine weiteren Erfahrungen gespannt.

Viele Grüße

Sabine



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Re: Peloponnes Mai 2015

Beitrag von Robbie-tobbie » Di 4. Aug 2015, 18:10

Danke für die positiven Rückmeldungen! Ja, ich weiß, ziemlich viel Text, bin halt n Laberkopp ;)

Also, weiter geht´s...


Dienstag, 5. Mai 2015

Die Sonne kitzelte mich aus dem Bett. Da wir beschlossen hatten, heute noch hier zu bleiben, tranken wir erstmal in Seelenruhe draußen vor dem WoMo Kaffee. Währenddessen kam ich mit unserem Nachbarn rechter Hand ins Gespräch. John, ein pensionierter Schwede, war mit seinem VW-Bus und zwei Hunden unterwegs. Ein sehr freundlicher Mann, wir hatten am Vortag schon ein Bier zusammen getrunken, hatte viel zu erzählen - wie eigentlich alle Menschen, die wir unterwegs kennen gelernt hatten. So kam es, dass wir bis in die Mittagszeit herum trödelten, bis wir uns endlich mal etwas Bewegung verschaffen konnten. Zum Radfahren war die Gegend eher nicht so gut geeignet, die starken Steigungen hätten uns in der Mittagssonne ausgetrocknet. Also mussten die Turnschuhe herhalten, damit wanderten wir dann vom Strand aus die ca. 4-5km nach Kastro bis oben hin zur Burg. Ein sehr beschauliches Städtchen, in dem die Uhren noch schön langsam gehen. Apropos langsam gehen, das taten wir auch, denn die Sonne knallte schon mörderisch vom Himmel. Unterwegs hielten wir immer wieder zu Trinkpausen an.

Stadtmauer von Kastro, mal wieder wolkenloser Himmel
http://i18.servimg.com/u/f18/17/84/43/19/2010.jpg

Der Weg bergab war dann etwas angenehmer. Da uns der Spaziergang immer noch nicht reichte, erkundeten wir erst noch mal den Strand mit seinen Buchten, jedoch kamen wir dort irgendwann nicht weiter. Und so spazierten wir dann noch die Straße oberhalb des Stellplatzes entlang, um uns an jedem Haus von einem großen, aber wedelnden Hund ankläffen zu lassen.
Als wir von unserer Wanderung zurück zum Stellplatz kamen, sah ich aus dem Augenwinkel, wie der wirklich sehr freundliche holländische Nachbar zu unserer linken Seite die Cassette seines Chemieklos mit einem Läppchen reinigte. Der wird doch nicht etwa...? Irgendwie kam in dem Moment Ärger in mir auf, allerdings hatte ich den Herrn ja nicht "in flagranti" erwischt. So musste ich also davon ausgehen, dass er täglich die Cassette von außen reinigt. Klingt jetzt total blöd, aber ich hatte ja nun mal keinen Beweis. Also musste ich das wohl oder übel zähneknirschend hinnehmen.

Mittlerweile waren an dem Strand diverse weitere Wohnmobile angekommen, langsam wurde es uns zu voll, zumal in unmittelbarer Nähe der CP "Camping Melissa" angesiedelt war. Die Krönung bildete ein Fahrzeug, ähnlich Unimog, vermutlich ein ehemaliges Militärfahrzeug der DDR oder so aus den 60er Jahren. Das mit mindestens 25 übereinander liegenden Blattfedern pro Rad und ca. 80cm hohen Vollgummireifen ausgestattete Ding fuhr erst ein paarmal hoppelnd über den gesamten Platz. Bei jedem kleinen Steinchen wurden die Insassen so durchgeschüttelt, dass ein Hals-Wirbel-Syndrom nach ca. 50km Fahrt durchaus wahrscheinlich wäre. Okay, jeder so wie er mag, meins wär´s nicht. Aber was ich dann schon irgendwie blöd fand, dass die sich - obwohl das auf Grund der Platzverhältnisse absolut unnötig gewesen wäre - sich so dicht links neben uns stellten, dass wir die Fenster auf dieser Seite fast nicht mehr öffnen konnten... Und ich dachte, Fahrer solcher Fahrzeuge wären Individualisten und keine Kuschel-Camper. Und als die Beiden dann ignorant wegschauten, als ich sie bei Gelegenheit vorsichtig gegrüßt hatte, war die Schublade auf und die Beiden drin. Und da soll´n sie auch bleiben. Okay, kann ja nicht jeder so´n Schwatlapp sein wie ich ;-)

Wir genossen also unseren letzten Abend an diesem wirklich außerordentlich schönen Fleckchen Erde. Fips kam dann nochmal vorbei, um sich sein gut gekühltes Feierabend-Bierchen abzuholen. Wir quatschten wieder über Gott und die Welt, und er erwähnte nebenbei, dass er doch sowas wie eine leckere deutsche Salami vermissen würde. Ich dachte eigentlich, er wäre Veganer. Nach dieser Information musste ich doch mal schauen, was unser Kühlschrank doch noch so gutes deutsches hergab, und ich fand eine Mettwurst, welche ich ihm umgehend anbot. Ich glaube aber, so den richtigen Gefallen habe ich ihm damit nicht getan. Er biss ab und zu ein Millimeter-Stückchen davon ab und nahm direkt einen Schluck Bier hinterher. Vermutlich aus Höflichkeit quälte er sich die halbe Wurst rein, bis ihm plötzlich einfiel, dass er seinen Laptop noch auf seiner Motorhaube stehen hatte und verschwand flott mitsamt der Wurst, vermutlich um sie dezent zu entsorgen. Fips, vielleicht tue ich Dir jetzt unrecht, aber Du hättest ja auch was sagen können, ich wäre Dir echt nicht böse gewesen!


Mittwoch, 6. Mai 2015

Da wir eh am Vortag beschlossen hatten, den mittlerweile aus unserer Sicht übervollen Platz zu verlassen (man wird ja anspruchsvoll...), außerdem das WoMo nach Entsorgung schrie, machten wir uns nach dem Kaffee abreisefertig. Als nächstes Ziel hatten wir den "Camping Apollo" (http://www.camping.info/griechenland/pe ... 20685/lage) in der Nähe des Ortes Tholo ausgeguckt.

Ein Ereignis der "Übernatürlichen Art" hielt Biggi dann noch fotografisch fest: Lichtbrechungen der Sonne in einer der Dachluken projizierte mit etwas Fantasie einen Engel an die Wand über unserem Bett!

Schon fast unheimlich... damit meine ich nicht das ungemachte Bett ;-)
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Ich war gerade bei der Morgentoilette, als ich einen Dieselmotor in unserer Nähe anspringen hörte, machte mir zu diesem Zeitpunkt aber keine Gedanken darüber. Als wir dann losfuhren, sah ich, dass der "nette" Holländer nebenan, der Vortags seine Klo-Cassette poliert hatte, mit seinem WoMo im Gebüsch stand und mit zufriedenem Grinsen den Schlüssel seines Hymer, mit dem der Abwassertank geöffnet wird, in seinem WoMo verstaute. Also Leute, an dieser Stelle: wie soll man da reagieren? Ich hatte wieder keinen schlüssigen Beweis, dass er sein Grauwasser in der Natur verklappt hatte. Was soll man in so einem Moment machen? Ich war so baff, dass ich nur doof guckte. So eine (vermeintliche) Schweinerei! Ich habe im Nachhinein alle Fotos angesehen, die wir dort gemacht hatten, das Kennzeichen des WoMos dieses Ferkels war nirgendwo sichtbar. Und im Nachhinein eine Anzeige erstatten - wo? Wird sowas überhaupt Grenz-übergreifend geahndet? Und einen Beweis hatte ich ja sowieso nicht! Eine Standpauke wäre vielleicht angemessen gewesen, aber ob das Früchte getragen hätte? Liebe Mit-WoMo-Fahrer, ich appelliere an dieser Stelle an Euer Gewissen: bitte, bitte macht sowas NIEMALS nach. Das fällt auf uns alle zurück. Ich glaube, wenn ich sowas in Holland gemacht hätte und dabei erwischt worden wäre, könnte ich diesen Reisebericht aus dem Knast schreiben. Brrrr....

An dem Camping Apollo angekommen wurden wir mal wieder sehr freundlich empfangen. Die resolut wirkende Chefin des Platzes ließ uns zuerst den Platz anschauen, der hinter einer Düne an einem mal wieder richtig schönen, langen und einsamen Sandstrand liegt. Im Teil, der direkt im Wald am Meer liegt, gibt es keinen Strom, den hätten wir aber eh nicht gebraucht. Was uns allerdings abschreckte war eine ca. 1,5m lange Schlange, die sich vor uns in die Büsche hinein verkroch... mit Schlangen haben wir´s beide nicht so. Ob die nun giftig war oder nicht, ich weiß es nicht. Wir zogen es jedenfalls vor, uns in dem vorderen Teil des Platzes nieder zu lassen und hofften darauf, dass die Schlange auf ihrem Teil des Platzes blieb.

Als wir von der Chefin den Preis genannt bekamen, staunten wir nicht schlecht: 10€ pro Nacht incl. Strom. Kann das wirtschaftlich sein? Zumal auf dem Platz bisher gesamt nur 3 WoMos und ein Zelt standen. Nun gut, schlossen wir also doch den Strom an und schonten unsere Gasreserven.

Für Biggi war dann erstmal Schwimmen angesagt. Wofür fährt man sonst schließlich ans Meer. Freundlicher Weise überließ uns die CP-Chefin auch noch einen Sonnenschirm, wir selber hatten keinen. Die Sonne knallte nämlich immer noch erbarmungslos vom Himmel.

Ein Fisch namens Wanda - nein, Biggi ;-)
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Strand (und ich unterm Sonnenschirm) vom Wasser aus - ich war der Einzige am Strand
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So ein CP hat gegenüber dem Freistehen auch seine Vorteile: man kann sich so richtig breit machen. Also packten wir Liegen, Stühle und Tisch raus, die Markise wurde heraus gekurbelt. Ich holte auch die Fahrräder aus der Heckgarage, die flache Gegend an der Westküste bot sich regelrecht zum Radeln an. Allerdings hatten wir dies erst für den nächsten Tag geplant. Da der Nachmittag schon weit fortgeschritten war, wurde erst mal zünftig gegrillt.

Reichlich Platz zum Ausbreiten
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Pappsatt und zufrieden machten wir uns an den Abwasch. Danach schnappten wir uns zwei Klappstühle und machten uns mit einer Flasche Wein auf an den Strand, wo wir den Sonnenuntergang mutterseelenallein verbrachten.

Die Idee für folgende Fotos hab ich von Jion´s Reiseberichten aus dem Internet gemopst - ich hoffe, Ihr verzeiht mir, aber ich fand das so witzig ;-)

Nachtisch
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Geklaute Kunst ;-)
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Ach so, fast vergessen: Hunde hatten wir natürlich auf diesem CP auch wieder - drei an der Zahl, sie gehörten zum Platz. Lagen aber zur Essenszeit (und auch sonst fast immer) gerne bei uns am WoMo.


Donnerstag, 7. Mai 2015

Heute waren wir bereits eine Woche unterwegs. Wie schnell die Zeit doch vergeht! Rückblickend hatten wir bis dato aber auch schon reichlich Eindrücke sammeln können, bisher ein sehr abwechslungsreicher Urlaub.
Für heute war ja Radfahren angesagt. Im Vorfeld hatten wir schon gesehen, dass mehrere Wege, teils geteert, teils Schotter, relativ strandnah entlang der Gleise einer offenbar stillgelegten Bahnstrecke gingen. Diese erschienen uns hervorragend geeignet für unsere Radtour. Also packten wir uns reichlich Trinkwasser ein und machten uns auf den Weg. Wir durchradelten etliche Oliven- und Orangenbaum-Plantagen, zwischendurch kreuzten wir immer wieder kleine, typisch griechische Dörfer. Hier gehen die Uhren wirklich noch anders. Apropos Uhren: meine weigerte sich nach wie vor standhaft, die griechische Zeit anzunehmen. Störrisches Ding.
Und wieder wurden wir an jedem Zaun von einem meist ziemlich beeindruckend großen Hund angekläfft.

Trinkpause unter einer beeindruckenden Pinie
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Nach ein paar Stündchen gemütlichen Radelns ohne nennenswerte Steigungen erreichten wir wieder den CP, wo uns "unsere" Hunde schon erwarteten. Clarence (schielte), Floi (kratzte sich ständig) und Charlotte nannten wir sie. Die drei mussten jedoch noch etwas auf´s Leckerli warten, denn erstmal ging´s noch ab ins Meer, den Staub und Schweiß von der Radtour abspülen. Schon toll, so ne große Badewanne vor der Tür.

Heute Abend sollte dann unser "Koch-mann" in diesem Urlaub seine Premiere haben. Das kleine, aber praktische Ding hatte ich von meiner Schwiegermutter zum Geburtstag geschenkt bekommen - danke nochmal, Tiny! Hat die Feuerprobe auf jeden Fall bestanden :-)
Während einerseits auf dem Holzkohlegrill Fleisch brutzelte, brieten wir in der Pfanne auf dem Kochmann frische Gemüsestreifen aus Paprika, Zucchini und Auberginen in Olivenöl an, im Vorfeld gewürzt mit Knoblauch, Salz, Pfeffer und etwas Oregano. Was soll ich sagen, schmeckte echt richtig lecker griechisch ;-)

Vorbereitungen für´s Abendessen, rechts der Kochmann, daneben Floi
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Freitag, 8. Mai 2015

Heute zog es uns wieder weiter, als grobe Richtung war wieder Süden vorgegeben. Zunächst musste aber noch ver- und entsorgt werden. Ein freundlicher deutsch-sprachiger Grieche, der während unseres gesamten CP-Aufenthaltes für uns da war und uns mit Tipps versorgte, hatte uns auch die "Grauwasser-Entsorgungsstation" gezeigt. Warum ich dies in Hochkommata schrieb: die Entsorgung war eine Art Gully, in dem diverse Entsorgungsleitungen mündeten, abgedeckt durch eine nicht ganz so dicke Stahlplatte, die schon ziemlich durchgebogen war. Daher rangierte ich lieber vorsichtig um diese Stahlplatte herum, bis ich einigermaßen mit dem Grauwasser-Auslass über dem Loch stand. Als ich dann die Platte zur Seite schob, bekam ich einen kleinen Schreck: Dieser "Gully" hatte einen Durchmesser von ca. 60-70cm und war eher schlecht als recht aus schon zerfallenden Steinen gemauert. Und unser Hinterrad stand nur ein paar Zentimeter hinter diesem bröckeligen Abgrund...

Was da wohl der Statiker zu sagen würde?
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Nachdem wir den Platz bezahlt hatten, machten wir uns auf den Weg. Während des Weges wollten wir uns unbedingt ein paar Stellplätze anschauen, die auf dem Weg lagen. Da sie aber nur ein paar Kilometer entfernt waren, beließen wir es beim Schauen. Wir kommen ja schließlich noch mal wieder, so viel stand zu dem Zeitpunkt bereits fest.
Wir hielten also zuerst am Wald von Elea und schauten uns dort um. Nicht schlecht, dort kann man es sicher ein bis zwei Tage aushalten. Nur Fotos haben wir leider vergessen zu machen...
Danach steuerten wir einen Stellplatz in Romanos an - der gefiel uns auch ganz gut, jedoch wäre für uns dort zu diesem Zeitpunkt kein Platz gewesen. Aber direkt mehrere schöne Strände mit Buchten lockten dort zum Baden. Wieder ein Tipp für´s nächste Mal...

Strand bei Romanos
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Als Nächstes stand die Voidokilia- oder auch Ochsenbauchbucht an. Auf dem Weg dorthin leitete uns das Navi über sehr schmale, beidseitig mit Olivenbäumen bewachsene Straßen. Diese hingen weit auf die Straße und verzierten unser neues WoMo mit den ersten Kratzern. Zu guter Letzt musste man über eine kurze, aber seeeehr bauchige Brücke fahren. Auf Grund des Tiefrahmen-Chassis hatten wir Sorge aufzusetzen, es passierte jedoch nichts. Also parkten wir und schauten uns die berühmte Bucht an, die es wirklich in sich hat.

Der dufte Typ mit den stämmigen Waden bin ich ;-)
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Beeindruckende Felsen in der Ochsenbauchbucht
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Die Bucht wird von beiden Seiten von Felsen eingerahmt
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Informationen zu Folge soll das Freistehen dort nicht mehr möglich sein. Als wir ankamen, standen dort zwar zwei oder drei WoMos, ob diese dort übernachtet hatten, wissen wir aber nicht.
Blöder Weise musste man denselben Weg zurück fahren, sprich wieder über die bauchige Brücke und die mit Olivenbäumen bewachsene Straße nehmen - alternativ gab es eine Schotterpiste, die uns auch unser bescheuertes Navi vorschlug. Nach einem kurzen prüfenden Blick auf den schmalen, buckligen und staubigen Weg wählten wir dann doch dieselbe Route wie auf dem Hinweg. Wir haben ja schließlich kein allrad-getriebenes Expeditionsmobil.
Auf den Spuren der Familie Kaluza sollte unser nächstes Ziel dann der CP "Anemomilos" in Finikounda sein. Wir waren gespannt...
Dort angekommen wurden wir erstmal auf Deutsch angesprochen. Ist ja an sich nicht schlimm, aber irgendwie passte das nicht. Nachdem wir eine einigermaßen passende Parzelle für unsere 7m lange fahrbare Ferienwohnung gefunden hatten, was auf dem Platz gar nicht so einfach ist, stellten wir fest: eine Übernachtung reicht. Gefühlt halb Bayern war auf dem CP vertreten, wir kamen uns fast vor wie am Chiemsee. Ach nee, da sind ja gar nicht so viele Bayern, die sind ja eher am Gardasee. Diese bedrückende Enge, diese permanente Berieselung in deutscher Sprache passte einfach gerade nicht. Vielleicht tun wir dem wirklich sauberen und schön angelegten Campingplatz unrecht, die Lage und der angrenzende Strand sind auch wirklich schön. Aber irgendwie passte das gerade nicht... fehlte nur noch die Animation wie auf einem italienischen Lido-Platz.

Stellplatz auf dem CP Anemomilos
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Ausnahmsweise keine Hunde, sondern Katzen
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Auch als Augenschutz taugen diese leckeren griechischen Kekse
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Den Abend verbrachten wir dann wieder mit einem Glas Wein am Strand, dort war es wesentlich ruhiger...

Abends am Strand
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Ein wenig Kunst muss auch sein (nicht der Fuß, die Steine)
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Samstag, 9. Mai 2015

Relativ früh wurden wir an diesem Morgen wach. Der allgemeine Geräuschpegel war -vorsichtig ausgedrückt- doch etwas höher, als wir es auf den Peloponnes bisher erlebt hatten. Das frühe Aufstehen jedoch kam unseren Plänen, heute auf dem Weg die Stadt Koroni zu besichtigen, entgegen.
Nachdem wir in aller Ruhe eingeräumt, geduscht und versorgt hatten, machten wir uns also auf den Weg.
Was uns während der Fahrt auffiel: die bislang an der Westküste allerorts vertretene Blütenpracht wurde zusehends weniger. Wobei es immer noch ziemlich grün war, so grün hatten wir uns das südliche Griechenland eigentlich gar nicht vorgestellt. Wird vermutlich der frühen Jahreszeit geschuldet sein, es war ja schließlich erst Anfang Mai. Uns gefiel es aber jedenfalls.
Wir ließen uns mittlerweile komplett vom Navi führen, da die Generalstabskarte für gesamt Griechenland sich als absolut untauglich herausstellte - wirklich nur die großen Straßen sind dort verzeichnet, und selbst da passte nach unserem Eindruck so Einiges nicht.
Dank "Schulz" hatten wir die Koordinaten vom Hafengelände, an dem problemloses Parken mit dem WoMo möglich sein soll. Das sollte uns reichen, übernachten wollten wir dort nicht. Die Zufahrt zu diesem Hafengelände erwies sich allerdings als sehr eng, aber durchaus machbar. Wartezeit sollte man allerdings einplanen, denn wie bereits erwähnt, parkt der Grieche an sich gerne in zweiter Reihe. Und dann ist halt definitiv kein Vorbeikommen möglich. (Im Nachhinein hatten wir von irgendjemandem gehört, dass das Parken dort mit WoMos angeblich mittlerweile verboten sein sollte - wir konnten jedoch unbehelligt dort mehrere Stunden stehen.)
Wir stiefelten -wie bei uns immer- in der größten Mittagshitze die vielen steilen Treppen von Koroni hinauf. Oben an der Festungsmauer angekommen, hatten wir einen herrlichen Blick auf die Bucht.

"Such das WoMo ;-)"
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Steile Gässchen in Koroni
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Beste Voraussetzungen zum Wäsche trocknen
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Das Städtchen hat uns sehr gut gefallen. Zumal wir uns dort endlich mit den dringend benötigten Postkarten für die daheim gebliebenen eindecken konnten. Die Briefmarken für 80 Cent das Stück erschienen uns zwar etwas teuer, aber was soll´s. Des Weiteren erwarben wir endlich eine vernünftige Straßenkarte "Peloponnes" im Maßstab 1:250.000 für günstige 8 Euro. Mit Städteverzeichnis und diversen Stadtplänen! (Im Nachhinein stellte sich heraus, dass das Städteverzeichnis in griechischer Schrift verfasst war - für uns also nicht sooo besonders hilfreich...)

Hier kann man ALLES kaufen ;-)
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Nach der Schweiß treibenden Besichtigung mussten erstmal die Lebensgeister wieder hergestellt werden. Wir nahmen noch einen kleinen Imbiss zu uns und planten dann die Weiterfahrt. Freie Stellplätze sollte es laut Schulz und Internet-Recherchen in dieser Gegend so gut wie gar keine geben außer in Messini, den wollten wir uns also ansehen. Wir machten uns also auf den Weg und hatten dann bei der erneuten Durchfahrt Koronis erstmal das Glück, dass ein vor uns herfahrender Bäcker, der an jedem dritten Haus hielt und Brot auslieferte, unsere Weiterfahrt auf ein Durchschnittstempo von 0,5km/h herunterbremste. Ist halt Griechenland, siga, siga! Nach jedem Halt bedankte er sich freundlich winkend bei uns.
An der Strandpromenade von Petalidi kann man hervorragend mit dem WoMo parken. Diesen Umstand machten wir uns zu Nutze, da unsere Barbestände mittlerweile so gut wie aufgebraucht waren. Wir benötigten also einen Geldautomaten, den wir auch in unmittelbarer Nähe des Parkplatzes fanden. Aber Vorsicht: wenn man von der Hauptstraße nach rechts auf die Promenaden-Parkplätze fährt, muss man (zumindest aktuell) auf eine starke Bodenabsenkung achten. Was wir nicht taten. Das rächte sich mit einem kurzen Moment gefühlter Schwerelosigkeit und anschließendem "Rumms!".
Ich glaube, in Petalidi könnte man sogar dort übernachten, aber uns gefiel die Parkplatz-Atmosphäre nicht, also ging´s weiter.

Parkplatz in Petalidi an der Promenade
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Am Stellplatz von Messini angekommen wehte eine richtig steife Brise. Und einen wirklich richtig schönen Platz für unser WoMo fanden wir nicht. Zum anderen brannte die Sonne mit richtig viel Kraft vom Himmel herab. Die Markise als Sonnenschutz war bei diesem Wind sowieso nicht verwendbar, und beim Freistehen benutzen wir sie eh nicht gerne. Wir wollen ja schließlich nicht den Eindruck erwecken, wir würden wild campen. Aber bei dem ansonsten schönen Wetter den ganzen Tag im WoMo sitzen? Och nööö... also suchten wir uns den nächst gelegenen CP aus: "Petalidi Beach", etwas südlich von Petalidi gelegen. Dort war es auch windstill, wir konnten direkt am Wasser stehen, durch eine kleine Hecke geschützt. Unter der Markise ließ es sich auch hervorragend aushalten. Für 15,90€ pro Nacht kann man nicht meckern.

Auf dem CP "Petalidi Beach"
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CP-Hund, wartet auf Leckerli
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Sonntag, 10. Mai 2015

In Griechenland scheinen alle Insekten größer zu sein als bei uns. Wespen so groß wie Kolibris, Mistkäfer, über die man stolpern kann (nein, es waren keine Schildkröten!) - und auch Ameisen. Ist ja an und für sich nicht weiter dramatisch, haben auch keine Phobie oder sowas. Aber wenn dann abertausende der hier ca. 2cm großen Tierchen über Nacht eine 10cm breite und 8-9m lange Autobahn durch unseren "Vorgarten" bauen... Faszinierend ist sowas allemal. Die haben´s doch tatsächlich geschafft, ihre Straße von jeglichem "Unrat" zu befreien und eine richtig saubere Schneise in unseren Stellplatz zu schlagen. Und das in wenigen Stunden. Sehr fleißige Tierchen. Und um mit der Natur in Einklang zu bleiben, gaben wir halt nach und zogen einen Platz weiter zur Seite. Natürlich nicht, ohne das neben uns stehende, sehr freundliche Pensionisten-Pärchen aus Österreich zu fragen, ob das okay ist, wenn wir ihnen etwas auf die Pelle rücken. Was natürlich wieder prompt dazu führte, dass wir uns verquatschten...
Auf dem Platz lernte ich dann später noch einen anderen netten Österreicher kennen (den Namen hab ich leider auch vergessen), ich schätze ihn so auf ca. 35 bis 40 Jahre. Auf die so übliche Frage "wie lang bist Du schon unterwegs" bekam ich dann als Antwort, schon was länger. Als Pensionär wär das ja kein Problem. ???? Hatte ich mich mit dem Alter denn so verschätzt? Dramatischer Weise nicht, denn er offenbarte mir, dass er bereits drei schwere Herz-Operationen hinter sich hatte und nun, ausgestattet mit implantiertem Herzschrittmacher und Defibrillator nun nicht mehr arbeitsfähig sei. Sein Herz hatte die Angewohnheit, einfach mal aus dem Rhythmus zu kommen und stehen zu bleiben. Aber seinen jüngeren Bruder, der denselben angeborenen Herzfehler hatte, hätte es viel schlimmer erwischt. Wegen zu langer Rettungskette sei dieser nun ein Pflegefall, da sein Gehirn zu lange nicht durchblutet wurde. Sein schweres Schicksal gab mir schon schwer zu schlucken - unsereins geht so gedankenlos mit der Gesundheit um und jammert, wenn´s mal im Rücken ziept oder so. Macht schon nachdenklich, sowas.
Passend zu dieser Stimmung zog sich dann so langsam der bisher immer wolkenfreie Himmel zu. Eigentlich hatten wir ja vor gehabt, ein wenig wandern zu gehen. Aber von so ein paar Wölkchen lassen wir uns doch nicht aufhalten, oder? So zogen wir also los, um dann nach ca. 500m festzustellen, dass in der Ferne die ersten Blitze herunter kamen. Hm, also doch besser zum WoMo zurück. Dort angekommen brach aber nach 5 Minuten wieder die Sonne durch. Also wagten wir einen erneuten Versuch. In der Ferne grollte es zwar noch ab und zu, in Richtung Meer jedoch war der Himmel klar. Aber nach ungefähr einer halben Stunde Wanderns sah die Situation wieder gaaaanz anders aus. Tiefschwarze Wolken erreichten uns nun unmittelbar, über den Bergen regnete es bereits. Also wieder kehrt Marsch. Das sollte genau die richtige Entscheidung gewesen sein, die letzten Meter legten wir im Laufschritt zurück, denn es begann bereits ergiebig zu regnen. Alle paar Sekunden erhellte ein Blitz den Himmel, gefolgt von mächtigen Donnerschlägen. Und als wir am WoMo ankamen, kam das Wasser kübelweise von oben. Puh, gerade noch rechtzeitig!

Unwetterstimmung am Strand
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Blöder Weise war das WoMo innen noch auf ca. 30 Grad aufgeheizt. Da mit dem Regen aber auch stürmischer Wind gekommen war, der in Böen den Regen waagerecht "fallen" ließ, konnten wir weder Dachluke noch Fenster öffnen. Da saßen wir jetzt in unserer fahrbaren Sauna im eigenen Saft... wir beschlossen darauf, dass es eine wesentlich bessere Idee wäre, den Regen im Schutze der Veranda des CP-Restaurants mit ein paar kühlen Getränken zu verbringen. So kam ich denn auch in den Genuss meines ersten "Mythos", dem (zumindest laut Angabe auf der Flasche) berühmtesten griechischen Bier. Durchaus süffig, das Zeugs ;-)
Bedient wurden wir übrigens vom CP-Chef höchst persönlich. Dazu fällt mir jetzt gerade noch eine kleine "Geschichte" ein, die sich vormittags ereignete: Cheffe hat den ganzen Morgen damit verbracht, alle Pflanzen auf dem Platz zu bewässern. Was Biggi natürlich zu der Annahme veranlasste, dass ein Grieche sicher weiß, ob es regnen wird oder nicht. Und wer wird denn vor einem Regenguss die Außenanlage wässern, oder??? Nun wissen wir auch, dass es KEINE Schönwetter-Garantie ist, wenn ein Grieche gießt. Allerdings wissen wir auch nicht, ob es nicht regnet, wenn er NICHT gießt... ;-)
Das griechische Wetter ist schon so ganz anders als bei uns: wenn es dort regnet, dann richtig. Aber nach einer Stunde war der Spuk vorbei, die Wolken verzogen sich und gegen frühen Abend war der Himmel gewohnt blau.


Fortsetzung folgt...



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Re: Peloponnes Mai 2015

Beitrag von Biggi & Reinhard » Di 4. Aug 2015, 18:45

Danke für die schönen Bilder den Tollen Reisebericht und fürs mitnehmen :dau3
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Re: Peloponnes Mai 2015

Beitrag von MatthiasG » Mi 5. Aug 2015, 13:50

Hallo ihr beiden,

das liest sich total super und macht schon wieder Lust auf Griechenland. Die Kekse sind super lecker, kennen wir auch.

Gruß Matthias



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Re: Peloponnes Mai 2015

Beitrag von Robbie-tobbie » Mi 5. Aug 2015, 20:52

MatthiasG hat geschrieben:... Die Kekse sind super lecker, kennen wir auch.
Ja, gelle? Da ist so ne richtig geile "eklig"-süße Nougat- oder Kakaofüllung drin, echt der Hammer das Zeugs.

Da freut sich jeder Zahnarzt :lach1



Robbie-tobbie
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Re: Peloponnes Mai 2015

Beitrag von Robbie-tobbie » Mi 5. Aug 2015, 20:58

So, der nächste Teil ist fertig - durchhalten, danach kommt nur noch der letzte Teil, dann habt Ihr´s geschafft :D


Montag, 11. Mai 2015

So nett es hier auch war, der Drang weiter zu ziehen machte sich breit. Zuerst mussten wir noch entsorgen, was ein wenig abenteuerlich wurde. Es war kein richtiger Bodeneinlass vorhanden, sondern nur ein Plastik-Gully, den zu überfahren ich keinem WoMo raten würde - der Deckel war höchstens 8mm dick. Und der Gully befand sich auch noch ca. 80cm entfernt von der Mauer eines Sanitärhäuschens. Also war rangieren angesagt. Danach wollte ich mir dann noch eine ausgiebige warme Dusche gönnen - Pustekuchen, Warmwasser war nicht. Naja, was will man auch für 15,90 pro Nacht verlangen... dass sich Cheffe dann auch noch bei der Abrechnung vertan hat und nur für eine Nacht kassieren wollte, konnten wir aber trotzdem nicht durchgehen lassen. Wir wollten doch schließlich auch ein kleines Scherflein zur Krisen-Bewältigung beitragen ;-)

Wenn ich schon nicht vernünftig duschen konnte, sollte unser WoMo es besser haben. Dank einem Tipp von (ratet mal) hatten wir die GPS-Koordinaten eines Betriebs in Kalamata, der LKW von Hand wäscht. Und da wir wissen, dass dort auch WoMos gewaschen werden, wollten wir das unserem Käpt´n, der uns bisher so brav durch die Gegend geschippert hatte, auch gönnen. Das hatte er sich verdient.
An der Waschanlage angekommen teilte man uns mit, dass der "Guy", der die LKW wäscht, grade nicht da, aber auf dem Weg sei. Gut, wir hatten ja Urlaub, also keinen Stress. Auch dass sich dann noch ein griechischer LKW "vorfudelte", der ja schließlich unter Arbeits-Zeitdruck leiden würde, war kein Problem für uns. Insgesamt verbrachten wir dann über drei Stunden dort... Die Wartezeit war es aber wert. Unser WoMo wurde pennibelst gereinigt, dabei genauestens darauf geachtet, es mit entsprechender Vorsicht zu behandeln und nicht wie einen Kieslaster. Das Prozedere dauerte über eine Stunde, inclusive anschließendem Putzen ALLER Fenster! Und das für 10€. Und diesmal führte für uns kein Weg daran vorbei, dem guten Mann ein großzügiges Trinkgeld in die Hand zu drücken. Das WoMo war noch nie so sauber - noch nicht mal als wir es neu beim Händler abgeholt hatten.
Unser nächstes Ziel sollte eine Taverne sein, bei der man auch - Verzehr in der Taverne vorausgesetzt - kostenlos übernachten konnte. Also gaben wir die GPS-Daten in das Navi ein, los ging´s. Zum Glück zog sich dann während unserer Fahrt der Himmel wieder zu, kur darauf regnete es in Strömen. Die Schlammkur tat unserem Käpt´n so richtig gut, das war schon Wellness pur. Eigentlich mögen wir ja gar kein sauberes WoMo.
Durch die lange Warte- und anschließende Fahrzeit war der Tag schon reichlich voran geschritten. Demzufolge war der Hunger dann auch schon recht groß, als wir bei dem äußerst freundlichen Tavernen-Besitzer eintrafen. Der winkte uns erst mal weiter zu seinem "free parking", wo bereits drei andere WoMos großzügig verteilt auf dem Platz standen. Nachdem wir mittels Keilen  einigermaßen gerade standen, begaben wir uns also in die Taverne.

"Free parking" an der Taverne
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Man sollte nie mit riesigem Hunger essen gehen! Wir bestellten erstmal reichlich Vorspeisen, dazu einen halben Liter "local wine" und in einem Rutsch direkt noch die Hauptspeise. Als dann die ersten Teller ankamen, waren wir schon fast vom Anblick satt. Also hauten wir erstmal rein. Alles saulecker - vor Allem der Nagasaki, ach nee, Saganaki heißt das.
Eigentlich passte schon gar nix mehr, dann kam noch meine Hauptspeise. Biggi hoffte insgeheim, aber vergebens, dass man ihre Souvlaki vergessen hatte - nix da. Also schoben wir die vielen Reste so lange auf den Tellern herum, dass diese wenigstens etwas leer aussahen. Nicht dass die meinen, es hätte uns nicht geschmeckt. Als wir dann um die Rechnung baten, kam der Kellner noch mit einem riesen Berg Obstsalat an, auf Kosten des Hauses...

Während des Essens - danach hätte ich nicht mehr auf´s Bild gepasst
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Selbst der kostenlose Raki nach dem Essen passte bei mir nicht mehr rein. Also rollten anschließend wir zum WoMo zurück. Mein Gedanke: wenn das so weiter geht, müssen wir auf der Fähre hinterher einen extra Treibstoff-Zuschlag zahlen.


Dienstag, 12. Mai 2015

Nachts hatte es nochmal richtig gewittert, die Blitze waren recht beeindruckend. An dieser Stelle mal eine Frage an die Physik-Profis: ein WoMo mit kompletter Alu-Außenhaut stellt ja eigentlich einen Faradayschen Käfig dar, ist also relativ sicher in puncto Blitzeinschlag. Wie sieht das eigentlich aus, wenn das Dach und Heck aus GFK sind...?
Heute stand eine Fahrt über den Mani-Finger an. Das Wetter war durchwachsen - zwar regnete es nicht und war auch recht warm, ab und zu verdeckten aber dicke Wolken den Himmel. Stimmungsmäßig passte das aber teilweise hervorragend zu der Mani.

Fahrt durch die Mani
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Wir arbeiteten uns auf streckenweise üblen Straßen bis weit in den Süden vor - Vathia, die Reiseführern zufolge die typischste Stadt für diese Region sein sollte. Ich persönlich fand´s wenig beeindruckend, wenngleich uns ein paar ganz schöne Schnappschüsse gelangt sind.

Vathia
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Der Weg nach Vathia ist quasi eine Sackgasse, von daher mussten wie sowieso das erste Stück wieder denselben Weg zurück fahren. Eigentlich hatten wir vor, den restlichen Rückweg auf der Mani an deren Ostküste entlang zu fahren. Der erste Abzweig in diese Richtung sah jedoch nicht sehr Vertrauen erweckend aus - eine enge Gasse in Vathia selbst, deren Straßenbelag eher an einen Kartoffelacker erinnerte. Aber offenbar war dies die einzige Möglichkeit, danach fanden wir keine Straße mehr, die uns auf die andere Seite des Fingers geführt hätte, schade. Also tuckerten wir über den uns schon bekannten Weg zurück. Es gibt ja noch ein nächstes Mal ;-)
Weder im "Schulz" noch in anderen Reiseführern hatten wir schöne Möglichkeiten, frei zu stehen, entdeckt. Also steuerten wir - natürlich auch auf Empfehlung von "x" ;-) - den CP Gythio Bay in der Nähe von Gythio an. Dort erhielten wir mal wieder einen Stellplatz direkt am Strand.

CP Gythio Bay - der krasse Zaun machte ein wenig Knast-Atmosphäre ;-)
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Wir machten es uns bequem, wegen der späten Uhrzeit war bestenfalls noch ein Spaziergang am Strand drin. Als wir gerade dabei waren, unser Abendessen zuzubereiten, spazierte auf der anderen Seite des Zaunes (ja wir hatten reichlich "Zaungäste" dort ;-) ) ein sympathisches Pärchen aus Bayern entlang, mit denen wir ins Gespräch kamen. Und da dieser Metallzaun zwischen uns tatsächlich das Gefühl eines Gefängnis-Besuchs vermittelte, luden wir "Schorsch" und Andrea kurzerhand zu einem Getränk auf "unserer" Seite ein. Und so kam es, dass das Abendessen wesentlich später als geplant stattfand - man muss die Feste halt feiern, wie sie fallen...
Während unseres Gequatsches sah ich dann aus dem Augenwinkel eine Bewegung auf der Oberkante vom Zaun. Ich dachte schon, ich seh weiße Mäuse - doch zu viel getrunken? Aber nein, tatsächlich: über den Zaun lief eine dicke, fette Ratte, gekonnt balancierend, von einem Ende zum anderen. Igitt... ein paar Stunden später lief die Ratte exakt denselben Weg zurück, offenbar ohne sich an uns zu stören. Was es genau damit auf sich hatte, können wir nicht sagen - fest steht jedoch, dass es sich hierbei um eine Art Ritual handelt, denn am nächsten Abend sollte diese Ratte um genau dieselbe Uhrzeit hin - und dann wieder zurücklaufen! Also im wahrsten Sinne des Wortes ein Gewohnheitstier ;-)
Zwischendurch verließen uns unsere Gäste, um in einer nahe gelegenen Taverne essen zu gehen. Leider hatten wir unser Abendmahl schon vorbereitet, sonst wären wir gerne mitgekommen. Aber da wir noch nie im Knast gegessen hatten, genossen wir natürlich auch dieses außergewöhnliche Ambiente vor dem WoMo.
Da der Rückweg von der Taverne an unserem WoMo vorbei ging, war klar, dass Schorsch und Andrea noch auf einen Absacker bei uns anhielten. Bei lustigen Gesprächen wurde der Abend dann sehr spät...


Mittwoch, 13. Mai 2015

Da der Campingplatz ca. fünf Kilometer von der Stadt Gythio entfernt war, wollten wir mit den Fahrrädern dorthin fahren. Radwege in Griechenland sind leider eher Seltenheit, daher fuhren wir an der Hauptstraße entlang. Was aber auf Grund der entspannten griechischen Autofahrer absolut unproblematisch war, es wurde immer ausreichend Sicherheitsabstand beim Überholen eingehalten. Selbst wenn wir nebeneinander radelten, wurde dies mehr als toleriert - wir kamen uns fast wie in Holland vor, wo das gesetzlich erlaubt ist. In Deutschland wäre das unvorstellbar, der sich seiner Rechte sehr bewusste Autofahrer hätte uns von der Straße gehupt.
Einen kleinen Hügel hatten wir auf dem Weg schon zu bewältigen, der aber selbst für Untrainierte durchaus machbar ist. Wir stellten die Räder am Marktplatz ab und streiften zu Fuß durch das schöne Städtchen.

Blick auf Gythio
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vorgelagertes "Inselchen", durch einen Damm mit Gythio verbunden
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Nationalfarben - sogar das Auto passt ;-)
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Ohne Palmen geht´s halt nicht :-)
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Gythio hat uns sehr gut gefallen. Ein ursprüngliches Fischerdorf, das natürlich dem Tourismus anheimgefallen ist - dies aber für unseren Geschmack nicht zu übertrieben. Ein angenehmer Mix eben.

Gesehen auf der kleinen Insel
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Alles frisch gekalkt
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Entschuldigt die vielen Bilder, aber Gythio hat halt einen nachhaltigen Eindruck bei uns hinterlassen.

Auf dem Rückweg fuhren wir ein kleines Stück oberhalb der Hauptstraße durch ein kleines Gässchen, von dem aus wie einen herrlichen Ausblick auf die Bucht von Gythio hatten - und nebenbei war die Steigung dort wesentlich moderater...
Linker Hand fanden wir dann noch einen typisch griechischen Supermarkt, in dem wir unsere Vorräte auffüllten. Was uns aber total wunderte: in dem ganzen Sortiment gab es kein Tsatziki! Na sowas...
Am CP angekommen begrüßten wir noch eben Schorschi und Andrea und versprachen, später nochmal auf ein Getränk vorbei zu kommen. Bei einem Getränk ist es dann wirklich geblieben, der Abend zuvor steckte uns noch in den Knochen...

Ein zufriedener Schatz am Strand vor dem CP
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Der einzige "Gast" bei uns an diesem Abend war, wie bereits zuvor geschrieben, die Ratte, die pünktlich ihre Route auf dem Zaun drehte.


Donnerstag, 14. Mai 2015

Abends zuvor hatten wir uns bereits darauf geeinigt, den dritten Finger der Peloponnes für einen anderen Urlaub aufzuheben. Die Zeit ging viel zu schnell vorbei, und wir wollten auf jeden Fall noch an die Ostküste. Leute leute, vertraut bloß nie Eurem Navi (also wenn Ihr ein genauso blödes Ding habt wie wir). Trotzdem wir ja nun eine relativ genaue Karte der Insel unser Eigen nannten, ließen wir uns von dem eigensinnigen elektronischen Kästchen leiten. Was zur Folge hatte, dass wir durch irgendwelche Berge auf immer schmaler werdenden Straßen mit etlichen Serpentinen rumpelten. Die Orientierung hatten wir schon lange verloren, widersprüchliche Wegweiser taten ihr Übriges dazu, uns zu verwirren. Zwischendurch passierten wir mini-kleine Dörfer, deren Ortsdurchfahrten durchaus spannend wurden. Die dort lebenden Griechen schauten uns auch öfter mal relativ ungläubig an, diese Blicke schmälerten unsere Unsicherheit eher nicht. Aber umdrehen? Nö, auf keinen Fall. Stunden später erreichten wir dann auch wieder eine richtige Hauptstraße. Ein prüfender Blick auf die Karte offenbarte uns, dass uns das Navi wohl einen "Gefallen" tun wollte und mit uns eine Sightseeing-Tour der besonderen Art veranstaltete. Das andere Ende der Hauptstraße hatten wir zu Beginn der abenteuerlichen Bergquerung gesehen...
Als nächsten Übernachtungsplatz hatten wir uns aus dem "Schulz" einen offiziellen Stellplatz nahe Leonidio/Plaka ausgesucht. Den GPS-Daten des Navis folgend erreichten wir...einen unansehnlichen, hässlichen und auch abgesperrten Parkplatz, auf dem allerlei Unrat herum stand. Selbst wenn er offen gewesen wäre - hier hätten wir uns niemals wohl gefühlt. Interessanter Weise hatten wir auf den letzten paar hundert Metern ziemlich neue Schilder "Camping Selemi" gesehen, die in dieselbe Richtung führten. Am Parkplatz selber wies dann ein ebensolches Schild weiter in Richtung Norden. Und tatsächlich, ca. 100-200m weiter standen wir dann vor den Toren desselben. Ziemlich ratlos schauten wir uns an, auf einen CP wollten wir eigentlich nicht schon wieder. Zumal direkt ein junger Mann vom Eingang des CP zu uns gerannt kam: "Do you need some information?" Auf sowas kann ich eigentlich gar nicht, irgendwie fand ich das aufdinglich. Da es aber nun doch schon relativ spät war und wir beide ziemlich kaputt, hatten wir auch keine große Lust mehr, nach einem Übernachtungsplatz zu suchen. Also enterten wir den Platz. Was sich im Nachhinein als gar nicht so übel herausstellte...

Auf dem CP "Selemi"
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Für 12€ nicht schlecht, es gibt sogar eine richtige V/E, was bei griechischen Campingplätzen leider nicht allzu oft der Fall ist. Am meisten angetan hatte mir es aber ein alter Olivenbaum:

Laut Angaben vom noch recht jungen CP-Besitzer sollte dieser Baum ca. 400 Jahre alt sein!
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Wir verbrachten eine herrlich ruhige Nacht.


Freitag, 15. Mai 2015

Wir nutzten die wirklich schönen und sauberen sanitären Einrichtungen des CP noch für ausgiebiges Duschen, zahlten unsere Zeche und fuhren weiter. Unterwegs verwendeten wir die reichlich vorhandenen Parkplätze für Fotostopps. Apropos Parkplätze: die hatten wir auf unserer Fahrt durch die Peloponnes bisher sehr vermisst, da nur sehr rar vorhanden. An diesem Teil der Küste gab es sie jedoch in Hülle und Fülle, meist richtig nett ausgestattet mit Pavillon luden sie zum Picknick ein.

Unterwegs gab es auch reichlich zu fotografieren, eine malerische Bucht mir wunderschönem Sandstrand reihte sich an die nächste. Schon schlimm - irgendwann ist man so von den Reizen überflutet, dass man die Schönheit gar nicht mehr richtig wahrnimmt! Von daher einfach mal ein paar Impressionen für Euch.

Netter Picknick-Platz
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Wow
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noch ein wow
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extra-wow
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Hammer-wow
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Mir-fällt-keine-Steigerung-mehr-ein-wow
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Diesmal sollte uns unser Stellplatzführer "Reisemobil Stellplätze in Europa" helfen, einen schönen Fleck zum Übernachten zu finden. Also war avisiert, unterwegs einen Stellplatz direkt an der Taverne "Ostria" bei Tyrchu anzuschauen. An gegebener Stelle hielten wir also oben an der Hauptstraße an, um die Lage zu checken. Was ein Traum! Eine wunderschön idyllisch gelegene Bucht mit Sandstrand. Leider hatte die Taverne noch zu, man war gerade erst dabei, sich für die Saison vorzubereiten. Aber wie immer: es gibt ja ein nächstes Mal :-)

Bucht mit Tavernen-Stellplatz, ziemlich steile, aber gut befestigte Abfahrt
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Ach so, zum Thema "Traum": ich bitte darum, die häufige Benutzung dieses Wörtchens zu entschuldigen - mir fällt aber leider keine Alternative dazu ein ;-)

Unterwegs sieht man in dieser Ecke häufig diese runden Dinger im Wasser - ich vermute mal Aufzuchtbecken für irgendein lecker schmeckendes Meeres-Getier...

Was da wohl drin schwimmen mag...?
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Unser nächster Halt sollte auf jeden Fall in Nafplion sein. Wir stellten unser WoMo am Parkplatz des "neuen Bahnhof" ab - der offensichtlich schon länger nicht mehr in Betrieb ist. Wie sieht denn dann der alte Bahnhof aus...?

Historischer Zug am neuen Bahnhof in Nafplion
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Übrigens hätte ich da grad noch mal eine Anmerkung zu der Westeuropäischen Schreibweise der Ortsnamen in Griechenland. Geht das nur mir so, dass ich häufig die verschiedensten Schreibweisen für ein und dieselbe Stadt entdecke? Beispielsweise Nafplion, Nafplio, Nauplio, ... ist ja schon "schlimm" genug, dass die Griechen Ortsnamen sehr häufig "recyceln", d.h. Killini gibt´s ja paarmal. Aber dann diese zusätzlichen Verwirrungen, da muss man schon manchmal ganz schön aufpassen ;-)

Aber wie Nafplion nun auch geschrieben wird, die Stadt hat uns sehr gut gefallen. Was uns allerdings irritierte war die Tatsache, dass dort nur ca. 33.000 Einwohner leben sollen. Uns kam es größer vor.
Am Hafen fuhren zu diesem Zeitpunkt ganze Busladungen mit Touristen ein (gut, dass wir keine sind ;-) ), deren Inhalt sich über verschiedene Platias ergoss. Also flüchteten wir zur besten Besichtigungszeit, also in der prallen Mittagssonne, direkt die steilen Treppen hinauf in die Oberstadt.

Bergab ist schöner ;-)
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Tatsächlich nur 33.000 Einwohner?
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Eis zur Abkühlung ist MUSS
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Die Massen an Touristen verteilten sich offensichtlich großzügig auf Nafplion, wie begegneten keiner einzigen Reisegruppe. Nach ausgiebiger Besichtigung schlenderten wir zum WoMo zurück und setzten unsere Fahrt fort. Zum Übernachten herrschte uns hier zu viel Trubel.

Der liebe Schulz sollte uns dann zu unserem nächsten Übernachtungsplätzchen führen. Misstrauisch folgten wir der Wegbeschreibung nach Kodili Beach. Gut der letzte Kilometer war dann eine zwar schmale und kurvige, aber gut asphaltierte Sackgasse. Und was sich uns dann eröffnete, war wahrhaft paradiesisch. Ein ungefähr 500m langer, feinkiesiger breiter Strand, eingerahmt in eine malerische Kulisse - und außer uns stand dort nur ein weiteres WoMo und eine Hand voll PKWs. Fassungslos vor Glück parkten wir unseren Käpt´n direkt am Wasser. Für Hundebesitzer stellt dieser Platz aber eine besondere Herausforderung dar, da einiges an pieksigen Kletten herum liegt. Diese konnte ich quasi minütlich aus den Sohlen meiner Badelatschen rauspuhlen. Barfuß ist also keine Option! Aber das konnten wir durchaus verschmerzen ;-)

Such, such das WoMo ;-)
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Ich weiß nicht, ob ich es bereits erwähnte, den "Peloponnes-Schulz" hatten wir in der neuesten (5.) Auflage dabei, aktualisiert 2014. Die für diesen Strand angegebene Ausstattung war trotzdem größtenteils nicht mehr vorhanden: Dusche, Dixie-Klo, Umkleidekabine gab´s nicht mehr, und die auf dem Foto abgebildete Taverne war ebenfalls vollkommen verschwunden. Aber wir waren ja frisch ver- und entsorgt, also kein Problem für uns :-)
Um nicht allzu sehr auf "Camping" zu machen, verzichteten wir trotz der sengenden Sonne auf die Markise und setzten uns unter unseren neu erworbenen Sonnenschirm an den Strand. Die Ruhe wurde bestenfalls von hin und wieder in weiter Ferne durch die Bucht tuckernden Fischerbooten "gestört".

Das Foto hat meine Badenixe gemacht :-)
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Gegen Abend kamen wir dann noch mit einer Gruppe Deutscher, die dort in der Gegend lebten, ins Gespräch. Sie waren für den Abend mit ihren PKWs an den Strand gefahren, um dort zusammen zu grillen. Dabei schwang ein leiser Missmut gegenüber WoMo-Fahrern mit, die gerade in der Hauptsaison mit ihren Fahrzeugen die Strände so zuparken würden, dass einheimische Badegäste keinen Platz mehr hätten. Dabei wäre doch um die Ecke ein Campingplatz. Aber auf Diskussionen hatte ich in dem Moment gar keine Lust. Also sparte ich mir zu fragen: Wo ist der Unterschied, wenn die WoMo-Fahrer ihre Landyachten gegen PKWs eintauschen und damit den Strand zuparken würden? Lassen wir das.


Fortsetzung folgt...



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